Von Sven
Der RosaPowerClub ist eine Band, die für dynamischen »Deutschrock« aus Frankfurt a.M. steht. Den Namen erklären die Jungs wie folgt: »RPC bringt gefühlvolle, liebliche Ohrwurmmelodien (Rosa), punkig krachige, kraftvolle Riffs (Power) und die vereinte Vision dreier junger Menschen, die Nation mit ihrer Musik zu berühren (Club)«. Deutschlands Oberberührer heisst Simon Rauland, seineszeichens Sänger der Band, der mit seinen gut 20 Jahren und der dazugehörigen »Mir-gehört-die-Welt-Attitüde« das vorliegende Album prägt. Mit arroganten Parolen, Klugscheißerei und mächtig Dampf im Arsch wird der Sturm im Wasserglas geprobt. Wenn einer den Button »Held des Alltags« trägt, dann bestimmt er – selbst angepinnt versteht sich. Songs wie »losfahr´n«, »das leben mal zu leben«, »für die welt« künden von Reihenhausrevolten, Konstruktivkritik und Alltagsanarchie. Stücke wie: »weißt du noch wie´s damals war« oder »denn man wird ja auch mal alt« erinnern mich hingegen an die Sprüche meiner Oma, wenn sie ´ne Geschichte zum Besten gibt.
Der Power Club im Wettkampf mit den zurückgelassenen Jahren, der drückenden Last juveniler Lebenserfahrung klingt in diesem Sinne recht amüsant.
Die Beatproduktionscrew indes trägt ihre Clubausweise zu recht in der Tasche. Ob fluffig-lieblich oder kraftvoll-bestimmt, die Instrumente werden beherrscht, der Flow springt über und ein paar Positivpunkte können so auf der Zielgeraden doch noch eingeheimst werden. Nur möchte man bei diesem Album auch schon gleich wieder mit Vergleichsbands um sich werfen, die wahrscheinlich als Musikbeschreibung genügt hätten. Zweifelsohne sind hier die Ärzte und eine Band namens Virginia Jetzt! (stellvertretend für alle Fluff-Pop-Rock-Bands hierzulande) nicht spurlos vorüber gegangen. Immerhin bleibt noch genügend Platz für Entwicklung. Diesen Raum lässt das Debütalbum allemal.
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