England gilt als eine der Brutstätten für Jugendsubkulturen. Von der Insel aus schwappte die Welle von Rockern, Teds, Mods, Punks, Skins auf den europäischen Kontinent wie auch Nordamerika. Binnen weniger Jahre verallgemeinerten sich die meist jugendlichen Refrenzsysteme global: jeder konnte und kann dazugehören, wenn nur das Outfit stimmt.
Beim geschätzten Hate-Mag ist der Dokumentarfilm »Mods. Alles eine Frage des Stils« von Torsten Jeß verlinkt, der die Hamburger Mod-Szene Mitte der 80er porträtiert. Die üblicherweise stilsichere Angestelltensubkultur kann man in dem Film 45 Minuten lang beim einkaufen, Roller fahren, feiern und Quatsch erzählen bestaunen. Gleichzeitig ahnt man aber, dass sich die »appearance« der 1960er nicht einfach wiederholen oder beliebig transponieren lässt. Denn: »Das Seebad Travemünde ist eben nicht Brighton«.
Die Dokumentation ist aber noch aus einem anderen Grund interessant. Sie vermittelt eine Ahnung davon, wie stark Jugendkulturen damals über Bandenstrukturen, Zugehörigkeiten und gewaltsame Abgrenzungsauseinandersetzungen funktioniert haben. Da freut man sich doch etwas über die schöne Popmoderne: heute sind sich wenigstens alle egal.



