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Petethepiratesquid »Don’t Correct Me If I’m Wrong«

Von Janette

Für ein gutes Album braucht eine Band viel Leidenschaft, Aggression und Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden. All das haben in ihren ersten Longplayer »Don’t correct me if I’m wrong« gesteckt. Einige der Stücke sind schon etwas älter und wurden für den Full-Length-Release noch mal neu eingespielt. Alles in einem Ritt wohl bemerkt. Herausgebracht wurde »zu hause« im , das schon die Vorgänger-Platten mit veröffentlicht hat.

Bevor es zum ersten Anhören kommt, wird dir das sehr schöne Cover ins Auge stechen. Alte Tapete‑, Bockbuchstaben‑, Mann mit Vogelkopf‑, Kreppbandcollage. Eins. Setzen.

Beim Lesen des Booklets bekommst du dann das Gefühl, dass du vielleicht auf denselben langweiligen Konzerten, Familien‑ und Klassenfeiern unterwegs warst. Du weißt, es gibt Leute, die nerven so unglaublich, dass es kaum Worte dafür gibt. So wie jene Verwandte, die es einmal im Jahr zu treffen gilt und die dann diese Art von Verbundenheit in einen ostdeutschen Partykeller pressen wollen, als hätte sich so etwas wie Freundschaft in all diesen Jahren entwickelt. Ja, du willst nicht im Gesicht angefasst werden, nicht über dein Sexleben sprechen, dein Sexleben nicht »irgendwann mal mitbringen« und auch diesmal keine Bockwurst essen. Verdammt nochmal.

PTPS machen dieser Aggression Luft, schreien, hämmern und verlieren sich dabei nie in Parts und Melodien. Deshalb wirkt das Ganze auf dich so wenig pathetisch und üblich. Da wird eine Sache auf den Punkt gebracht und dann nicht hundert Mal wiederholt oder in einen melodiösen Refrain gepresst. Tempowechsel und Breaks sind für die Songstruktur so wichtig wie die Instrumente selbst. Genau dieses Songwriting macht »Don’t correct me if I’m wrong« zu einem unglaublich kurzweiligen Album, das animiert, mit zu schreien, zu swingen, zu tanzen und zu moshen.

PTPS sind eine der vielseitigsten Bands, die du kennst. Du bekommst das Gefühl, dass sich jedes der Band-Mitglieder zu Hause einen Part überlegt und das dann im Proberaum zusammen gekittet wird und dabei Unglaublicherweise irgendwie rund wird. Das klingt wahrscheinlich, wenn du bedenkst, dass sich das Quartett auf Dresden, Berlin und irgendwo in Schweden verteilt. Genau diese räumlichen Distanz und die nötigen Strapazen, die da auf sich genommen werden, um eine Band am Leben zu erhalten, sind es dann auch, die PTPS ausmachen.

Es werden Songs geschrieben und Platten aufgenommen, weil es zusammen eben soviel Spaß macht und das hörst du auch. Nicht nur in Form von Texten, sondern auch an der Leichtigkeit und dem Charme, den die Sache mit sich bringt. Das ist alles irgendwie so ehrlich und ohne den ganzen Emoscheiß und ist trotzdem ganz schön Emo und dann wieder nicht und dann wieder doch… Naja, du verstehst mich schon.


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