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Path Of No Return »Black Nights Coming«

Von Lehni

»..where the weather is cold, there’s nothing to do than kill each other and play guitar in the snow« sang Atom and his Package über die skandinavische Metal-Szene und vielleicht ist das ja die Erklärung für die vielen, musikalisch versierten Bands die aus dem kleinen Land Schweden kommen.

Aus dem Hause GSR wurde uns das Album »Black Nights Coming« der düsteren zugespielt. Die Mischung aus mit ordentlichen Metal-Einschlag und no compromise-attitude ist nicht neu aber klingt auch nicht nach Kopie.

Die schleppende tiefen Gitarren werden immer wieder durch kurze und simple Metal-Riffs durchgespült, was dem ganzen eine gewisse Dynamik und manchmal sogar Melodie verleiht und mich in dem Punkt etwas an 25 Ta Life erinnert.

Allerdings war‘s das auch schon mit NY-Einschlag. Die Jungs aus Uppsala gehen eher in Richtung Hatebreed, zumindest was die etwas verbissene Stimme angeht. Teilweise macht genau diese Stimme, recht interessante Songstrukturen zunichte. Sobald mit etwas Geduld eine Stimmung aufgebaut und die Songs etwas ruhiger und vertrackter werden, macht sie auch schon der kompromisslose Gesang zunichte und die Musiker fallen wieder in die alte, straighte Monotonie zurück. Was gewollt scheint, steigert hier nicht wirklich den Hörgenuss. Für mich war es eher enttäuschend, eine gewisse Experimentierfreudigkeit lediglich angedeutet zu bekommen. Klingt dann eben so wie, »wir könnten auch anders, wollen aber nicht«. Angesichts der Musik und der schicken Metal-typischen Coveraufmachung, überraschte etwas der teilweise politische Einschlag der Texte. Sprachlich sind sie dafür zwar erfreulich ansprechend – scheinbar immun gegen Parolen und HC-Plattitüden, die unerfreulichen Inhalte gleicht das aber nicht aus.

So düster und depressiv das ganze Album daherkommt, so dunkel und kulturpessimistisch scheint es auch in den wütenden Köpfen der Jungs zu spuken. Es wird eine »kranke« Gesellschaft aufgezeichnet, die von der Gier böser Männer bestimmt werde, die uns hindern würden ein schönes Leben zu führen. Ständig wird leicht paranoid von irgenwem oder irgendwas geredet, der/das alles kaputt macht, was wir uns aufgebaut hätten (Häh?), ein Messer Hinter dem Rücken verstecken würde, und überhaupt alles vergifte mit seinen Lügen und seiner Gier. Die Entscheidung wer damit gemeint sei, bleibt zum Glück wenigstens dem Hörer überlassen oder wird »lediglich« als »Hollywood whores fakes and fuckers« angedeutet.

Dass das Ganze aber nicht der Soundtrack zum persönlichen Untergang (sprich Selbstmord) zu verstehen ist, erschloss sich mir erst durch den Song »Passion dissolved« in dem einem Freund, der offensichtlich diesen Weg wählte, ein heftiges »fuck you. never come back« hinterhergerufen wird.

Etwas irritierend auch der Track »Holocaust«. Trotz aller Ambivalenz des Begriffs im Englischen, sollte es sich auch für schwedische Linke verbieten, unter dem Begriff Gewalt, Verfolgung und Missstände der Welt unter dem Begriff zu subsumieren und am Ende die Frage zu stellen: »can we make it go away?« Geschichtsbewusstsein gleich null, deshalb spare ich mir an dieser Stelle auch die Kauf‑/Brennempfehlung für Freunde des Genres.


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