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Fuck U Is My Name »Stay Gold, Falconass«

Von Janette

»Mama! Ich bin auf einem CD Cover!« Wer vor etwa einem Jahr zehn Euro über hatte, konnte ein beliebiges Foto zu den Herren von Fuck You Is My Name schicken. Das Foto landete auf dem Albumcover zum Debüt »Stay Gold, Falconass«. Das ist ein Deal! Album finanziert und diverse schicke Hackfressen auf der Platte.

Beim ersten Anhören fand ich das Ding zugegeben recht langweilig. Kaum Struktur, Orgel-Nerv und eine Gesangsstimme, die mir recht schnell auf die Nerven ging. Jeder hat mal einen schlechten Tag…

Ich hab mir dann die Texte durchgelesen und die fand ich sofort toll. Wer die geschrieben hat, hat eine Menge zu sagen. Keine langweiligen »Erzähler = Opfer«-Perspektiven, keine eindimensionalen Songstories. Also zweiter Versuch und die Platte noch mal angehört. Und jetzt, na jetzt liebe ich sie.

Nach der fulminanten »Catelbow«-7“ haben die Trierer die Standards recht hoch angesetzt, eine ganze Zeit ist nicht viel passiert. Beim Trainspotting Fest in Schweinfurt habe ich sie dann auch noch live gesehen und jetzt muss ich das hier abfeiern.

Also nun zum »goldenen Falkenarsch« (whatever that means): wie gesagt, die Sache läuft recht holprig ab, kaum eine Melodie überlebt länger als 20 Sekunden. Dann kommt ein Bruch. Textzeilen werden meist ganz mantramässig wiederholt. Sänger Roland schafft es dabei, seine Stimme unglaublich hoch zu pitchen. Das Keyboard macht die Sache dann rund. Die Gitarren sind ziemlich noisig und krachen mit der Orgel ordentlich rum. Die ganze Schose hat trotz der vielen Brüche sehr viel Drive und geht extrem nach vorne.

Live war das auf jeden Fall ein Fest. In Trier wird Entertainment scheinbar noch groß geschrieben, deshalb gab es nicht nur musikalische Darbietungen. Ich erwähne an dieser Stelle nur »den große Diet Coke vs. Mentos Test« (wer jetzt nicht Bescheid weiß, soll einfach mal auf dem weißen Teppich der Schwiegereltern einen Mentos Drops in eine Flasche Cola Light geben). Das Bedürfnis nach Unterhaltung macht sich auch auf dem ganzen Album bemerkbar. Die Herren wirken echt unbeschwert.

Trotz der teilweise ernsten Texte ist die musikalische Umsetzung stets verspielt und zugegeben ein bisschen überdreht. Das wirkt frisch und losgelöst von all den Hardcore/Noise-Conventionen. Es gibt Diskoparts und im nächsten Moment kommt da wieder ein punkiges Gitarrenriff um die Ecke.

Eine tolle Platte, die glaube ich länger als einen Monat in meiner persönlichen Playlist bleibt. Auch sehr zu empfehlen ist die Bandhomepage, neben einigen Songs gibt’s auch was auf die Augen. Also kaufen das Ding!


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