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Rhesus »Sad Disco«

Von Sebastian

Natürlich Creme-Werbung. Wofür sonst sollte diese Band ihre Musik hergeben, als für schmierige Pflegeprodukte. So harmlos, wie Bückware aus dem Drogerieregal klingen die zwölf Stücke des Trios aus Grenoble, von denen sich eines in einen TV-Spot von verirrt hat.

Doch ist es dort ganz gut aufgehoben. Ebenso übrigens, wie im akzentfreien Berufsverkehr-Radio oder auf einer Mitzwanziger-Grill-Fete, die nicht mehr Party heißen darf, weil dadurch der Nachwuchs aufwachen würde. Eine schöne Unterhaltung, die man mit ihren knapp 40 Minuten überstehen kann, ohne sich allzu oft von gähnender Langeweile getrieben, die eigenen Fingernägel zu betrachten. Aber das ist auch schon das Netteste, das sich zu diesem Fall sagen ließe.

»Sad Disco« ging irgendwo – vielleicht schon vor dem Songwriting – jegliche Gebanntheit, die sich wenigstens aus Ideenreichtum oder Brüchigkeit montiert, verlustig. Schritte man so schadfrei durchs Leben, wie durch diese Platte – behielte die Haut ihre Reinheit, Frische und Gepflegtheit wohl bis zur eigenen Verschüttung im Holzsarg. Was der Cremehersteller verspricht, kann der Gang der Zeit nur nicht halten. Ein paar Falten, keineswegs im Sinne seniler Behäbigkeit, sondern im Sinne von leidgeprüftem Kantenpotential, hätten hübscher gemacht.


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