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Faraday »The Dying Art Of Composure«

Von Abel vB

More than music. Was soll das denn? Mehr? Vielleicht mehr als ein Musikstil. Dann sind auch »more than music«. Denn hier fügen sich wunderschön verschiedene Stile ineinander. In den good old 90’s nannte man das wohl Crossover und wurde propagiert durch Bands wie Kriss Kross oder (für die politischen unter uns) Rage Against The Machine, die geradezu revolutionär harten Sprechgesang mit dem Drive von Tom Morellos unzüchtigen Gitarreneskapaden vermengten. Mittlerweile hat sich ja eh alles verändert und aus Crossover sind, einem Stammbaum gleich, unzählige Wortneuschöpfungen gewachsen.

Ich ordne die neue Veröffentlichung von einfach mal meinem Lieblingswortspiel Screamo zu, muss dazu allerdings sagen, dass die Betonung auf Emo liegt und auch ein Touch Indie mit vibriert.

Der erste Song von »The Dying Art Of Composure« ist direkt ein wahrer Ear-Catcher. Auf 6 Minuten Länge arbeitet man sich unter Mithilfe von epischen Gitarrenwänden und dezentem Schlagzeug zu dem Satz »i owe you a lifetime« vor, der – mal gesprochen, mal gesungen – dann auch wirklich knackt.

Die Größe von liegt in dieser bestimmten Art zu singen, Emotionen auszusprechen. Zurückgehaltene Verzweiflung zieht sich durch die Stimme von Sänger Till und wird gebrochen durch euphorische Gitarren die noch lauter schreien »Das wird schon noch!«

Ihr Talent einnehmende Songs zu schreiben zeigen die 5 Freunde auch in dem Song »What a Great Force, What a Great City«. Akustisch beginnend möchte man glauben, die ruhige Indiekante schlägt durch, man ignoriert das grummeln unter der Oberfläche und lässt sich mitnehmen. Bis das Gekreische wieder losgeht. Aber gut, wirklich. Ich hätte nicht gedacht, das mal zu schreiben: aber man muss wohl sagen, die große Stärke von liegt im sicheren Beherrschen der Instrumente.

Alles macht Sinn, ist aufeinander abgestimmt ohne vorhersehbar zu werden. Die Gitarren leisten beachtenswerte Meldodiearbeit, die mit einem intelligenten Schlagzeugspiel kombiniert wird. Auch die Synthie-Streicher wirken nicht deplatziert, sonder eher wie der Zuckerguss auf der Torte. Alles in allem eine Platte die man sich sehr gut anhören kann. Sehr gut! Am besten einfach mal anhören.


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