Von Cathy
Vorwort für alle Schubladen Fetischisten: Dies ist eine kreative Rezension über eine Band die (Schublade auf) Emotional Punkrock mit Grunzattitüden fabriziert. Und los geht’s:
Hallo? Ich bekomme also diese Zuckertüte, in der sich Zettel, Stifte und die CD von Ashes of Pompeii befindet, das ganze ist mit weißen Schmetterlingen und glitzernden Pferdchenaufklebern verziert, und ich frage mich ob das eine tiefere Bedeutung hat. Wenn ja, dann schnapp ich mir lieber gleich mein Handtuch…
Ich ordne die der Zuckertüte einverleibten Dinge in logischer Reihenfolge: CD in den Player geschoben. Dann vor Schreck der ersten hoppelnden Drums zur Beruhigung kleine Vögel aus Papier gebastelt. Auf den Rest schrieb ich, nach den ersten musikalischen Verlautbarungen, voll neidisch: wahrscheinlich Gesangsunterricht gehabt. Zumindest legt das das hohe Stimmchen des Gesangstrio nahe, der mit den ebenso tollen Akkorden konkurriert. Die sich materialisierte Akustik perlt durch den Raum, dass ich beinah davon erschlagen werde. Überhaupt versucht man den lyrischen Worten zu lauschen, taucht man in schimmernde Tiefen des Seins und Nicht‑ Seins. Eigentlich bewegt sich der Hörer die ganze Zeit in einem Zwischenraum. So etwa, als würde man gerade im Übergang zum Weltall in einer dieser tollen Erdatmosphären befinden und nicht mehr richtig wissen wie das Alphabet geht. Im Eröffnungsliedchen »whitebutterfliespaytribute« brennt dann auch schon ein musikalisches Feuerwerk, mit allem was dazu gehört: tolle sich im Himmel ergießende vocals, unterlegt mit schnellen scheppernden aber auch grazilsten Gitarrenriffs. Und wenn man genau lauscht, hört man eventuell die weißen Schmetterlinge gen Himmel entsendet.
Vielleicht die Suche nach dem absoluten Moment, des Zaubers der Jetzt-Momente, der Poesie des Lebens. Eine verzweifeltes, aber dennoch märchenhaftes Suchen und Finden des eigenen Soundtracks. In »Tokeepalive« schichten sich dagegen, die leicht angeraute, und gleichzeitig herzerweichende Stimme des Einen mit dem auditive Gegenpart der zwei verzweifelt Raunzenden. And I feel satisfied!
Toll, denke ich als das nächste Lied »motionpicturemoods« wie ein Jaguar-Motor sofort anspringt und sanft davon rollt, in die Tiefen der bewegten Bilder. Da setzten auch schon die von Mollakkorden zersetzten Stimmbänder zu erneutem Spektakel der Gefühle an. You are the actor! Diese Komposition wechselt zwischen Tempo Schnellfahrtstraße (humpeldipumpel) und Strandpromenade (smooth). Dazu neigen sich die Palmen wehmütig im Sonnenuntergang und alles ist schön und …sind wir hier in Hollywood? Ich schnipse mir gegen’s Ohr! Hier geht es schließlich um den eigenen Film, den eigenen Soundtrack im Leben: »And I´m the actor, I don´t wanna play supporting roles«.
Nach den ersten orgiastischen Breitwandexplosionen im Herzen und im Ohr, die Gefühle sind gerade so richtig oben auf dem Verzweiflung‑ kann‑ so‑ schön‑ sein‑ Barometer und das Blut rauscht in den Ohren, da ist plötzlich alles vorbei. Nichts mehr, Stillstand! Verwirrt sehe ich auf die Digitalanzeige und stelle fest: STOP. Das heißt soviel wie: S-T-O-P. Fünf Lieder, ohne geheimen Track, der noch mal 30 Minuten Hörerlebnis draufschlägt. Ich denke mir famose Gründe dafür aus. Ich sehe aufs Pappcover: 4 Boys, alle scheinbare Zwanziger, wahrscheinlich Studenten, daher vielleicht Geldnot. Oder Anfüttern für´s nächste Album.
Jedenfalls, bemerke ich am Ende dieser musikalischen Überzeugung das etwas ganz dolles aus der großen Wundertüte fehlt: ein großes Transpi und rosa Farbe, mit der ich mich aufs nächste Ashes of Pompei Konzert vorbereiten kann. Ich bin voll in der Groupie Sause gelandet, und daran schuld ist nur die Performance, genau! Aber Technik sei dank: da gibt es immer noch eine Taste die sowieso King unter allen Tasten auf der Fernbedienung ist: die Repeattaste. Und so geht die Sonne auf und der Repeatmarathon zu Ende.
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