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Shy »35 Sommer«

Von Caro

Beim rumgoogln sind mir ein paar Texte über »« zwischen meine Füße gefallen und jedesmal stand da geschrieben: »beste Popband Österreichs«. Grund genug sich mal das neue Werk »35 Sommer« vorzuknöpfen. sind fünf Jungs (eigentlich schon ausgewachsene Männer in ihrem 35sten Sommer) aus Linz und sie machen Popmusik. Soweit stimmt das also mit der »Popband Österreichs«. Bleibt noch herauszufinden, ob es sich auch um die »Beste« handelt.

Seit 12 Jahren sind sie unterwegs in Sachen kultivierter Unterhaltungsmusik. Nach einem kleinen Abstecher in wilde Countrygefilde steht nun ihr mittlerweile sechstes Album zur Schau. Aber warum hat man noch nie irgendwas von ihnen gehört, zumal sie in Japan groß rausgekommen sind? Keine Ahnung, aber das wird sich mit diesem Album sicher ändern.
Durch ihre popkulturelle Pralinenschachtel gefüllt mit milden und herzhaften Sahnestücken, zwischen nett und rockig, kombiniert mit Posaunensoli und Harfenklängen katapultiert sich in die Oberstufe. In ihren Texten reden sie über Liebe, persönliche Unzulänglichkeiten, philosophieren über Häuser und Räume und hauchen dabei den Gebäuden Leben ein. Dabei fühlt sich die Platte am wohlsten zwischen Rocko Schamoni und den Aeronauten. haben mit »35 Sommer« ihren eigenen Stil gefunden und halten ihn fast konsequent ein. Zwei Songs brechen aus dieser Komposition leicht aus ohne dabei das Gesamtwerk zum Kippen zu bringen. Auf der einen Seite ist es »Country und Western«, welcher die Brücke zum guten alten Rodeosound schlägt und mich daran erinnert, dass ich mir wiedermal die alten Cowboyplatten meines Vaters ausborgen muss, denn »ich und meine Brüder und alle unsere Schwestern wir mögen nur 2 Arten von Musik: Country & Western«. Der zweite Song, der irgendwie aus der Reihe fällt ist »Friedhof für Slacker«. Als Part II zu »Frühstück für Slacker« der 1998 erschienenen CD »Comprende?« beschreibt dieses Stück in Knarf Rellöm‑ Manier das Elend der New-Economy-Job-Automaten vom Café Latte über running sushi zum Mittag bis hin zur lebenswichtigsten Frage überhaupt: »hat wer meinen Laptop gesehen? Ich möchte ins Wochenende gehen«.

Andreas Kump, der Sänger von wird in der Presse als »österreichischer Morrissey« (Falter) oder Joe Strummer (NZZ) gefeiert. Es tut mir ja leid, aber Vergleiche mit solchen Pop-Ikonen können einfach nicht standhalten. Joe Strummer passt nicht, weil wir es hier schon mal nicht mit ´ner punkigen Band à la The Clash zu tun haben und mit meinem Favourit Morrissey kann sich sowieso niemand messen. Aber weil vergleichen anscheinend cool ist: sind fast die österreichischen Aeronauten. Da gibt’s viele Bläser, Kump singt von der Weltrevolution und GUZ von der geheimen Weltregierung. Da passt doch alles zusammen.

Ob nun die »beste Popband Österreichs« ist kann ich schon aus dem Grund nicht beantworten, weil ich keine andere Band aus Österreich kenne. Aber ´ne gute Popband sind allemal, ob aus Österreich oder nicht.


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