Navigation

Kenzari’s Middle Kata/ Culm/Tenlike/Mercer »Miyagi In Spring«

Von Antonia

Miyagi ist ganz neu. Das Hamburger Label hat seine Erstgeborene, die 7“ »Miyagi in spring«, liebevoll in ein collagenhaft bedrucktes Klappcover gehüllt, und so ein Mini-Sampler ist ja auch eine Art Collage. Die vier Stücke darauf ließen sich allesamt mit dem Attribut »Post‑« bezeichnen: Post-HC, Postpunk, Post-Indie, und, hihi, Postpop (gibt’s das schon?). Was jedenfalls ich damit meine, ist ein zärtlich-reflektierter Umgang mit dem musikalisch schon Dagewesenen: Es gibt durchaus Melodien, die auch erstmal schön klingen, wie beim vorsichtig gesungenen »Wounded me instead of you« der schwedischen (deren Website die Userin übrigens dazu zwingt, den Fall eines dunkelweiß vor weißem Hintergrund herabschaukelnden Blattes abzuwarten, bevor sich auf irgendetwas klicken lässt).

Aber diese Vorsicht klingt eben mit, das Wissen darum, dass diese eine, kleine Melodie vielleicht schon war oder es zumindest unmöglich ist, sich 1 : 1 in einer auszudrücken. Der Begriff Demut ist zwar blöd christlich besetzt, aber in Bezug auf die Haltung zur eigenen Musik schwingt so etwas bei allen Stücken mit, am Deutlichsten wohl bei den reinen Instrumentals, »Truchu Indiis« von Kenzari`s Middle Kata (my personal favorite) und »Ce n´es pas mal…« der Kölner Band .

Der serbische und jüdische Schriftsteller David Albahari schrieb einmal über das Schreiben »…als könnte sich irgendein ausgedachtes mit einem tatsächlich gelebten Leben messen.« Diese Unzulänglichkeit der Kunst und die Wut darüber in ihr spürbar zu machen, ist die einzige Gemeinsamkeit der vier Stücke auf dem »Plättchen«, weshalb sie aber wunderbar zusammengehen. Sogar im Gesang der – Achtung, Referenz – Robocop Kraus-rockigen meine ich das herauszuhören. Dass alle beteiligten Musiker hingegen scheinbar männlich sind, dagegen nicht.


Artikel: versenden versenden   Drucken Drucken

Technorati Del.icio.us Digg Yigg Mr.Wong Webnews Netselektor Blogmarks Linkarena Newsvine 

Es wurde noch kein Kommentar abgegeben.

Reiss die Fresse auf:

XHTML: Du kannst die folgenden Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>




Schubladen
Surftipps
  • Communique1
  • Kittkritik
  • Found Magazine