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Victims »Killer«

Von Dennis

Verglichen mit dem Mist, der uns sonst so ins Postfach gespült wird (you know who you are), ist das neue -Album »Killer« eine rettende Sandbank in der ständigen Veröffentlichungschwemme. Irgendeinem nordischen Gott sei dank unterliegt deren Musik nicht der Mode bzw. Trendversicherungen anderer Punkspielarten, sondern frönt sich selbst in den eigenen engen Grenzen.

Man rufe sich nur »Divide And Conquer« oder die From Ashes Rise-Split zurück ins Gedächtnis, die sich als absolute -Glücksfälle herausgestellt haben. Letztmalig gesehen hab ich die Stockholmer vergangenes Jahr im vollgepackten Potsdamer Archiv zusammen mit Disfear. Mit einem nahezu perfekten Gig asphaltierte die Band, die übrigens zu einem Trio zusammengeschrumpft ist, den schmalen Grad zwischen musikalischer Präzisionsarbeit und unkontrolliertem Rausch so gründlich, dass auch Disfear den Abend nicht mehr toppen konnten. Insgesamt zeigte man sich zwar verspielter als früher und riskierte sogar ein Lächeln auf der Bühne, aber größere Experimente wurden nicht unternommen und sind folglich auch auf dem neuen Album nicht zu finden.

Welche sollten das auch sein? Vielleicht ist etwas mehr Abwechslung bei Tempofragen auszumachen, aber der enorm dichte Sound sowie die gesteigerte Tanzbarkeit – mit » In Blood #5« und »For A Second« hat man zwei überragende Hymnen in der Hinterhand – lassen auch diese Platte ungefragt zum Genremaßstab werden. Alte Fans bekommen in den 24 Minuten die erwartete schmerzend nihilistische Vollbedienung. Wer die Stockholmer Band noch nicht kennt, sollte das nachholen und vielleicht mit diesem Album beginnen, denn keine ihrer Veröffentlichungen ist besser aufgenommen, abwechslungsreicher und insgesamt gelungener als »Killer«.


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