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A Perfect Murder, Tears From The Sky…

Von Dennis

…Mi Amore,…//08.10.2005//Café Linco,

Außer Curtis und mir scheint hier heute Abend jeder straight zu sein, denn ich bin der einzige der raucht und die freundlichen aber entschiedenen Blicke der meist recht jungen Konzertbesucher, die sofort abschweifen, wenn ich zurück gucke, lassen mich ahnen, dass es sich zwar keiner traut zu sagen, dies aber eigentlich eine Straight Edge-Show sein soll. Ist mir egal – schließlich hat mir der Typen am Einlass gesagt, dass ich hier rauchen darf. Da es eine All Ages Show war und kein Alkohol verkauft wurde, sahen Curtis und ich uns in unserer Entscheidung bestätigt, vorher den einen oder anderen zu zwitschern. Draußen trafen sich demzufolge all die Outlaws mit diesen riesigen Bierflaschen, von denen Lehni mir schon erzählt hatte. 10 % Alkohol lassen das Zeug zwar nicht besser schmecken, aber in Verbindung mit den schätzungsweise 30 % Zucker inside, ist betrunken werden nicht so mühsam.

Die erste Band Compton haben wir leider verpasst – später im Gespräch, nachdem er rausgekriegt hatte, daß wir HC-Fans von sonstwo aus der Welt sind, hat Sänger Jamie uns eins ihrer Demos geschenkt – also war die erste Band die ich an diesem Abend gesehen habe 3 Miles Scream, die zwar eine reine Metalband sind, aber trotzdem sehr unterhaltend. Ein bisschen NewSchool, ein bisschen Soli, ein bisschen peinlich, aber spätestens beim geilen Stones-Cover »Paint It Black«, hatten sie meine Sympathien vollends erwirtschaftet.

Mi Amore, wie alle anderen Bands ebenfalls aus , boten dann eine tolle Mischung aus kitschfreiem und durchdachten Screamo-Parts. Deren Songs sind absolut auf der Höhe der Zeit, immer nachvollziehbar und eingängig. Das Publikum fand sie geil, auch wenn sich all die kleinen Kung-Fu-Kids zurückhalten mussten, da einfach kaum Moshansätze vorhanden waren. Sicher die gefühlvollste Band an diesem Abend und für mich auch die beste. So sehr, dass ich sogar $10 in ein T-Shirt investiert habe.

Gewöhnen muss man sich in Kanada daran, dass Umbaupausen zwischen den Bands kaum existieren, sprich 5 Minuten später schon die nächste anfängt. Wir kamen gerade rechtzeitig wieder rein, um dem ersten Song von Tears From The Sky zu lauschen, die vielleicht unter dem Namen Rain bekannt werden könnten, wenn sie etwas weniger auf Breakdowns zurückgreifen und dafür ein bisschen mehr nach vorne preschen würden. So war es nur durchschnittlicher Metalcore, der nach zwei, drei Songs langweilig wurde, aber von den anderen Besuchern augenscheinlich gekannt und abgefeiert wurde. Zeit um zum Cornerstore zu gehen.
Als wir zurück kommen, knallt der Headliner uns schon vor dem Laden die Ohren dicht, deswegen schnell rein. Doch wen sehe ich da mit dem Mic in der Hand? Erich Honecker? Nicht ganz. Aber da brüllt tatsächlich Karl Buechner – seineszeichens Frontsänger von Earth Crisis, Hobbyfaschist und maximal 1,65 groß. Ist das zu glauben. Natürlich machte er seine Sache gut, auch wenn ich mich nicht an irgendwelche Ansagen erinnern kann. Ich habe mir dann sagen lassen, dass er an diesem Abend nur den Ersatzshouter gibt. (Habe gestern eine Promo-CD von geschenkt bekommen und kann sagen, dass der eigentliche Sänger eher wie ein junger Phil Anselmo klingt.) Das Buechner ein Sack ist und in der Vergangenheit einige gefährliche Aussagen getätigt hat, wissen die meisten, kann man aber nicht oft genug betonen, denn schließlich gibt es auch in Deutschland gerade wieder organisierte Drogenfreie, die ihren Veganismus am liebsten mit einem »Reich« assoziiert wissen wollen. Leider gibt es kein Gegengift für sowas. Anyway. Von den 25 Minuten Spielzeit die runter moshten haben wir effektiv nur 10 mitbekommen. Nach dem Konzi stand dann rumstehen auf dem Plan, bis Curtis und ich uns entschieden noch ein Pils zu kaufen, zurück ins Hostel zu gehen und Gorilla Biscuits zu hören.


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