Von Claudia
Martin Dosh, einigen vielleicht bekannt als Drummer und Pianist von Fog (Ninja Tune), hat jetzt sein erstes instrumentales Soloalbum herausgebracht. Zuvor waren aber etliche Stunden im Keller seines Hauses angesagt. Darin befanden sich unzählige Musikinstrumente, alte Samples, Effektmaschinen, Aufnahmen verschiedenster Breakbeats und Pianoriffs und das Bastelgenie höchst persönlich.
Daraus entstanden ist ein sehr feiner Mix, der es schafft ein umfangreiches Soundspektrum abzudecken, ohne dabei seine Ästhetik zu verlieren. Vielmehr fühlt man sich durch die Stücke geschoben, die auch nach mehrmaligen Hören keinen Überdruss aufkommen lassen. Immer wieder entdeckt man Alltagsgeräusche, Beats aus jedem Genre, bekannte und unbekannte Songfetzen und unidentifizierbares Hintergrundgemunkel .All das uvm. agiert in übereinander gelegten Klangschichten, die mit feinem Gespür aufeinander abgestimmt wurden. Homerecording heißt das Zauberwort, das der ganzen Scheibe eine ordentliche Portion Ehrlichkeit verleiht. Dosh selbst sagt darüber: »In the mixing, I already knew what parts I didn’t want in there and what parts I’d edit out. I’ll put a drum part. I’ll put an extra keyboard part. I don’t always keep it all, but if it’s really good, then I’ll work around that part and make that be the songs. The songs sort of compose themselves as I’m recording.â€?.
Die Platte erschien beim Label Anticon, das sich selbst als Label der Bewegung versteht, d.h. interessante und vielseitige Musik aus Nordamerika. Nur Schade, das Minneapolis nicht um die Ecke liegt und ein Liveerlebnis wohl eher unwahrscheinlich bleibt. Na ja, man kann wohl nicht alles haben. Aber das was man haben kann, ist Ohrenschmaus aus der Heimanlage und zwar vom Feinsten!
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