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No Nebraska »Serves:6«

Von Sebastian

Deutlicher weil liebevoller kann man kaum ausdrücken, dass einem etwas wichtig ist – so wie dem Berliner Trio das Musikmachen wichtig zu sein scheint. Ihr aktuelles Werk bekommt man in einem aufklappbaren, siebbedruckten Pappcover nebst eingeklebtem vegetarischem Kochheft nicht hinterher geworfen, sondern buchstäblich serviert. Das ruft in Erinnerung, dass Musik nicht zwangsläufig in Serialität und Vermassung ersticken muss – sondern es sich bei ihr um eine erfahrungsreiche und besondere Angelegenheit handeln kann.

textmarkern diesen Hinweis doppelt, weil sie charmant und etwas unüblich zur Tat schreiten. Zum einen sind ihre Arrangements äusserst reduziert angelegt und behutsam – man kann auch sagen: sehr low-fi – eingespielt. Die Gitarre wuchtet weder noch hallt sie nach. Der Gesang – der Assoziationen an Chris Leo bei rockigen The Lapse weckt – ist in den sechs Songs deutlich an den Rand gedrängt. Von dort aus scheut er wie am Ende von »You’re A Gangster« nicht einmal vor schiefen, in ein Lachen abebbenden, Choreinlagen zurück. Nur konsequent, dass selbst dieser Part ungeputzt auf die Platte springt. Der Hinweis im Inlay von »Serves:6«, die Stücke seien in »stereo aufgenommen« kokettiert – so besehen – mit den eigenen Produktionsbedingungen, aus denen man das Beste macht und was wirklich Schönes bei rumkommt.

Das liegt nicht zuletzt an der von Jaime McGill gespielten Bassklarinette, die musikalisch prägt; ohne aber folkloristisch zu nerven. tafeln homogenen mit ausgefallener Instrumentierung auf, der mit wenigen The-Musik-Versatzstücken (z.B. Klatschen) und einem bunten Strauß entdeckenswerter Details gewürzt ist.


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