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The Weakerthans live

Von Chris

17.12.2003//Karlstorbahnhof in Heidelberg

Auf kaum ein anderes Konzert hatte ich mich dieses Jahr so sehr gefreut, wie auf das der 4 sympathischen Kanadier. Kein Wunder, hatte ich doch das letzte Mal live vor etwa 3 Jahren – damals noch im Juze um die Ecke – bewundern dürfen. Es wurde also wieder mal Zeit, schließlich hat sich seitdem einiges um die Band aus getan, man läuft jetzt sogar schon im kanadischen Radio. Meine Vorfreude wurde allerdings gleich bei der Anreise etwas gebremst. Eine geschlagene ¾ Stunde ließen die Veranstalter die Türen einfach zu, so dass es ziemlich kalt vor geschlossener Tür war und ich schon die schlimmsten Voraussetzungen für einen „tollen“ Abend vor Augen hatte.

Endlich drin wollte mich das Gefühl bei Betrachtung der Location dann auch nicht so richtig verlassen. Der Karlstorbahnhof war ein richtig großer, leider fast schon kommerziell anmutender Club und dementsprechend die Atmosphäre auch nicht sehr vielversprechend. Irgendwie komisch, aber daran muss man sich bei den Weakerthans wohl leider gewöhnen müssen… Ruckzuck gings dann auch schon gleich los mit Four Square, ebenfalls irgendwoher aus . Waren ganz nett, lockerer Emo-Sound, nicht toll, aber, na ja, eben ganz nett. Darauf folgte Olli Schulz und sein Hund Marie, dessen Namen mich nicht überzeugen wollte, doch ich wurde eines besseren belehrt. Super Songwriter-Stuff mit der nötigen Portion Coolness, man kennt das ja aus Hamburg. Ungeschlagen waren seine Stories während der Show. Unglaublich, wie Scheiße Peter Maffay tatsächlich ist.

Tja und dann? Dann kamen sie, die Marx-Liebhaber aus . Und was soll ich sagen, es war großartig und wunderschön! Mein zufriedenes Lächeln war wohl das ganze Konzert über nicht mehr weg zu kriegen, selten habe ich so eine leidenschaftliche Show gesehen, wie an diesem Abend. Unglaublich wie viel Power die Jungs in ihre ruhigen Country-Nummern zaubern, wie viel Gefühl die rockigen Songs besitzen. Ich hätte den Weakerthans bis zum nächsten Morgen zuhören können, leider war aber nach fast 1 ½ Stunden Schluss und das erste mal seit langem bin ich wieder mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Ich gönne den Weakerthans ihren Erfolg, denn sie sind trotz aller Abgesänge auf dem Boden geblieben und haben sich ihre politische Einstellung bewahrt. Davor kann ich nur den Hut ziehen. Nach diesem Konzert alle mal mehr.


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