21.08.2007 / 9:16 am
Von Chris
Ich gestehe: ein objektiv geprägtes Review wird an dieser Stelle kaum möglich sein. Dass diese Tatsache unter Umständen zu nicht nachvollziehbaren Wortaneinanderreihungen für den geneigten Beatpunk-Leser führen könnte, (denn der scheint glücklicherweise kritischer zu sein (zumindest: im Durchschnitt), als das übliche Musikmagazin-Publikum), muss in Kauf genommen werden. Mir ist das aber auch egal. Denn ich mag Turbostaat und mochte sie schon immer, weil das, was sie darstellen immer auch ein bißchen mehr war, als »nur« gute Musik zu machen. Allein die Bühnenpräsenz von Sänger Jan ist einen Konzertbesuch wert. Man hat einfach das Gefühl, es stehen da fünf Freunde, die von sich sagen können: was wir machen, machen wir gerne.
Und das merkt man an allen Ecken und Enden: Beim neuen Album scheppert und kracht es ebenda im musikalisch übertragenen Sinne, ohne die nötige Harmonie und Eingängigkeit zu verlieren. Dennoch: Turbostaat haben schon jetzt die »Ausverkauf«-Schreie in den Ohren. Sie müssen sich mit »massenkonsumerablen Sound«-Vorwürfen auseinandersetzen, mit dem Andocken an das unkritische Geklüngel, das sich Indie-Publikum nennt und schon immer leichte Affinität zur Credibilty sogenannter Punk-Bands hat, weil man sich mit deren subversivem Gestus gerne schmücken möchte. Einige wagten also schon im Vorfeld den verlorengegangenen Punker-Spirit anzuklagen und setzten Turbostaat auf eine Stufe mit anderen deutschsprachigen Bands, die im letzten Jahr durchstarteten und mittlerweile dort angekommen sind, wo man als guter Punker in deren Logik nicht hingehört: MTV, Festivals, Kommerz.
Befürchtet wurde ein Album mit Identifikationspotenzial, das es dem Pöbel einfach macht, Plüschtiere auf die Bühne zu werfen und sich in nichtssagenden Lobgesängen zu verlieren. Ein Album, das leicht und seicht daherkommt, um sich selbst zum »next big thing« zu machen. Es mag sein, dass Turbostaat nach ihrer ersten Platten zwar solides, aber kein unbedingt großartiges Jahrhundert-Handwerkszeug ablieferten. Es mag auch sein, dass einigen die »Vormann Leiss« abermals nicht gefällt, weil sie sich zu sehr im Midtempo-Bereich bewegt und die Texte mal wieder zu »kryptisch« (wahlweise: zu »billig«) sind – eines sei jedoch festgestellt: Der Gesamteindruck von Musik und Texten passt mir dieses mal auch wieder vorzüglich. Das Zusammenspiel der Gitarren ist abermals groß. Sicher ist dennoch: das Rad erfinden Turbostaat nicht neu. Müssen sie aber auch nicht, weil sie das, was sie tun, ausgesprochen gut machen. Ein neues Stück Turbostaat, das man unverpflichtet weiterempfehlen kann, ohne etwas falsch zu machen.
21.08.2007 / 9:16 am
ich hab bei denen noch nie verstanden, warum der sänger so shoutet. vielleicht klingt die stimme deshalb auch wie presswurst :))
22.08.2007 / 10:53 am
ich find die platte so gut.
die stimme ist schon super.
aber noch geiler sind die gitarren, find ich.
also das klingt so gut.
das bringt schon gute laune bevor der song überhaupt anfängt….cool.
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