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Omega Massif »Geisterstadt«

Von Ben

Post-Metal, Prog-Rock, Hardcore mit Doom-Einflüssen, was auch immer. Heutzutage versuchen sich ja viele junge Bands am Instrumentalen, vielleicht auch aus dem Grund, weil man da ohne Gesang viel besser die künstlerische Coolness und Unnahbarkeit wahren kann, anstatt sich gesangstechnisch die Blöße zu geben. Auch die ISIS-Schablone fängt schon langsam an zu müffeln und abgeschrammelt auszusehen. Dadurch fällt es dem geneigten Hörer schwer, aus dem ganzen Wust von drittklassigen Bands die wirklichen Perlen rauszusuchen.

Schön ist da zu sehen, dass aus Würzburg mit ihrer ersten Platte »Geisterstadt« versuchen, eben nicht genau die ausgetrampelten Pfade zu gehen, mit denen es sich viele Bands zur Zeit so einfach machen. Nichtsdestotrotz kommen auch hier gerne benutzte Assoziationen mit großen Bergen, leeren Wüsten, tiefen dunklen Gängen durch das Artwork und Titel wie »In der Mine«, »Nebelwand« oder »Unter Null« in den Sinn. Letzteres kannte ich lange nur als Demoversion und ich muss sagen, was die Jungs von der Tonmeisterei da wiedermal mit der Aufnahme raus geholt haben, überzeugt auf ganzer Linie. Kein Wunder, denn dort finden sich in bester Gesellschaft neben Tephra und die leider schon fast vergessenen Men In Search Of Perfect Weapon wieder.

Das was mir an der Platte wirklich gefällt ist nicht das ewige Breitlatschen eines Riffs, sondern die Dynamik die in den einzelnen Songs entsteht. entwickeln den Gedanken des brachialen Monumentalwerks ein Stück weiter. Denn nicht nur düstere und schleppende Parts schaffen auf »Geisterstadt« die Atmosphäre, sondern eben auch die durchdachten und wirklich großartigen Melodiebögen. Langsamer aber stetiger Aufbau mit großem Finale, krachende, auch gern mal dröhnende Gitarren und ein knochentrockenes Schlagzeug: machen auf »Geisterstadt« alles richtig. Die vier Jungs verarbeiten ihre Ideen komprimiert und stellen minimalistische Härte nicht gleich mit öder Stumpfsinnigkeit. Leider gibt es das zur Zeit viel zu selten zu Hören. Es macht aber diese Platte umso interessanter. Manchmal ist eben mehr weniger und schneller ist eben langsamer.


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