Von Janette
Es ist Sonntag und es nieselt, nach einem großartigen Frühstück im Berliner Norden warten wir im Tikki Heart auf Pall und Toby von der Black Heart Procession. Ihr neues Album »The Spell« erscheint eben auf dem deutschen Markt und die Herren sind auf einer Interviewtour, um die Platte zu promoten. Für Tobias vom Persona Non Grata und mich nehmen sie sich eine Stunde Zeit. Ole Boisson macht die Fotos.
Beatpunk Webzine (Janette): Ihr kommt grad aus Italien, da läuft es ziemlich gut für euch und ihr seid da schon fast berühmt, oder?!
Pall: Ja, wir arbeiten dran. Wäre nicht schlecht, wenn es in Deutschland auch so liefe. Hier sind Bands wie Calexico ja auch ziemlich groß.
Naja, jetzt wo die Leute das hier auf Beatpunk lesen…
Pall: …wird das natürlich alles verändern!
Ja, das stimmt!
Pall: Wir sind nicht daran interessiert, wie groß oder klein die Magazine und Zeitungen sind, denen wir Interviews geben. Wir sind schon so lange eine Band, haben alles gesehen und schätzen das sehr, sonst wären wir ja schließlich nicht hier.
Beim letzten Album haben wir auch schon eine Promotion-Tour vor der eigentlichen Tour gemacht. So ist das eben. Auch in den Staaten sind einige Orte besser als andere. Mal kommen viele, mal kaum jemand zu einem Konzert. Das ist ja das schöne an Musik, dass sie an ganz verschiedene Plätze gelangt zu den unterschiedlichsten Leuten. Wir hatten ja auch nicht plötzlich Erfolg, es war alles Arbeit und lange unsicher.
Auch heute noch ist es ein ständiges Auf und Ab – in Italien spielst du in einer riesen Oper und in Berlin eben an einem Ort wie dem Wild at Heart…
Ist der Unterschied sehr groß, im Vergleich zu den Tagen von THREE MILE PILOT? Ihr habt früher auf Head Hunter veröffentlicht, jetzt erscheinen Eure Platten auf Touch and Go.
Pall: Oh ja, definitiv! Als Three Mile Pilot gut funktionierte, waren vielleicht zehn Leute bei unseren Konzerten. Heute sind TMP viel bekannter als damals!
Toby: … das ist eigentlich ne super Taktik, lass uns mal eine Weile nicht spielen…!
Pall: Und das ist echt schon komisch, weil jeder irgendwie ständig behauptet, »ey ja, ich war auf dieser TMP Show da und da« und ich antworte, dass dort nur drei Leute waren und ich irgendwie nicht glaube, dass du einer von ihnen warst.
Mit TMP hatten wir schon auch super Konzerte, doch war es viel härter. Wir hatten viel mehr Arbeit, die wir selber erledigen mussten. Deshalb schätzen wir das natürlich umso mehr, dass es heute beispielsweise in Italien so gut läuft. Es ist schon ein gutes Gefühl, an Orten zu spielen, an denen die Technik – also auch der Sound – gut und jeder nett und respektvoll zu dir ist. Das macht sich dann ja auch beim Konzert selbst bemerkbar!
Hat sich auch eure Einstellung zur Musik geändert?
Pall: Als Touch and Go uns anboten, unsere Platte zu veröffentlichen, waren wir ziemlich erfreut! Das erste Demo, das ich jemals jemandem geschickt habe, ging an Touch and Go. 15 Jahre später ruft Corey von TAG an und will unsere Platte rausbringen. Wow!
Seit Three Mile Pilot liebte ich die Scheiben die bei Corey erschienen, seine Ethik und die Bedingungen – 50/50 Aufteilung, keine Verträge, alles dreht sich um die Künstler. Er lässt dich dein Ding machen und stellt das nicht in Frage. Für Toby und mich war klar, dass wir da definitiv unsere Platte rausbringen! Ich kann mir kein besseres Label vorstellen. Corey ist zudem ein verdammt netter und intelligenter Mensch und macht nur Sachen, die zum Wohle der Bands sind. Wenn sie das nicht sind, dann macht er sie einfach nicht.
