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Freiheit für Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alyokhin

Mit der Religion ist das so eine Sache: mühseelig adressiert man in Gebeten seine Wünsche an die überirdischen Instanzen. Gehen die Gebete zufällig in Erfüllung wäre der Gottesbeweis erbracht. Bleibt die Einlösung aus, dann hat man nur nicht aufopferungsvoll genug gebetet, sich nicht diszipliniert oder unterwürfig genug dem Herrn im Himmel präsentiert. Religion ist eben eine widerspruchsfreie Veranstaltung.

Die feministische Moskauer Punk Band Pussy Riot dürfte aber weder an den Herrn im Himmel, noch an die Einlösung von Gebeten glauben. Nicht mal der eigenen. Nichts desto trotz formulierten die Künstlerinnen bei einer Performance vor einigen Wochen in einer Moskauer Kirche die Bitte an Gott, Russland doch endlich von Putin zu befreien. Dass all der religiöse Eifer umsonst war, wird wissen, wer in den letzten Tagen die Zeitung aufgeschlagen hat. Wladimir Putin sitzt nach einer lupenreinen Ämter-Rocharde erneut und zwar für die nächsten sechs Jahre als russischer Präsident im Sattel.

Gegen das abgefuckte und gänzlich undemokratische Putin-Medwedew-Regime spielt Pussy Riot schon seit längerem an. Zum Beispiel mit einem nicht-genehmigten Konzert auf dem Roten Platz, bei dem in einem Stück auch die schöne Punchline »Revolt in Russia! Charisma of protest!/Revolt in Russia! Putin pissed himself!/Revolt in Russia! We exist!/Revolt in Russia! Riot! Riot!« aufgeführt wurde.

Mit dem Stoßgebet gegen Putin hat es die Band nach Ansicht der russischen Behörden nun aber zu weit getrieben. Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alyokhin sitzen seit dem 03. März 2012 wegen der Performance in Haft und befinden sich momentan im Hungerstreik. Ihnen wird die Beteiligung an Aktionen von Pussy Riot vorgeworfen. Weitere Infos auf Spiegel Online oder im Guardian. Auch wenn der zivilgesellschaftliche und sogar der klerikale Protest gegen die Inhaftierung der beiden Frauen in Russland langsam Fahrt aufnimmt, bleibt es dennoch wichtig, international für die Beiden Druck zu machen. Auf einer Facebook-Seite findet ihr deshalb den dringenden Aufruf zum Protest! Up with the Punks!

1 Kommentar zu diesem BeitragAuch was zu sagen?
  1. Danke für die Aufklärung, beatpunk! Drüben bei den Russen gibt es also so etwas wie Strafen für Landfriedensbruch? Wie skandalös undemokratisch! Hier ist es noch nicht so weit, zum Glück!

    Die beiden Frauen werden sich bestimmt riesig freuen, dass ihr und diese schlauen Facebookaktionäre implizieren, die beiden wären Teil von Pussy Riot. Ich kann mir echt nicht erklären warum die das bisher dummerweise verneinen! Wie un-punk von denen, aber immerhin können wir Solidaritätsbolzen da alles richtig stellen!

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