Von Ulrike
Nach drei Jahren ist es nun endlich wieder so weit: Mouse on Mars haben ein neues Album veröffentlicht. Das gute Stück heißt »Radical Connector« und ist auf ihrem eigenen Label »Sonig« erschienen. Für Alle die mit der Welt von Mouse on Mars noch nix anfangen können, das Projekt besteht seit zehn Jahren und Jan St. Werner und Andi Thoma kommen aus Köln. Das Hörerstammpublikum bestand bis jetzt aus intellektuellen Poplinken und Kunststudentenkreisen. Aber nun wird alles anders.
Die Gefahr im selbst geschaffenen Mikrokosmos zu verweilen und um sich selbst zu kreisen, ist definitiv überwunden. Die neue Platte öffnet sich weniger sperrigen Beats und weist weniger Brüche auf als der Vorgänger. Besonders deutlich wird diese Entwicklung an dem potentiellen Clubhit »Wipe that sound«, zu dem jeder Bauer nach dem zweiten Glas Sekt tanzen kann. Ein echter Hit. Dennoch droht das Album keineswegs in easy listening Gefälligkeit zu versinken, sondern erfreut immer wieder mit noisigen Passagen. Die Struktur der einzelnen Tracks wurde offensichtlicher, schneller greifbar. Der Einsatz von vocals hat eindeutig zugenommen und wirkt nicht mehr wie eine Polizeikontrolle auf LSD. Der Groove des Albums erschließt sich bereits nach dreimaligem Hören anstatt nach sechs angestrengten Hördurchläufen oder eben überhaupt nicht.
Fakt ist, dass es einen Bruch in der Entwicklung von Mouse on Mars gegeben hat, aber es wird nicht richtig klar, wohin die Reise geht und warum. Es kann nur spekuliert werden, aber das Projekt gleich an die Wand zu stellen und laut Verräter des Indie zu schelten, scheint dann doch unangebracht. Dennoch stellt sich die Frage nach dem Warum.
Eine Möglichkeit kann sein, dass sie sich einem neuen breiterem Publikum öffnen möchten und ihre Musik dementsprechend leichter hörbar machen, um vielleicht endlich mal nicht nur bei Vivas Fast Forward gesendet, sondern vielleicht mal zu der Kuttner eingeladen zu werden. Eigentlich keine schlechte Aussicht.
Oder es ist die nach vorne weisende Aneignung von Pop, Konsequenz aus der jahrelangen Zerlegung von konventionellen Musikstrukturen. So what, super.
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