Ich kenne kein Label, das sonst so gut funktioniert. In diesem Jahr hat er sein 25 jähriges Jubiläum, in der Zwischenzeit haben so viele andere Firmen und Majors versucht, ihn aufzukaufen, aber er hat sie einfach alle angerufen und gesagt, dass er das nicht machen wird und das sie damit aufhören sollen ihn anzurufen!
So ist er eben. Das ist natürlich auch nicht so einfach, weil er jetzt auch keinen Major Distro hat, was zur Folge hat, dass die Künstler mitarbeiten müssen; wir promoten uns selbst, machen diese Pressetour und da braucht es dann auch so Leute wie euch….
Da landet man aber auch schon bei MTV oder bei O.C. California, ich glaube, ihr wart da schon ab und an mal Backgroundmusik?
Pall: Auf MTV Italien waren wir bei Spin! MTV US… no way! Aber NIP/TUCK wollte uns und Animal Planet als Antheme! Das ist schön, da sind Tiere, fette Tiere und die Erde.
Toby: Es gibt da wirklich eine Umstellung, die Leute werden älter, machen andere Jobs. Bands, wie früher Three Mile Pilot hätten nie die Chance gehabt ihre Musik derartig zu platzieren. Heute können wir das durchaus.
Ihr wollt also auch, dass eure Songs bei TV-Serien oder Filmen verwendet werden?
Pall: Ich glaube, wir bevorzugen Filme. Einen Soundtrack zu machen, wäre großartig. Die andere Sache ist, dass das irgendwie gut bezahlt wird und für uns einen relativ geringen Aufwand bedeutet. Die nehmen einfach deine Musik und alles, was du machen musst ist Momi Bescheid zu geben, dass sie Fernsehen schauen soll…
Wir haben selbst auch eine DVD (amore del tropico) mit 14 Videos produziert. Wir waren schon immer sehr am Medium Film interessiert und Bildsprache ist auch in unseren Songs sehr wichtig. Wir machen zudem nicht einfach ein Album mit irgendeinem Artwork, sondern alles passt zusammen, die Songs beziehen sich aufeinander. Wir wollen, dass die Hörer von uns irgendwohin mitgenommen werden. Das Gleiche gilt für die Zeichnungen und Illustrationen, die wir verwenden.
Ist das Artwork demnach genauso essentiell wie die Musik, wenn ihr eine Platte aufnehmt?
Pall: Das Coverartwork ist immer ein großer Spaß für mich, aber es kommt immer erst zum Schluss dran, wenn die Platte fertig ist. Dann erst nehm’ ich die ganzen Gefühle, denn die Story und die Lyrics haben sich in Diskussionen über die Songs und ihre Anordnung weiterentwickelt. Das Artwork bringt dann das alles zusammen. Es ist eine Art Reaktion auf die Musik und beschreibt das gesamte Album. Das Cover ist definitiv etwas, in das ich viel Arbeit und Nachdenken investiere und wiederum viel Feedback von den anderen bekomme.
Und wie wichtig ist die Liebe bzw. ihr Nichtvorhandensein?
Pall: Liebe bringt eben alles zusammen, sie ist etwas, das jeder versteht. Mein Bruder hat mir da mal etwas Tolles erzählt: in einem Gay-Magazin hat er eine Anzeige entdeckt, in der stand: »Weißer Single sucht anderen Mann. Lass uns zusammen abhängen und Black Heart Procession hören« und ich dachte nur: großartig, jeder kann unsere Musik hören und sie für sich interpretieren und es ist völlig egal, wer du bist und wo du herkommst.
Ihr habt ein düsteres Image. Ist das immer ernsthaft melancholisch oder steckt da auch ein wenig Ironie dahinter?
Pall: Es findet sich darin eine Mischung aus Beidem, das kommt auf den jeweiligen Song an. Wenn er im Ansatz traurig ist, dann soll er auch so sein.
Toby: Wir sind aber keine depressiven Leute. Wenn du jeden Abend für eine Stunde diese Stücke spielst, dann hast Du gar keine Zeit mehr depressiv zu sein… haha.
Pall: Das ist eben unsere Art uns auszudrücken. Trauer ist auch nur eine Reaktion auf etwas und wir sind nicht traurig um des Traurigseins willens. Nicht alle unsere Platten sind düster, wir mögen nur einfach diese düstere Bildsprache.
