From Monument To Masses »On Little Known Frequencies«

Von Chris

Was bleibt bloß zu tun, wenn der subjektive Faktor bei Plattenbesprechungen wieder einmal einen Strich durch die Rechnung macht? Wenn die musikalische Begleiterscheinung viel zu gut ist, letzten Endes aber der Inhalt die Musik macht? Oder andersherum: wenn der Habitus einer Band, und sei es der politische, sympathischer ist, als das, was mit den Instrumenten angestellt wird? Es ist eine Zwickmühle, die sich dem Rezensierenden nur allzu oft in solchen Fällen aufdrängt. Man würde eigentlich gerne einen Verriß aller erster Güte schreiben, weil es bei Plattenbesprechungen, wer es ernst und ehrlich meint, immer um subjektives Hörempfinden und den Blick auf das Gesamtpaket geht, dabei aber vor dem Problem steht, dass eben dieses Gesamtpaket auch positive, manchmal sogar sehr gute Seiten bereithält, die es einem umso schwerer machen. In etwa ist es das, was das Besprechen des vorliegenden neuen Outputs von From Monument To Masses für mich zumindest etwas trübt.

Man könnte seitenweise Abgesänge über die Qualitäten dieser Band schreiben – und würde diesem musikalischen Vermögen keineswegs gerecht werden. Auch auf der neue Platte »On little known frequencies« bleiben sie sich und ihrem epischen Postrock derart treu, dass man sich fast schon fragen muss, wie lange man für auch nur einen Song dieser Kategorie eigentlich im Proberaum zu verbleiben hat, um nur annähernd solches Songwriting umsetzen zu können. Nur zwei Songs bleiben – und das auch nur knapp – unter fünf Minuten, der Rest schwebt in schier zeitlosen Kategorien. Die Samples und der Ideenreichtum zeugen von altbewährter Detailversessenheit – mit dem Unterschied zu früher, dass From Monument To Masses noch druckvoller wirken, reifer geworden sind – und dabei trotz der Frickeleien eine ganz angenehme Ruhe versprühen.

Umso trauriger ist es, dass über all den genannten Vorzügen der Schatten politischer Binsenweisheiten schwebt. Nach all dem, wie man von From Monument To Masses bisher kennen lernen durfte und aus den auch dieses mal wieder hauptsächlich politisch zu verstehenden Samples heraus hören kann, ist es durchaus schwierig die Platte demnach genauso positiv zu besprechen, wie es einem mit dem bloßen Blick auf die Musik fallen würde. Der latente Antizionismus, der schon in älteren Reviews angesprochen wurde, die einfachen Welterklärungsmuster, die vorgeben unglaublich reflektiert zu sein, aber die Komplexität des modernen Kapitalismus nicht begreifen, stellen auch auf »On little known frequencies« wieder das Begleitwerk zum Instrumentalsound und es bleibt, wie schon zuvor, ein fader Beigeschmack zurück.

Wie eingangs bereits geschrieben: das Dilemma bleibt ungelöst.


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