Die Synagoge in Worms wurde in der Nacht auf Montag angezündet. Die Angreifer legten an verschiedenen Stellen Feuer und warfen einen Molotowcocktail ins Innere des Gebetshauses. Die Synagoge wurde im 11. Jahrhundert errichtet und in der Pogromnacht vom 9. November 1938 zerstört. Innerhalb von drei Jahren wurde sie wieder aufgebaut und 1961 geweiht. In der Nacht zum 17. Mai 2010 legten bisher Unbekannte in dem Gebäude Feuer und hinterliessen in Tatortnähe mehrere Exemplare eines Bekennerschreibens. Darin wird gedroht: »Sobald ihr nicht den Palästinenser Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe.« Die deutsche Presse hat bisher den antisemitischen Neusprech noch nicht gelernt – Zweifel werden angemeldet, ob das Schreiben etwas mit dem Brandanschlag zu tun habe (siehe: Rheinische Post, Stern, Focus, Spiegel, SWR). Benjamin Weinthal benennt in der Jerusalem Post mit Verweis auf Levi Salomon (JFDA) immerhin drei mögliche Tätergruppen: Linke, Islamisten oder Neonazis. Während die ersten den Boden bereitet haben und Antizionismus als politische Meinung und – wie man durch die deutschen Reaktionen sehen kann – allgemein akzeptierte Meinung des sich kritisch dünkenden Teils der Deutschen etabliert hatten, sind es nun die Aktivisten, die wahlweise den Jihad oder die nationale Befreiung in die Hand nehmen. Während auch die US-amerikanische Botschaft den Anschlag verurteilt, stellte die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch fest, dass der Anschlag in der deutschen Medienlandschaft nur eine Randnotiz war. An der Seite der Juden – seien sie badisch, thüringisch oder schleswig-holsteintinisch – steht in Deutschland kaum einer – auch nicht die Linke.
1 Kommentar zu diesem BeitragAuch was zu sagen?
Auch mal das Maul aufreissen?




naldo
20.05.2010
ja, »die linken« interessieren sich nicht dafür, wenn versucht wird, eine synagoge anzuzünden – vielleicht waren sie es ja auch selbst? so schlimm das ganze ist, ich finde, du legst es dir etwas zurecht.