Von Chris
Im Info steht, die Vaders würden ein “hochexplosives Gemisch aus altem Hardcore und gegenwärtigem Streetpunk vom Zaun brechenâ€?. Und ich weiß immer noch nicht so recht, was ich vom ersten Longplayer der 4 Herren halten soll. Ehrlich gesagt will der Funke auch nach dem ungefähr zwanzigsten Durchlauf bei mir so gar nicht überspringen. Aber der Reihe nach:
Musikalisch ist dieser Sound, alter Streetpunk – neuer Hardcore, wohl momentan trendy, vielleicht überkommt mich auch aus diesem Grund nach dem vierten Lied schon gelangweiltes Gähnen. Ganz klar überproduziert, das knallt zu wenig. Wenn ich das richtig weiß, muss doch so ein Streetpunk-Ding eher lärmen und shreddern, als für diesen Stil fast schon bombastische Soundproduktionen in den Vordergrund zu stellen. Alles eher seicht und aufgesetzt.
Auch textlich sind die Vaders nicht unbedingt der Burner. Es geht irgendwie immer ums Übliche. Szene-Kämpfe, Persönliches und die fürs Genre typische Politik darf natürlich auch nicht fehlen: „so stopp supporting people that use war against the terror“ und jede/r weiß, dass sich nun auch The Vaders in die Reihe der deutschen Friedensbewegten einreihen. Und wen die deutschen Vaders mit „people“ meinen, dürfte damit dann wohl auch leider klar sein. So trendy die Musik ist, so angesagt sind eben auch die Politix der jungen Herren. Natürlich immer schön gegen die USA, vom Hauptfeind im eigenen Land scheinen wohl die wenigsten Punk-Bands immer weniger zu wissen. So wird dann eben unreflektiert eine Analyse hingeknallt, die nichts mit realistischen Ausbeutungsmomenten zu tun hat.
Nee, Leute. Das wirkt mir alles zu mainstreamig – und sowohl musikalisch, als auch textlich nicht toll. Vielleicht haben die Vaders ja Spaß beim Spielen, und wahrscheinlich sieht man die Vaders schon beim nächsten Krieg auf einem dieser Friedens-Konzerte nach irgendeiner Hippe-Band „Fuck Bush“ schön streetpunkig und revolutionär ins Mikro grölen, richtigen Spaß hatte ich beim Hören jedenfalls nicht. Und dennoch bin ich nach diesem Review um eine Erkenntnis schlauer: dieser Funke wird wohl hoffentlich nie mehr bei mir überspringen…
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