Navigation

Fehlfarben »Knietief im Dispo«

Von Sebastian

Es gibt bestimmt nichts traurigeres und sinnloseres als Reunions. Gerade bei Bands, die wirklich einmal gut waren. Was bei den Sex Pistols schon unheimlich nervte, wird auch nicht dadurch besser, dass hier die einst göttlichen in Rechnung stehen. nebst Mitmusikanten wollten es aber noch mal wissen. Wieso auch nicht? Warum sie dafür aber ausgerechnet wieder als die Studios und Bühnen betraten, erschließt sich mir nicht. Ihr Album »Monarchie und Alltag« von 1980 ist unerreicht. Nach Songs wie »Grauschleier« und »Militürk«, den übrigens International Pony auf ihrem Konzert in Leipzig zum Besten gaben, sollte eine Band nicht versuchen an die eigene verblichene Genialität anzuknüpfen.

Das tun glücklicherweise nicht. Sie klingen halt anders. Es ist nicht die Intensität der Musik, die Dichte und Ungehobeltheit eines energisch-coolen Punkrocks, sondern Peter Heins Texte, die absolut die Oberhand gewinnen. So verwundert es nicht, dass sich eine Reihe reiner Sprechstücke auf dem Album befinden, in denen Hein zu einem musikalischen Teppich munter drauf los erzählt über »rheinische Schläfer« und »tote(n) Socke(n) im Mund« bzw. Schamhaare. Es ist der Soundtrack einer gealterten Band, die kein Publikum hat, das sie haben will. Eine unfreundlich, kantige Platte, die aber leider musikalisch ebenso langweilt, wie sie vermeintlich gesellschaftskritisch daherschwätzt. Das was an so gerühmt wird, ihr engagierter Duktus, erscheint bei der Lektüre ihrer Texte in einem anderen Licht. »Türme gefällt/Börse entkernt/Eine schönere Welt, alles so weit entfernt.« aus dem Song »Die Internationale« hätte wohl richtigerweise die antisemitische Internationale heißen sollen. Waren es nicht Mohammed Atta und seine islamistischen Mordkumpanen, die wie Hein wussten, dass »kein Flugzeug (…) immer fliegen« kann (aus dem Song Rhein in Flammen)?


Artikel: versenden versenden   Drucken Drucken

Technorati Del.icio.us Digg Yigg Mr.Wong Webnews Netselektor Blogmarks Linkarena Newsvine 

Es wurde noch kein Kommentar abgegeben.

Reiss die Fresse auf:

XHTML: Du kannst die folgenden Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>




Schubladen
Surftipps
  • Communique1
  • Kittkritik
  • Found Magazine