Von Chris
Limbeck sind Pop, musikalisch, wie auch gesellschaftlich. Seit dem ersten Moment war das klar. Cover, Aufmachung und die Pics der 4 jungen Herren aus San Juan Capistrano, CA sprechen da für sich, und so befürchtete ich schon das berühmte easy listening im negativen Sinne: Kein Schmackes, schlechte Hooklines und weinerliches Selbstmitleid.
Doch Limbeck belehren mich eines besseren und zeigen wieder einmal, dass man nicht immer alles über einen Kamm scheren sollte. Limbeck sind bei weitem nicht belanglos. Sie sind zwar melancholisch, trendy und passen damit ganz gut in die Riege der neuen Emo-Pop-Bands, aber haben irgendwie das gewisse Etwas, das sie im Gegensatz zu den anderen Retorten-Bands sympathisch macht. Liegt es vielleicht an der Country-Gitarre, die an die tollen Weakerthans, an der Unbeschwertheit, die an die Get Up Kids oder an der Abgezocktheit, die an Jets To Brazil erinnert? Ich weiß es nicht, und ehrlich gesagt will ich das auch gar nicht wissen. Und so schaffen es Limbeck auf ihre Art und Weise eine herrlich unbefleckte Version der eben genannten Helden an den Start zu bringen, die durchaus für die gut 40 minütige Spielzeit des Albums ein wahrhaft täuschend echtes Gefühl vom Sommer der ersten Liebe und gebrochenen Herzen versprüht.
Beinahe wahnsinnig überzeugend singen sich die US-Amerikaner bestimmt nicht nur in die Herzen der College-Girls ihrer Heimatstadt, scheint doch auch meines durchaus angetan von der Musik Limbecks zu sein. Sanfte Melodien mit schöner kraftvoller Stimme und nicht zu softem Sound dröhnen aus den Boxen und ich muss mir vorstellen, wie ich gerade mit meiner Klischee-College-Jacke und Chucks über den Campus schlendere, den Soundtrack von Limbeck im Hintergrund höre und in Gedanken an verflossene Beziehungen, gekappte Freundschaften und neuer Liebschaften schwelge.
Die 4 Jungspunde erfinden das Genre des Emo-Indie-Pop zwar nicht neu, sind trotz der unbestrittenen Einflüsse bestimmter Bands schon noch ein paar Meilen von ihren wahrscheinlichen Vorbildern entfernt und great ist nicht unbedingt everything, doch auch klauen will gelernt sein. Und wenn das auch noch so gut von statten geht, wie auf „Hi, everything´ s great“, dann will ich nicht meckern. Gut Ding will schließlich Weile haben und wenn Limbeck da weiter machen, wo sie aufhören, dann sind sie auf einem guten Weg. Meinen Segen haben sie jedenfalls.
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