Beatpunk Webzine

Ludger »Auf Eis«

Wenn mir der Sinn nach großer Geste stehen würde, müsste ich jetzt wohl behaupten, Deutschpunk sei zurück, auch wenn das den Nagel wohl kaum auf den Kopf trifft. Allerdings ist es schon auffällig, dass in letzter Zeit wieder vermehrt qualitativ hochwertige deutschsprachige Punkmusik auftaucht. Bei Köter lässt sich das ja noch mit Verweis auf ehemals Nein Nein Nein erklären und auch Honigbomber haben nicht nur Eniac und Kurhaus, sondern eben auch Oma Hans in der Ehemaligenliste. Bei Ludger aus Hamburg fallen solche Erklärungsversuche via personeller Verflechtungen allerdings aus. Click Click Decker, Peters, Juri Gagarin, Iskra, Bratze, Herrenmagazin. Alles nicht eben Punkrock. Funktionieren tut es trotzdem. Oder gerade deswegen. Immerhin haben doch alle Beteiligten ihre Wurzeln mehr oder weniger im Punk. Eigentlich war die Band zu Anfang auch mehr als kurzlebiges Projekt gedacht. Ein Konzert und Schluss. Doch offenbar hat da wohl jemand Blut geleckt. Zum Glück…

Das Debüt der Band – stilecht auf Kassette – heißt »Auf Eis« und klingt in etwa wie eine Indieversion von Dackelblut. Ungefähr gleichwenig Optimismus und ähnliche Gitarrenlinien, aber halt größtenteils unverzerrt. Gerahmt wird das Tape von zwei schnell hingerotzten Nummern unter dreißig Sekunden. Größtes Hitpotential haben allerdings andere Songs. Mein persönlicher Favorit ist »Strauss« mit oiroesquem Text und großartigem Refrain: »Der Strauss ist ein gefährliches Tier.«. Von vorne bis hinten eine runde Sache, die erstaunlich ausgereift wirkt für etwas, was eigentlich nur ein Experiment sein sollte. Punk ist halt wie Ahoibrause. Früher oder später entdecken wir alle wieder, wie geil das Zeug ist. Hier wird noch einiges passieren. Wort drauf!

Auch mal das Maul aufreissen?

Gib deinen Namen ein

Keinen Namen?

Please enter a valid email address

Keine Email-Adresse?

Gib deinen Kommentar ein