Von Sebastian
Franz Ferdinand waren mir immer ein völliges Rätsel und werden es wohl auch auf ungewisse Zukunft bleiben. Warum eine Band, die nach dem erschossenen österreichischen Thronfolger getauft ist, dermassen mit Poporden überschüttet wird, dass sie kaum noch gerade gehen kann, verstehe wer will. Dass den vier Schotten entgegen gestreckte Konsens-Grinsen, konnte mich bisher nicht nieder strecken. Es ist wenig entwaffnend, solange Vergleiche erlaubt sind – auch wenn der folgende ein wenig nach Birnen und Äpfeln klingt.
The Open nennt sich der Widerpart, bei dem sich zurecht fragen lässt, warum er hierzulande reichlich unbeachtet den Ärmelkanal durchschritten hat, während Ferdinands Franz auf einer arschhohen Hysterie-Bugwelle durch die Gazetten surfte. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Das macht Trends wohl aus.
The Open hätten gut und gerne das Zeug gehabt, selbst zu einem zu werden. Geschmackssicher begehen die fünf Boys aus dem nordenglischen Stafford ihre nicht immer ruhigen »Silent Hours« und schmieden aneinander, was man sich von funktionierendem, sprich verflixt ergreifendem Pop wünscht: Melodien, die einem so vertraut sind, als hätte man sie schon tausendmal beim Verzweifeln gehört, Gitarrenspuren zwischen LSD und Lederjacke, also sphärischer Teppich vs. Poserrock und immer mit dabei die große Empfindsamkeit in dunkelgrau. »Epic« schreibt die Sunday Times, »Incredible« der NME. Die Zeilen davor schrieb
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