Von Ben
Es war ruhig geworden um Hot Water Music. Nach dem 2004er Album »The New What Next« löste sich die Band zwar offiziell nicht auf, aber es war von einer langen Pause die Rede. Zwei Jahre später, macht das erste Viertel von HWM, Chuck Ragan, Musik mit Gitarre und Mundharmonika und ist dabei recht erfolgreich. Die anderen Viertel haben jetzt mit neuem Namen und neuem Gitarristen (Todd Rockhill früher aktiv bei Discount) ein Album rausgebracht.
Es verwundert daher sicherlich nicht, dass The Draft mit ihrem »In a Million Pieces« ganz nach ihren Vorgängerbands klingen. Flotte Punkrock Songs mit rauher Stimme, guten Melodien und dem gewissen Spritzer Melancholie. Leider kommt der zweistimmige Gesang auf diesem Album nicht so zur Geltung, wie auf den älteren Sachen von Hot Water Music. Chris Wollard muss die Texte jetzt alleine schreiben, vielleicht kommt dadurch alles ein wenig gezwungener und eine Spur schwächer rüber. Es wirkt alles etwas bedächtiger und ruhiger. Mir fehlt ein wenig das Ungestühme und die Energie. Trotzdem kommt wieder Mitgröhl-Romantik auf, wenn man Sätze wie »And that’s what I like about it – It’s not so complicated« hören darf. Hoffen wir mal, dass diese auch live so gut zur Geltung kommen wie bei HWM. The Draft sind ja glücklicherweise diesen Herbst mit Samiam auf Europatour.
Wer allzugroße Erwartungen hatte, wird sicherlich nicht vollkommen befriedigt werden, wer sich neues Zeug von den Jungs aus Gainesville erhoffte, kann damit aber auch seinen Spass haben. Sicherlich kein superinnovatives Album, aber ein würdiger Nachfolger.
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