Von Toralf
Nachdem ich das Bandinfo auf der Homepage von Song and Dance gelesen habe, muss ich mich wundern, dass mir das Debüt des Quartetts aus Münster so gut gefällt. Denn die dort genannten Referenzbands wie Q And Not U, Fugazi oder Cursive (von denen ein Song übrigens der Namensgeber für die Band war) gehören eigentlich nicht zu den Platten, die bei mir in »heavy rotation« laufen. Man höre Einflüsse der Saddle Creek-Szene, von 80er Postpunk aus den Staaten und dem Dischord‑ Sound also, steht dort im Info geschrieben. Na, ihr als Musikenthusiasten wisst bestimmt, was gemeint ist. Fugazi und Co. waren mir früher immer zu lasch, später dann nicht eingängig genug. Es mag sein, dass ich meinen Ohren einfach noch einige Durchgänge der Platten dieser Bands hätte gönnen sollen; gar nicht so einfach bei dem Musikoverload, dem man so ausgesetzt ist. Bei »The Inner Stage« war es jedenfalls anders. Der Silberling hatte sofort gewonnen. Auch hier sind die Gitarren sperrig, kaum durchgeschrammelte Riffs, dafür ein Haufen von Ideen, von Harmonie‑ und Riffwechseln, ein Oszillieren zwischen Dur und Moll, laut und leise. Bei jedem Hören gibt es neue Details zu entdecken. Die oftmals dissonanten Parts münden immer im richtigen Moment in die harmonische Auf‑ bzw. Erlösung. Und über allem thront die beeindruckende Stimme der Sängerin, die singt und spricht, flüstert und schreit. Trotz ihrer Komplexität bleiben die Songs im Kopf hängen und verlangen geradezu nach der Repeattaste des Abspielgerätes.
Fazit: »Reduktion von Komplexität« scheint nicht immer das geeignete Mittel zu sein, um eingängige Musik zu schaffen. Vielleicht mal wieder die Festplatte entstauben. Wie war das noch mal mit der Sperrigkeit?
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