Toby: Viele Leute mögen Trauer nicht. Wir sehen sie eher als eine Art Bewusstsein für diese Sicht auf das Leben, denn es ist nun Mal ein Teil des Lebens. Um menschlich zu wachsen muss man auch Trauer verstehen, um sich der Bedeutung von Glück bewusst sein zu können, oder?!
In den vergangenen drei Alben gab es immer einen Handlungsstrang, wie sieht es mit dem neuen Album »The Spell« aus? Was ist da das dominierende Thema?
Pall: In den dreieinhalb Jahre seit dem letzten Album ist eine Menge in der Welt passiert. Die Idee hinter »The Spell« war, Liebe und Politik miteinander zu verknüpfen. Abhängig davon, wie du die Lyrics interpretierst, sind es Lovesongs oder politische Texte. Darüber haben wir viel diskutiert, doch die Aussage als solche ist immer noch vage und offen. Ich mag es sehr mit doppelten Bedeutungen zu spielen. Wir sind ja keine Politiker. Wir wollen keine Entscheidungen für die Leute treffen, wir können auch nur reagieren.
Toby: Sogar wir interpretieren die Texte von »The Spell« unterschiedlich, ich glaube, dass das ein Merkmal unserer Musik ist, dass sie eben so offen für Interpretationen bleibt.
Was macht Liebe und Politik zu einem Bann (»The Spell«) für euch?
Toby: Naja, du weißt schon, kontrolliert und gefangen zu sein, unfähig sich zu bewegen, sich anzustrengen ohne etwas davon zu haben, mit der Liebe ist es das Gleiche: manchmal fühlt man sich fast hilflos. Also wie unter einem Bann.
Und politisch? Was gibt euch das Gefühl unter einem Bann zu stehen?
Toby: Weltpolitik, besonders wenn um die USA geht. Es ist schrecklich und schwierig wie die Leute über Amerika denken und auch wie hilflos wir uns damit fühlen. Wir kommen hier her und wir sind keine Repräsentanten der Politik unseres Landes, wir sind hier, um Musik zu machen und teilen verschiedene Perspektiven. Manchmal nähern sich die Leute ziemlich negativ an, das ist scheiße in Amerika und jenes ist scheiße… Ja, das wissen wir, aber was sollen wir da jetzt sagen oder machen?! Wir tun das, von dem wir denken, dass es das Richtige in unserem politischen System ist und dann ist es schon komisch, angegriffen zu werden – vielleicht noch von Leuten, die in ihrem Land auch »nur« Musiker sind.
Während der letzten Wahlen kamen echt viele Leute zusammen und wollten was bewegen. Es wird sich wirklich was verändern und ich war sehr positiv gestimmt und dann… what a fuck! Und das meinen wir auch mit »The Spell«, du bist gefangen und naja, was kannst du schon machen.
Du strengst dich an und siehst so viele Leute, die sich kümmern und vernetzen aber dann passiert doch nichts. Ich glaube, Leute, die sich wirklich einen Kopf machen werden einfach keine Politiker. Und das macht es auch wirklich schwer, etwas zu verändern.
Leute, die in die Politik gehen, befassen sich nicht mit den gleichen Dingen wie der Durchschnittsbürger. Sie sagen das zwar, aber als Teil ihrer Propaganda. Dabei geht es immer nur um Macht. Es ist, als hätte man die Wahl zwischen zwei schrecklichen Dingen. Wenn du dich entscheiden musst, nimmst du das, was weniger schrecklich erscheint. Naja, ihr kennt das ja hier genauso wie überall sonst auf der Welt…
Wie gesagt, wir wollen keine super politische Band sein, das ist nicht unser Motiv, aber es gibt eben diese Momente, in denen du denkst, dass es an der Zeit wäre, mal ein bisschen aufzuwachen und etwas zu sagen. Aggressiv wollen wir aber nicht sein.
Es ist ja auch wirklich ein schmaler Grat zwischen politischer Attitüde und platten Peinlichkeiten, ihr macht das also lieber in Form von Untertexten?
Toby: Der Standpunkt der Band ist sehr unterschiedlich, aber wie Pall schon sagte, bei dieser Platte kamen viele Sachen einfach zusammen. Es ist zusätzlich schwierig, weil Musik natürlich eine gute Ausdrucksform für politische Parolen ist und es eine Herausforderung darstellt, nicht von dieser Art Kanal zu profitieren und ihn im Sinne unseres tapferen Glaubens zu nutzen.
