Von Ulrike
Dies ist jetzt der dritte Versuch das neue Album von Rusticate zu besprechen. Erst wollte ich sie zerreißen und sogar mit Hot Water Music vergleichen. Dann dachte ich mir, nee, das haben sie nun auch wieder nicht verdient und wollte ihnen gratulieren. Das ist mir aber auch nicht gelungen, dafür fehlt zuviel. Es fehlte der erste Gedanke bei den ersten Tönen: was für eine geile Scheiße ist das denn.
Die Scheibe heißt »What’s behind the fences of your smile?« und das sagt eigentlich schon alles: Rusticate machen sauberen Emo-Rock. Die Musik ist treibend und manchmal ein wenig angenehm frickelig. Die Jungs aus Quatenbrueck beherrschen ihre Instrumente und beweisen eine Menge Feingefühl für Melodien. Und sie setzen Chöre ein, wie ich finde oft eine kritische Angelegenheit, aber bei Rusticate gekonnt dosiert. Die Texte sind wie bei vielen in dem Genre ähnlich und doch immer gleich, aber das Leben wird ja auch nicht spannender. Es geht um enttäuschte Liebe, Vorurteile und den Standard-Clown, der hinter seiner fröhlichen Maske eigentlich weint. Einen textlichen Bonus gibt es aber und diesen empfehle ich gerne an andere Bands weiter: Rusticate feiern sich in einem Text selber, wie super ihre Band eigentlich ist. Super Freunde, super prollig, ich steh drauf. Vielleicht werde ich mit der nächsten Platte ja überzeugter, die Band steckt schließlich mit den drei Jahren ihres Bestehens noch in den Anfängen.
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