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Yucca »Radio Controlled«

Von Sebastian

Die erste Veröffentlichung von Records aus dem schnuckeligen Obertrubach hat bereits mit dem ersten Akkord für allerlei Verwunderung gesorgt. Mit kam kein B-Seiten Punkrock ins Haus, kein langweiliger Indiepop, kein Dicke-Arme-Hardcore sondern eine Platte die aus dem Holz jener Genres geschnitzt ist, allerdings nur aus dem Besten.

Jedoch werden es die fünf Jungs wohl schwer haben. Nicht, weil sie schlecht ihre Instrumente bedienen, dämliche Texte hätten oder unfähig wären, kickende Songs zu schreiben. Schwer werden sie es eher haben, weil sie gerade die Lücke zwischen zwei The Robocop Kraus Alben füllen müssen und dazu auch leider noch in der Lage sind.

Die sechs Songs der EP »Radio Controlled« sind von den Arrangements, der Stimmführung und der Intensität ähnlich gestrickt wie die großartige »Living with other people«, die ich an anderer Stelle auf diesen Seiten ja bereits ausführlich gehypt habe. Ziemlich schön ist etwa »I like the way«, bei dem ein dichter Rhythmus in der Strophe durch eine klare, langgezogene Keyboard-Spur unterlegt wird, an deren Stelle in einigen ruhigeren Momenten sowas wie Modemgeräusche treten.

Der absolute Hit ist in jedem Fall »Five points for crash kids«, der nach dem Refrain, in einem Mitsing-Teil kulminiert, bei dem ohne Instrumentierung die Titelzeile zum Besten gegeben wird. Die Besinnung auf solche Rockeffekte, die erstaunlich unpeinlich und ernstnehmbar rüberkommen, machen diese Platte wirklich gut. Keine überzogenen Gesten, kein Gitarren-Posing, sondern Musik, bei der das Wissen um die richtige Dosierung die kompletten 24 Minuten durchhält. Bei spielen fünf Typen ZUSAMMEN in einer Band, ohne den üblichen Inszenierungsquatsch, wodurch ihnen bestimmt der Authentizitätswimpel von jenen umgehängt wird, die noch immer von Subkultur reden wollen.Geht es hier weniger um die Suche nach dem Authentischen, denn um die Fahndung nach angenehmem Pop, also dem relativ Guten im Schlechten, stehen mit ihrer EP auf sicherer Seite.

Es wäre darum müßig die ganzen Stücke der »Radio Controlled« einzeln durchzugehen und ihre beachtlichen, interessanten oder ungewöhnlichen Momente sezieren zu wollen. Der Schuh passt einfach. Allerdings kommt man am große Schatten der Robocop Kraus nicht vorbei, die übrigens aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Quintetts kommen. Obwohl der Plagiatvorwurf am Potential der Band zerschellt bleibt dennoch die Frage nach dem Signifikanten offen. Was macht aus, wenn nicht allein die Tatsache so zu klingen wie The Robocop Kraus?


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