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Atreyu »A Deathgrip On Yesterday«

Von Ulrike

»Die Amis legen mit »A Deathgrip on Yesterday« die Messlatte im Metalcore/Emo/Postcore/Screamo (Lieblingsschublade bitte ankreuzen) für 2006 VERDAMMT hoch.«

Ohne sie zu kennen, dachte ich, wäre eine dieser vielen neuen Bands, die auf dicke Hose machen und doch alle gleich klingen. Aber dies scheint nicht ganz zu stimmen. Denn bringen dieses Jahr bereits ihr drittes Album heraus, das auf dem Label Records erscheint und können auch sonst auf viele andere Veröffentlichungen zurückblicken.

Die Band besteht nun seit bald zehn Jahren und sie scheinen sich während ihrer unzähligen Touren durch die halbe Welt bei sehr vielen Fans einen Stein ins Brett gespielt zu haben. Das geht sogar so weit, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, damit selbst bei Wikipedia ein Eintrag über zu finden ist.

In den USA sind sie bereits erfolgreich und haben sich einen Namen gemacht. In Europa scheint das noch nicht ganz zu klappen aber wenn ihre Erfolgskurve weiter so ansteigt, werden sie wohl auch hier den Durchbruch schaffen.

Die Band kann ganz klar in die Kategorie Emocore mit Metalanschlag gepackt werden, auch wenn sie es einem beim Hören der Musik manchmal nicht ganz einfach macht und die Entscheidung schwer fällt. Die Lieder auf der Platte »A Deathgrip on Yesterday« sind sehr abwechslungsreich und überraschen immer wieder von Track zu Track. Von sehr schnellem, klassischen Hardcore wird zu emotionalen Stücken gewechselt und wieder zurück. Die Band trifft diese Kombinationen auch sehr gut mit der Wahl von zwei Sängern, wobei der eine sogar gleichzeitig Schlagzeug spielt. Respekt. Der Doppelgesang passt zum Gesamtwerk und es wechseln sich Metalgegrunze mit echtem Gesang ab. Manchmal wirkt es fast, als ob die Jungs sich nicht entscheiden könnten.

Und oft sind die Texte so schnell, dass der Übergang zum HipHop nicht mehr weit ist. Das Schlagzeug findet man immer an der Spitze, es treibt die Musik voran und die anderen Instrumente hinterher. Die Texte sind bei der Platte leider nicht dabei, aber nach den älteren Alben zu urteilen, werden sie durch die konventionellen Themen des Metal bedient: Schmerz, Leid, Hoffnung, Blut, viel Blut, Tot, Enttäuschung. Durchweg gefühlsbetont und traurig. Um das Klischee perfekt zu machen, scheuen sie auch vor experimentellen Methoden nicht zurück. Piano und Violine sind in einigen Stücken zu finden: »Passionate melodic heavy metal hardcore« eben. Leider stehen sie in diese Szene nicht alleine da und fragt sich, inwieweit Emocoremetal ausbaufähig ist, ohne sich zu wiederholen und ohne sich selbst zu langweilen. Wenn man aber auf dieses Genre steht, sind hingegen wohl nicht die schlechteste Wahl.


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