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Smart Ass Dynamite & The New Generation Of Destructive Entertainment »Positive Nihilism«

Von Lehni

Vor einiger Zeit kamen Platten von X-Mist bzw. der Company mit dem goldenen Arm. Wir haben uns gefreut, die heissen Teile gleich zum reviewen vergeben und ich schnell genug zugegriffen. Damit lag das neueste Werk von & The New Generation Of Destructive Entertainment erstmal irgendwo zwischen Jungle World und Konkret und das trotz des übercoolen Titels »Postive Nihilism«, einschliesslich des für Smart Ass mittlerweile obligatorischen Super-Covergestaltung mit Sticker, super-trashigem Poster und »positiv-nihilistischem« Gesamteindruck.

Musikalisch dominieren die 80er Jahre. Die fünf Nünberger hören sich an, als handele es sich hier um eines der zahllosen Projekten des alternden Jello Biafra. Da dies nicht der Fall ist, könnte man den Eindruck haben, hier würde versucht die punkigsten, schnellsten Elemente von Dead Kennedys und Lard zu kopieren, und wieder liegt man falsch.

Die Platten von sind zu ausgereift und eigen, als dass man sagen könnte, hier wird zwanghaft ein Stil konstruiert, geschweige denn kopiert. Konfusion und Chaos ergeben irgendwie ein Gesamtbild ab, dass am Ende fast schon wieder harmonisch erscheint – aber eben nur fast.

Ich glaube, wer oben genannte beiden US-Grössen nicht ab kann, den oder die wird auch die neue Platte »Positive Nihilism« nicht umhauen und der Punksound defintiv zu schräg und krachig sein.

Eine Band für Leute, die auf monotonen Deutschpunk keinen Bock mehr haben und denen gleichzeitig Elektropunk und Emostuff nicht dreckig genug sind (und in der Schlange stehe ich ja auch mit einem Bein). Auch die Texte sind sprachlich erfreulich anspruchsvoll und drehen sich im Grossen und Ganzen um die schnöden Probleme des »Lebens« im Kapitalismus. Sei es die Entfremdung und die Aufgabe des Individuums »his tears got dried by the storm that was blowing away all of his beliefs«, ein lied über »L.O.V.E. or how would you spell jealousy«, lyrische Abschweifungen über die Enge der Großstadt und zwischendurch immer wieder solch kryptische Doppeldeutigkeiten wie »let your shoes step to the notes of modern age«.

Witzig auch ein Instrumental mit dem Titel »Buying new strings from the guitar shop asshole« oder der Song über ein Kneipengespräch mit einem R’n’R-Nostalgiker, der sich über den sell out beschwert und mit der Antwort ausgekontert wird: »The heart is gone – what can I do – it’s lousy business for the fools. so let me have this drink and just shuuuuuuut up«.

Schön, dass es nach so vielen Jahren Punkrock noch Leute gibt, die den 80er-Stil à la Dead Kennedys noch immer neu »interpretieren« können, den ich noch lieben werde, wenn ich dem verdammten Punk schon längst abgeschworen habe. Übrigens, wenn wir schon am bewerben sind: Die Typen sind live so gut, dass ich mir auf ihrer letzten Tour eine LP von ihnen gekauft habe. Und das, obwohl ich ein Geizkragen bin und mein Plattenspieler damals schon zwei Jahre kaputt war.

Angenehm auch, dass die Jungs sich mit straighten politischen Parolen und Programmen zurück halten. Was bleibt, geht aber erfreulich weit über ihre Introansage (»we open our mouth shoot empty words. we’ll conquer your room with our bad breath«) hinaus.


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