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Kevin Devine live

Von Claudia

24.05.2004//Cookys, Frankfurt a.M.

Das sollte mein erstes Konzert in Frankfurt am Main sein. Das Cookys, berüchtigt als Black Music und R’n’B Schuppen für Checker, Player und sonstige dubiose Gestalten (mit Ausnahme Montags, denn da gehen Konzerte von der Bühne) sollte dafür den obskuren, wohl eher nicht passenden Rahmen geben. So war ich auch nicht wirklich geschockt, als downstairs: Spiegelwände, Non-Stop-UV-Röhren-Reihen und andere diverse grelle Farblichter auf die eintreffenden Gäste der interessierten Gitarrenszene warteten.

Kaum in die diskoüblichen Gruppensitznischen reingelümmelt und sparsam am Granini für 3,80 € genippelt, gab auch schon die Vorband Jettison aus Stuttgart/München ihr Bestes. Nur schade, dass das Schlagzeug den Gesang streckenweise untergehen lassen hat und nur noch Textfetzen ans aufmerksame Ohr gelangten. Während der letzten drei Songs von Jettison sah man dann auch schon hin‑ und her zappeln und, was ihm wiederum Punkte der Sympathie aufs Konto schreibt: nervös an seinen Fingernägeln knabbern.

Dafür hatte er allerdings überhaupt keinen Grund. Mit und manchmal ohne Band füllte er zwei Stunden, die garantiert jeden Kritiker an die Wand gespielt hätten. Da zwei Stunden ´ne verdammt lange Zeit sind, nämlich genau 120 Minuten, kam er nicht drum herum Songs jeglicher Alben zu spielen. Fragezeichen prangerten allerdings auf meiner Stirn, als der junge Mann mal wieder ankündigte: »and now i want to play a new song…«. Das als neu Angekündigte entpuppte sich nämlich oft (nicht immer) als schon gehört. Also hab’ ich’s irgendwann gelassen, die »Neuen«, heimlich mitzuzählen. Leicht übermütig (was wohl am 3. Becks lag) meinte er eh, es gäbe hundert davon. Heißt das, ein neues Album liegt schon in der Presse oder hat er nur ganz keck geflunkert? Hm … man weiß es nicht.

Aber auch die alten Stücke haben gut gerockt und es schien mir so, als hätte jemand im richtigen Moment am Geschwindigkeitsregler gedreht. Mit weit aufgerissenem Mund, kraftvoll geschwungener Gitarre rockte der Rotschopf mit Flaumbart die Bühnenbretter und keins der 80 Beine im Publikum stand ungerührt still. Den Spagat zwischen rockig und sanft, durchdringend und einfühlsam hat er ohne Qualitätsverlust gemeistert. Eigenwillig, aber nicht unschön die Darbietung der ruhigeren Songs: Mit tänzelnden, walzerähnlichen hoch und runter wippenden Schritten, bewegte er sich nah am Mikro, mal in sich versunken mal den Blick durchs Publikum schweifen lassend. Im Handgepäck noch zwei Coverversionen und schon war der Abend rund, abwechslungsreich und ein selten guter Start in die Woche.

Als Apres-Bonbon gesellte sich nach dem Konzert ein verschwitzter, aber glücklich grinsender zu uns und redete drauf los, als hätten wir mindestens schon zwei Bier zusammen vernichtet. Er meinte er sei so aufgeregt gewesen, weil gegen 21:00 Uhr noch niemand da war und dass ihm das Konzert sehr viel Spaß gemacht hätte; was denn noch so los sei und warum denn alle schon gehen würden. Der letzte Punkt, war auch der, warum wir uns leider auch schon verabschieden mussten. Die letzte Bahn fährt gegen 1:29 Uhr und so hieß es: »Bye. Nice to meet you. Take care.« Und ja, vielleicht bis bald …


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