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Lickgoldensky »s/t«

Von Dennis

»I guess there always has to be some sort of drama in this band.« (Jamie Getz, guitarist)

Ich sag´s mal gleich, ein Megaalbum, das hier. Es handelt sich durchaus um Hardcore – um viel mehr eigentlich – aber in einer der verzerrtesten Formen. Mit Strukturen die aus dem Rahmen fallen, ohne dass du es merkst. bewegen sich hin und her zwischen verspielten Gitarrenchaos, dicken Beats und dem NewSchool-Prügel der Marke Turmoil, aus denen LGS hervor gegangen sind. Besonders der Gitarrensound spricht da die gleiche Sprache, wenn auch mit Akzent. Völlig gleichberechtigt lagern dazu verschiedene Stimmen über den Kompositionen. Es scheint, dass manchmal nur Sänger Alexander genau weiß, wie ein Song aus der angeordneten Konfusion wieder zurück in den Bereich der Zugänglichkeit geholt werden kann. Denn leicht zu konsumieren ist die Musik anfangs nicht. Alles ist auf die höchstmögliche Intensität ausgesteuert, total produktiv und ohne Rücksicht auf Konventionalität. Nichts wird unnötig wiederholt, keine Idee überstrapaziert. Die Präsentation des jeweiligen Liedes bleibt stets im Vordergrund und wird schonungslos auf den Höhepunkt getrieben. Ob es beim Einspielen im Studio Verletzte gegeben hat, ist nicht überliefert.

Die elf Tracks auf diesem Album kommen ohne Namen aus, haben dafür aber um so mehr Aussage. Die wenigen Textbausteine, die das CD-Artwork parat hält, sind nur ein weiterer Beweis für die Ungewöhnlichkeit dieser Band, verraten aber nicht deren Ursprung. Quasi maskiert lassen die drei Akteure nur ihre Lieder (und manchmal seltsame elektronische Intros) für sich sprechen, und das musikalisch in jeder Hinsicht kompromisslos.

Diese Platte ist so romantisch und unbequem wie ein Vulkanausbruch. Denn zwischen grober Gewalt und zerreißenden Trümmern fließen aus jedem Spalt glühende Melodien, die – mehrmaliges Hören vorausgesetzt – schließlich die Definitionsmacht über die Lieder erlangen und aus diesem beeindruckenden Album ein andauerndes Erlebnis machen.

Nun. Wie auf der Homepage gemeldet, haben die Mitglieder beschlossen aufzulösen! Die letzten Worte sind dann auch die bandeigenen:
»Well everyone, we made it. Eric and I had a blast on this past tour. It put a load of things back into perspective for us. I also want to thank everyone for being ultra cool about the LGS break up, letting us finish out the shows, etc. We really do appreciate it. I also want to thank everyone who bought a shirt, record, or just helped us out in any way. It sucks that the band broke up because more people seem interested in LGS now, more than they ever did. Yeah well right?[…] Don’t expect LGS part 2, don’t expect anything at all! Just expect it to be fun.«


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