Von Janette
Ampl:tude sind vier Jungs, die einem nach Anhören ihres neuen Werkes unweigerlich das Gefühl vermitteln, das ganze Musikbusiness nicht so erst zu nehmen. Einfach nur aus Spaß Platten aufnehmen und auf Tour gehen. Eine Herangehensweise, die einem grade in Berlin nicht all zu oft begegnet. Wer’s nicht glaubt muss sich einfach in irgendeinem Club an die Bar stellen und den Gesprächen lauschen…
Ampl:tude sind Leichtigkeit und Verspieltheit auf CD gebrannt. Mit Piano, Keyboard, MS20 und den Rechnergeräuschen kommt die Scheibe rein instrumentell daher. Gedreht und Geschraubt wird, was das Zeug hält. Klar muss ja auch jeder was zu tun haben! »Der Igel an der Orgel« ist quirlig und aufgedreht, so wie mindestens eins der Bandmitglieder nach zuviel Mateerfrischungsgetränk. Gern auch albern und infantil.
In den Stücken wird immer wieder mit dem Dancefloor, den großen Beats der erwachsenen Elektro‑ oder Housewelt geliebäugelt. Mit fetten Beats und Breaks geflirtet und auch mal kurzer Blickkontakt mit dem Mann aus der Disko aufgenommen. Aber sobald die Sache ernst werden könnte, wird sich zurückgezogen, wird wieder krach gemacht, ein Loop in die Arena geschmissen oder eine schrille Melodie in die Stylergesichter, zur Bar geworfen. »Bloss nie erwachsen werden!« scheint die ganze Zeit jemand in die Ohren der vier Berliner zu flüstern. Und es funktioniert.
»Der Igel an der Orgel« ist ein überraschendes und vielseitiges Werk, schwer einzuordnen in die gängigen Rubriken. Vielseitiger und Spannender als der C64-Sound so mancher Game-Boy-Musiker. Ein bisschen Pop, ein bisschen Hip Hop, ein Löffel House, zwei Stangen Elektro und zum Schluss noch eine große Tüte Spaß.
Da reicht es auch schon, sich die Trackliste durchzulesen. Songs die sind, wie sie heißen: »Eine Medaille hat immer mindestens zwei Seiten« oder aber »Das gute alte Gedöns«. Wo die Reise hingeht weiß niemand, die Frage wird aber auch nicht gestellt. Musik soll Spaß machen und das Ziel wird auf jeden Fall erreicht.
»Darin ist er der Größte« avanciert zu meinem Lieblingstrack. Denn da haben sie mal die Ruhe weg. Fast notwistmäßig plätschert das Stück hin und trifft auf schöne Klavier‑ und Gitarrenmelodien. Um ja keine Ernsthaftigkeit aufkommen zulassen folgt dem Song ein Hiddentrack, der dann alles wieder umwälzt und dich sofort wieder zurück auf den Boden des Kindergartens holt. Aber da ist es ja auch gemütlich…
XHTML: Du kannst die folgenden Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Keine Kommentare
Zum Kommentar - Formular | Kommentare als RSS-Feed [?] | trackback uri [?]