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Under Byen »Det er mig der holder Træerne sammen«

Gestern war lang, ich habe mich nur halb bewußt durch heute gequält – nur nicht zu viel denken oder gar bewegen; laufen lassen. Völlig abgekämpft vom Zähneputzen mache ich das Licht aus und will in mein Bett, aber da ist dieses Wesen…

Es betrachtet mich und schleicht herum wie eine Katze. Ich frage es, ob es ein böses Wesen ist, da bleibt es stehen und fängt an mit weiblicher Stimme auf dänisch zu singen. Es schleicht weiter, singt fordernder, will vermutlich, dass ich irgendwohin mitkomme. Ich sage: »No way, ich bin müde.« Doch so komme ich nicht weiter, es scheint zu wissen, dass ich heute ausgesprochen faul war, da muß doch noch was gehen: nämlich die Sonne und zwar auf, und dem Wesen wachsen bunte Federn, ich habe keine Wahl, ich lasse mich darauf ein.

Schon geht sie los, die Reise durch verschneite Farnwälder, durch vermooste Sümpfe und steinige Flußbetten. Alles ist Bewegung und verändert sich, auch das Wesen selbst, trotzdem ist es immer eins. Sukzessionen und Metamorphosen im Zeitraffer, es wird dunkel und hell und wieder dunkel, Angst entflammt alles, dann gibt es noch mehr und sie erlischt im Detail. Das macht das Wesen fröhlich, verspielt und übermütig, da taucht mein Nachbar, der Ignorant, auf und beschwert sich über die Lautstärke. Aber das Wesen hat sich ohnehin wieder beruhigt, bewegt sich langsam und vorsichtig, wartet auf mich und läßt mir Zeit zum Atmen und zum Verstehen, dass es böse und gut ist.

Die Reise geht weiter, und unterwegs begegnen wir noch Portishead, Björk und Tori Amos. Ich erfahre, dass es unter der Stadt wohnt (auf dänisch: »under byen«), und ich werde es wohl nie in einer Disco treffen und schon gar nicht auf so einem Punk/HC-Konzert, das gestern so lang und heute so schwer gemacht hat. Es besitzt schon viele Freunde und braucht deswegen eine Menge Platz, wenn es sich öffentlich zeigt, im Idealfall Open-Air.

Auch mal das Maul aufreissen?

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