Von Ben
Es gibt da irgendwie eine gewisse Grauzone im weiten Ozean zeitgenössischer Musik, die ich noch nicht geschafft habe wirklich zu fassen. Eine Art Bermudadreieck irgendwo zwischen Posthardcore, Doom-Metal und Experimental/Instrumental/Prog-Rock. Dort schwimmen Pelican mit ihrem Riesendampfer »City of Echoes« in einem richtig fetten Nebel aus dicken Gitarrenwänden, hymnischen Melodien und Songs die man eher als Kompositionen bezeichnen sollte, denn als billige Tricks.
Denn ihr neues Album ist die wohl logischste Fortführung ihres bisherigen Schaffens. Nach dem brachial drückenden »Australasia« von 2003 über das durchdachtere und zugänglichere »The Fire in our Throats will beckon the Thaw« von 2005 (zwischendurch gabs die kleine Vorgeschmacks-EP »March into the Sea« mit gleichnamigen Track und einem Remix von »Angel Tears« von keinem geringerem als JK Broadrick aka ehemals Godspeed You Black Emperor! aka jetzt Jesu).
Nun schlagen sie mit der puren Athmosphärenkeule zu. Ich erinnere mich immer an das Gefühl eines pangalaktischen Donnergurglers von Douglas Adams bekanntestem Werk, nur mit anderen Zutaten. Statt Zitrone gibts Intensität aber der Backstein bleibt gleich und irgendwie weht auch ein Hauch von Weltraum. Für mich kein Wunder, dass es einige dieser langweiligen Sternbildvideos gibt, die Pelicansongs als Soundtrack benutzen. Alles in allem schaffen die Jungs es einfach, all ihre Ideen noch kompakter aber nicht weniger grandios zu verpacken und wirklich bis aufs äußerste auszureizen.
Keine einzige Sekunde wirkt langatmig oder überflüssig und diese Sekunden dann alle zusammen ergibt Song für Song richtig fetzige Spannungsbögen. Auch ein ruhiger akustischer Song ist wieder dabei, an dem man schön erkennen kann, dass man den Jungs, egal was man versucht, eine gewisse Genialität beim Songschreiben nicht absprechen kann.
Um noch schnell die Vegleichskeule rausholen zu können, sind dann Bands wie Explosions in the Sky, Isis, Jesu und Russian Circles genannt. Für mich eine der besten Platten des Jahres aber irgendwie hab ich trotzdem das Gefühl, als ob die Reise noch nicht zu Ende ist und da noch viel mehr passieren wird. Na dann, nach so viel Abgefeiere: Auf zu neuen Häfen und Schiff Ahoi!
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