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Converge, Terror, Cursed, Mare

Von Dennis

7.10.2005//La Tulipe,

Unsere Freitagsshow war ein verdammter Knaller und fand in einem alten Theater statt. Mit Balkon, Gewölbe, ca. 1000 HC-Fans und einer erbarmungslosen Klimaanlage – wie fast überall hier. Bier kannste nicht bezahlen, deshalb hab ich drauf verzichtet. Hatte vorher auch schon eine kanadische Auslese probiert um in Stimmung zu kommen. Allerdings war hier schon um 19 Uhr Startschuss, was ja regulär nicht so meine Zeit ist. Aber andere Länder andere Sitten.

Geschmacklos und schockierend zugleich: auch hier tragen manche Alternative Armeeparkas mit – na klar – Deutschlandflagge! Auf meine Frage nach dem »Warum«, wurde mir die Schönheit der drei Farben beschworen. Na geil. Anstatt Aufklärungsarbeit zu leisten, hab ich mir da lieber vom Opener die Ohren freipusten lassen. Experimenteller Noise-Schrei-Synthie-Sound, der absolut untanzbar war, bei den Anwesenden jedoch fetten Beifall provozierte.

Dann kam mein eigentliches Highlight. Die aktuelle Band von Chris Colohan, der sich für die Stimmgewalt solch großartiger Bands wie Chokehold, The Swarm, Ruination und meiner all-time-favorites Left For Dead verantwortlich zeichnet, heißt . Die können zwar schon in Europa auf die eine oder andere Veröffentlichung blicken, waren aber anscheinend selbst hier ein solcher Geheimtip, dass es höchstens einen vorsichtigen Pit gab. Der eher mäßige Sound trug dazu bei, dass es zwar funkte, aber die Menge im chaotischen D-Beat-Gewitter nicht richtig hoch ging. Nach einer knappen halben Stunde war schon wieder Schluss. Und Zugaben gibt es hier prinzipiell nicht.

Curtis hatte ich in all dem Trubel inzwischen verloren (an eine Frau, die er ein Tag vorher kennen gelernt und hier wieder getroffen hatte) und habe alleine draußen geraucht und mich mit anderen Konzertbesuchern ausgetauscht. Dabei will ich betonen, dass die Leute hier absolut freundlich und aufgeschlossen sind und man es ihnen auch abnimmt. Dann wurde ich eingeladen. Spliff-Action.
Zurück in der guten Stube lachen auch schon aus Los Angeles die Bühne herunter. Heftig, besser als erwartet, ja sogar mit einigen sympathischen Ansagen, waren aber natürlich dennoch nicht nicht peinlich. Tough Guy der besseren Sorte. Zugegeben, diese Band hat einfach mal ein paar echte Granatensongs am Start, aber eben auch die längsten Schwänze der Westküste, und heute auf jeden Fall den fettesten Moshpit des Abends.

Letzte Pause vor Ultimo. Ich war ziemlich gespannt zu sehen, wie die Menge auf reagieren würde, ist deren Musik doch weder leicht verdaulich noch irgendwie eingängig, was zumindest in Deutschland eine gewisse Unaufmerksamkeit ein‑ bzw. den Zuschauer im Ganzen überfordert. Meine Erwartungen wurden um Längen übertroffen. Die Band und die Crowd waren eins; jeder Song wurde berechtigterweise abgefeiert, all die versteckten Hits mitgesungen, und sogar ein der Enge vor der Bühne verschuldeter friedlicher und fast schon eleganter Moshpit begangen. Jeder, der diese Band kennt, weiß das in einer anderen, in ihrer eigenen Liga spielen und die Musik mit Intensität geradezu aufgeladen ist. Bis in die letzten Reihen stärkte ein wirklich dankbares Publikum der Band den Rücken und trug seinen Teil zur Komplettierung dieses magischen Abends bei. Unbeschreiblich wie die Menge die Energie dieser Band übernommen hat. Zum Abschluss wurde »The Saddest Day« inklusive einer scheiss-coolen Ansage gespielt, ich war glücklich, der Rest ebenfalls und es bleibt nur ein vernüftiger Satz zu ergänzen: sind eine der besten Hardcorebands die es zur Zeit gibt.


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