Von Cathy
26.10.2005//Conne Island, Leipzig
Dieses Konzert muss schriftlich festgehalten werden, denn es war eines DIESER Konzerte, vielmehr gesagt: eine DJ Night, wie sie so schnell nicht wieder zu erleben sein wird. Außerdem will ich Neid aufkommen lassen, bei all denjenigen, die solche Konzerte immer verpassen. (Siehe TY, siehe Mocky).
Eigentlich könnte man jetzt einfach 572 mal das Wort geil aneinander reihen und hätte immer noch das Feeling dieses Abends verfehlt. Warum die Preisung? Erstens ist es Computermusic, direcly from the apple computer self-made. Die zweitens live ihren Reiz durch individuellem und völlig spontanem Herumspielen an den Tracks bekommt. Eine hervorragende Mischung aus bestehenden Elektrosamples und Improvisation, die dadurch kommunikativ mit dem Publikum in Verbindung steht.
Die Tigerbeat 6 Tour fand dank der Organisation einiger Helden auch auf dem Dancefloor des Conne Island statt. Mit ein wenig Verspätung zwar, aber dafür umso heftiger. Fast hätte ich das Konzert verschlafen, dank Verpeiltheit (was an den 20 Grad Ende Oktober liegen muss). Glücklicherweise fand ich mich dann mit der ultimativen Elektrotanzcrew und den richtigen Tanzschuhen vor der Bühne wieder, wo sich jetzt Knife Hand Chop aufbaute. Dazu reichte ein Computer, ein Mic und ein paar Effektgeräte. Und dann ging es los. Die Boxen knirschten, die Beats rollten, nein sie preschten hervor und innerhalb von 5 Minuten schwangen alle Gäste das Tanzbein, und die Fete rockte. Knife Hand Chop verwandelte alle möglichen Musikstile, besonders HipHop und Dancehall in eine ordentlich springende, knallende Beatsuppe, dass allen nur so die Ohren schlackerten.
Dieser kranke Typ schaffte es, das die Energie der Gäste auf dem Floor pulsierte, ja fast explodierte und zwischen Breakbeat und Hacke sich in den Reigen sphärischer unheimlich verträumter Melodien weg transzendierte.
Nach einer Stunde abgelöst von Kid 606, der jetzt die hoch angesetzte Latte musikalischer Raffiniertheit durchbrechen musste, da er ja der Hauptact war. Doch leider war dem nicht ganz so, denn er produzierte mit seinem Apple eine Mischung aus allen Musikstilen (wie ja angekündigt), überlagert mit Hacketekkebeats, die eben noch bei 120 bpm, zu 180 bpm wechseln, um dann wieder zu 80 bpm zurückzukehren. Dieses Intermezzo wechselte aller 2 Minuten und so waren die Tänzer alle kräftig verwirrt, bei aller Liebe zum schnellen Beat war diese musikalische Gehirnwäsche dann doch zu krass.
Nach einer Stunde mehr oder minder Herumhüpfen und sich nicht recht entscheiden können auf welchem Beat das Bein jetzt zuckt, kam dann noch eine sehr schöne Performance von Drop The Lime, der gerade erst vom Bahnhof, direkt auf die Bühne geflutscht, noch mal ordentlich hineingrapschte in die hohen Zahlen der bpm Kiste.
Ein sehr sympathischer »DJ«, der ständig grinsend die heftigsten Tracks bastelte, darunter Remixes aus allen Kategorien (besonders 90er Dancefloor) und auch mal selbst dazu sang und offensichtlich sehr viel Spaß hatte. Das fand dann auch das Publikum toll und rollte zur nächsten Dancesession an. Doch irgendwann gingen die Lichter dann mit einem an Kid 606 gewidmeten slow-motion-song langsam ins Dämmerlicht über und alle hatten dieses tolle Grinsen wie man es nur nach einem orgastisches Dancefloor‑ Erlebnis haben kann. Der erste Preis geht auf jeden Fall an den spezial guest Knife Hand Chop »Alle holen ihre Luftschlangen raus…«
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