Deshalb ist das Album auch so geworden wie es ist, wir versuchen keine Feststellungen zu treffen wir wollen lieber Fragen aufwerfen.
Pall: Viele politische Bands versuchen, Antworten anzubieten. »Das sind unsere Standpunkte und an dieses und jenes glauben wir«. Wir fragen lieber nach dem »Warum« und versuchen keine Antworten zu geben. Wir wollen aber auch nicht darüber diskutieren was wir denken, was falsch oder richtig ist. Wir wollen ja noch nicht einmal darüber diskutieren, was unsere Sicht auf die Dinge denn nun genau ist. Die Hauptsache ist die Tatsache, dass wir uns darüber im Klaren sind.
Es hat lange gedauert, fast vier Jahre bis zu »The Spell«. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?
Pall: In diesen vier Jahren ist viel passiert. Neue Bands sind entstanden, Toby hat geheiratet und ist aus San Diego weggezogen. Ich habe dieses Studio aufgebaut und angefangen viele Bands aufzunehmen. Für die ersten vier Alben sind wir eine Menge getourt und haben Promotion-Arbeit gemacht. Früher oder später mussten wir an den Punkt kommen, einfach eine kleine Pause einzulegen, um ein bisschen zurück zu unserem Leben zu finden.
Toby: Wir haben anderthalb Jahre pausiert und dann wiederum anderthalb Jahre an »The Spell« gearbeitet. Das lief immer im Wochenrhythmus, zwei Wochen aufnehmen, zwei Wochen zu hause bei meiner Familie…
Pall: Eine Sache bei dieser Platte, die mich wirklich hoffen lässt, dass Toby und ich wieder zu dieser Arbeit nur zwischen uns beiden zurückkommen, war der Unterschied, den es macht wenn er so viel weiter wegwohnt. Wann immer wir zusammen arbeiten geschieht dies sehr eng. Wir reden viel und verbringen sehr viel Zeit miteinander, was jedoch echt schwierig bei der Distanz war. Wie gesagt, wir lernen bei jeder Platte und was wir hier gelernt haben ist, dass die Nähe zueinander extrem essentiell für unser kreatives Schaffen ist.
Wie sieht die Band BHP aus, das seid ihr zwei und ein paar eurer Freunde und ihr trefft euch und macht zusammen Musik?
Toby: Am Anfang haben Pall und ich bei Three Mile Pilot gespielt und wir beide hatten Schwierigkeiten mit unseren Beziehungen. Uns ging es mies aber gleichzeitig wollten wir auch etwas Neues anfangen, etwas mit dem wir ausdrücken konnten, was wir wollten. Als wir anfingen, waren wir uns ziemlich schnell einig darüber, dass es genau das sein soll; so soll unser Sprachrohr in die Welt da draußen aussehen. Die erste Platte sollte eigentlich nie veröffentlicht werden, es ging nur darum sie zu machen und plötzlich gingen wir auf Tour und die Leute gaben uns so viel Feedback, dass wir eben noch ein zweites Album in Angriff nahmen. Dabei sollten dann auch einige Freunde von uns mitmachen. Während der ganzen Zeit wurde dann zum Beispiel Joe, unser Drummer oder Matt an der Violine, immer wichtiger für die Musik der letzten zwei Alben.
Pall: Bei »The Spell« war es so angelegt, dass wir die Platte mit anderen zusammen aufnehmen. Nachdem wir solange miteinander auf Tour waren, wollten wir als eine Band auch Songs zusammen schreiben. Die Texte schreiben zwar immer noch Toby und ich, aber sie werden nicht mehr nur nach unseren Vorstellungen umgesetzt. »The Spell« ist definitiv ein Band-Album geworden und sehr auf die Live-Umsetzung ausgelegt. Es ist sehr dunkel und das nächste Album geht vielleicht wieder in eine ganze andere Richtung, vielleicht wieder zurück zu nur uns beiden.
Ist das Arbeiten als Band angenehmer oder war es relaxter als nur ihr beiden die Entscheidungen getroffen habt?
