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Sigur Rós »()«

Von Claudia

Eins schon mal im Voraus: Diese Platte passt so absolut nicht zu diesem bombastigen Wetter. Also wenn ihr Angst um Eure Frühlingsgefühle habt, dann wartet lieber auf den ersten fetten Regentag um reinzuhören. Setzt Euch dann ans Fenster (am besten wenns schon dunkel ist), nehmt euch eine Decke und laßt die Musik auf euch wirken.
Bilder tauchen auf, die von einer Weite zeugen, die nicht greifbar erscheint. Ein einzig großer diesig-grauer Himmel bietet Platz für sonderbare langgezogene Klänge, die sich einem ums Herz legen. Wie eine Kette, die einem das Herz spürbar einschnürt um es dann wieder erlösend frei zu geben. Plötzlich sieht man sich ganz alleine; steht inmitten einer verschwommenen dunkelgrünen, moosigen Landschaft. Kalter Wind fährt einem in den Nacken und läßt einen kurz erschauern, wobei man sich gleichzeitig und sonderbar an kleinen vorbeiziehenden Nebelschwaden erfreut. Seltsam?

Wer hätte gedacht das sowas geht. Nun so ganz allein ist man dann doch nicht. Aus der Ferne nähert sich eine Stimme, die irgendwie Trost gibt. Man versucht sie zu verstehen, konzentriert sich, hört hin, hört hin, zweifelt an seinem Verständnis. Bis man merkt, dass es keinen Sinn hat. Sie hat ihre eigene Sprache und es liegt an jedem selbst, das zu verstehen, was man hören will.

Ganz sanft schmiegt der Gesang sich an die Ohren. Fallengelassen nimmt er einen mit auf Reise, begleitet von einer zweiten im Hintergrund agierenden Stimme, die sanfte bis leise, schmerzverzehrte Laute von sich gibt. Beide schwimmen in Harmonie oder steigern sich in höchste Melancholie, die einen an lautes Wehklagen erinnern. Getragen wird das ganze von seichten Schlagzeugklängen, einzelnen Gitarrenarkorden und Tastenanschläge eines Klaviers‑ alles in ganz langsamer Perfektion.

Wer sich nach dem Hören dieses Albums noch zu irgendetwas aufraffen kann, hat die Möglichkeit, der CD einen Titel und den 8 Tracks einen Namen zu geben, denn alles das ist noch nicht da.

Für die Leute, die gern Vergleichsbands hören wollen, seien hier LOW und im weitesten Sinn Radiohead genannt. Zu guter Letzt ist noch erwähnenswert, dass SIGUR RÓS aus Island kommen. Dass erklärt dann auch vielleicht, warum sich dieses Album gerade so anhört. Aber am besten ihr seht, bzw. hört selbst.


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