Pall: Wenn wir zwei was zusammen machen ist es immer noch toll; in Italien sind wir zum Beispiel nur zu zweit aufgetreten. Es fühlt sich gut an zu hören, wie sich alles verkleinert und du alles ganz genau hörst, die Emotionen zwischen den Noten spürst. Aber genauso viel Spaß macht es laut zu spielen und zu rocken. Ich glaube wir mögen beides.
Gibt es viel Einfluss von eure Gastmusikern, Jimmy Lavelle (Triztessa und The Album Leaf) oder Mario (Hot Snakes), die ja selbst in ganz unterschiedlichen Musik Genres unterwegs sind?
Toby: Nein, das glaube ich nicht. Vielmehr haben wir einen Sound, den diese Leute verstehen. Pall und ich haben auch immer noch die Kontrolle darüber, wenn Noten sich zu sehr in eine Richtung verschieben, dass es nicht mehr wie BHP klingt.
Ihr macht schon so lange Musik zusammen, es läuft und ist jedes Mal neu, es klingt trotzdem typisch nach Black Heart Procession und ihr sagt ihr müsst nicht viel diskutieren, die Dinge entwickeln sich einfach… da braucht es schon eine gute Freundschaft als Grundlage.
Pall: Wir sind wie Brüder. Wir streiten uns richtig krass und am Ende des Tages lieben wir uns dann wieder. Wir haben auch einfach gelernt, wo die Grenzen des Anderen liegen und es nicht zu weit kommen zu lassen und sich eventuell gegenseitig…umzubringen…
Ah ja…
Werdet ihr zum Songschreiben die gemeinsame Zeit auf Tour nutzen oder könnt ihr euch während dieser Zeit nicht so sehr auf neuere Sachen konzentrieren?
Toby: Eigentlich machen wir das nicht, aber vielleicht sollten wir mal damit anfangen…
Pall: wenn wir einen Tourbus haben…haha…
Du lachst, ihr werdet keinen Tourbus haben?
Pall: Äh…nein…wir sind nicht so groß im Geschäft…
Ich nehme nebenbei Bands auf, sonst habe ich keine weiteren Einkünfte… ich mein mit der Band nehmen wir schon soviel ein, um davon leben zu können, aber was heißt das schon. Es ist nicht extravagant, wir müssen genauso vorsichtig kalkulieren und ja auch wieder in die Band investieren.
Was sind das für Bands, die du in deinem Studio aufnimmst?
Pall: Meistens Freunde oder Leute die mich kennen, eher unbekannte Leute, aber wer weiß. Da wären zum Beispiel Horsestorys (Australien) und Kill me tomorrow (San Diego), Bartenders Bible… wie gesagt, nicht so bekannt. Ich werbe nicht dafür, ich mach das nur mit Leuten die ich kenne, es kommt immer über irgendwelche Connections…
War es denn ein Vorteil ein eigenes Studio zu haben wenn man seine eigene Platte aufnimmt?
Pall: Ja und Nein. Ich glaube, manchmal haben wir die Sache echt unterschätzt. Ich mag es Produzent und Techniker zu sein, aber genauso mag ich es Teil der Band zu sein.
Toby: Ich will das nicht alles verstehen, ich will mich nur auf die Musik konzentrieren, ich kann sagen; das hört sich schlecht an oder das hört sich gut an, ich muss dann nicht wissen, dass es overcompressed oder tendrum ist.
Pall: Desto mehr ich mich mit dem ganzen Kram beschäftigt habe, umso mehr war ich gespannt darauf, wie die Arbeit im Studio aussehen würde. Aber ich habe mit diesem Album auf jeden Fall aber auch gelernt, dass es in Zukunft mehr wie früher laufen muss und ich ein wenig die Hände still halten muss… aber ich glaube nicht, dass ich jemals die Nase voll davon haben werde – ich habe nie Musik studiert, Musik heißt für mich, Bilder und Emotionen zu kreieren und dieser ganze Recording-Prozess hat mir noch ein bisschen mehr geholfen, zu verstehen wie eben solche Dinge entstehen, wie Instrumente benutzt werden können um dieses und jenes zu erzeugen.
Es gibt ja Gerüchte, dass es demnächst auch wieder ein Three Mile Pilot Album geben soll, ist da was dran?
Pall: Wir haben damit angefangen kurz bevor wir losgefahren sind. Einige Dinge sind aufgenommen und es existieren einige Ideen, aber es wird nicht vor dem nächsten Jahr fertig werden…
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