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Star Wauz

Von Wauz

Ein Leben als -Fan

EPISODE I – My saga begins
Ich war etwa in der 3. oder 4. Klasse als ich das erst Mal mit in Berührung kam. In der großen Pause fragte mich mein damaliger Schulfreund Alexander Hofmann (ein fast schon klassischer Name für einen Grundschulfreund), ob ich nicht am Nachmittag zu ihm kommen wolle, um mit ihm »« zu schauen. Begeistert sagte ich zu. »«, das klang aufregend, das klang nach Abenteuern in fremden Welten, also genau das Richtige für einen Jungen meines Alters, der auf die Frage nach seinem größten Idol wohl ohne eine Sekunde zu zögern He-Man genannt hätte.

Außerdem musste ich damals jede Gelegenheit Filme zu sehen nutzen, da meine Mutter in einem Anfall pädagogischen Übermuts beschlossen hatte, mich und meine Schwester ohne Fernseher aufwachsen zu lassen. Dass ich dann in der Schule nicht mitreden konnte wenn meine Klassenkameraden über die neuen Serien oder die spannenden Filme sprachen, die sie am Vorabend gesehen hatten, hatte sie dabei nicht bedacht. Ihr Eifer darin, mich nur mit »wertvollen Sinneseindrücken« zu versorgen ging einmal gar so weit, dass ich, anstatt wie meine Freunde in »Asterix und Cleopatra« in einen grausligen 70er-Jahre-Kinderfilm über Rassismus in der Volkshochschule gehen musste. Jeder Alt-68er bricht bei dem Gedanken an eine solch bedachte Erziehung sicherlich in Jubelstürme aus, doch ich kann nur eins sagen: ich verpasste eine Menge Spaß.

So kam es auch, dass ich im Vergleich zu meinen Altersgenossen zwar schon mal was von gehört hatte, jedoch den Film selbst nie gesehen hatte und nicht mal wusste worum es geht. Ich konnte die restlichen Schulstunden kaum stillsitzen, zu aufgeregt war ich wegen des bevorstehenden cineastischen Genusses am Nachmittag. Als die Schulglocke dann endlich das lang herbeigesehnte Ende des Unterrichts einläutete machte ich mit »Hoffi« eine Uhrzeit aus um dann ganz schnell nach Hause zu stürmen und dort meine Hausaufgaben sofort zu erledigen. Ich hatte Glück denn wir hatten nicht viel auf, doch ich erledigte die Aufgaben mit größter Sorgfalt und gab mir sogar beim Schreiben richtig Mühe, in der Hoffnung meine Mutter so dazu bewegen zu können, früher als vereinbart einen Freund zu besuchen. Der Plan schien zu funktionieren und ich sah mich schon in phantasische Welten mit riesigen Raumschiffen und mystischen Helden eintauchen, als meine Mutter fragte, was wir denn so vorhätten. »Wir wollen schauen!« sagte ich und ihre Antwort ließ all meine Hoffnung platzen: »Nein! Also so einen Schund sollst du nicht sehen. Das ist sicher nichts für dein Alter!« So etwas selten Dämliches! Meine Wut war unbeschreiblich! Woher wollte denn bitte eine 38 jährige Frau wissen, was für einen 8 jährigen Jungen richtig wäre geschweige denn welche Filme er sehen wolle. Eine Mutter, die erzählt, dass sie als Kind mit Knöpfen gespielt hat versuchte da gerade mir den größten Filmspaß, den man in diesem Alter in den 80ern haben konnte zu verderben! Unglaublich! Doch da half kein Betteln und kein Flehen, da half kein Schimpfen und kein Schreien: alea iacta est. Mama, wenn auch ohne jegliche Ahnung von der Materie, hatte entschieden und der Sohn hat zu gehorchen. Wie man sieht, hat dieses Verbot ein tiefes Trauma bei mir hinterlassen und die Wut darüber ist noch nicht vollständig verraucht, doch alles hätte noch viel schlimmer kommen können, für mich, aber auch für meine Mutter, die dann ein noch größeres Ausmaß an Zorn meinerseits erfahren hätte müssen, wäre ich nicht mit meinen mickrigen 8 Jahren so verdammt listig gewesen.

Nachdem die Wogen des Streits etwas geglättet waren, kehrte ich mit dem besten Dackelblick, den die Welt je gesehen hatte, reumütig aus meinem Zimmer zurück und fragte meine Mutter, ob ich nicht wenigstens einen anderen Freund besuchen könnte, um mit ihm zu spielen. Natürlich hatte ich geplant keineswegs den anderen Freund aufzusuchen, sondern schnurstracks zum Hause Hofmann zu rennen, in der Hoffnung nicht all zu viel vom Film verpasst zu haben, denn den von Alex angelegten Filmstart hatte ich aufgrund des ärgerlichen Zoffs schon verpasst. Und da meine Mutter, trotz aller Borniertheit in puncto Sternenkrieg, doch ein gütiges Herz besitzt, ließ sie sich mit einem versöhnlichen Lächeln auf dem Gesicht auf diesen Kompromiss ein. Jetzt hieß es standhaft sein, denn mit acht ist das Gewissen noch ein Geselle, der sich mit solchen Kleinigkeiten aufhält, doch an diesem Tag zeigte ich meinem Über-Ich trotzig den Mittelfinger und stürmte aus der Wohnung. Alex wohnte nur ein paar Blocks entfernt und ich glaube ich stellte für diese Strecke einen Weltrekord auf. Völlig abgehetzt kam ich an, nur um festzustellen, dass ich bereits gut 90 % des Filmes verpasst hatte. Um genau zu sein: Ich traf gerade ein als Luke dem Imperator ausliefert. Zu allem Überfluss hatte ich meinen  – Einstand nämlich auch noch mit Episode VI »Die Rückkehr der Jedi-Ritter«, also dem letzten Teil der klassischen Trilogie. Alex gab mir eine Schnelleinweisung: »Das eine sind die Rebellen, das andere das böse Imperium, ist der Vater von Luke und er will zusammen mit dem bösen Imperator seinen Sohn auch böse machen. Luke ist ein Jedi, das sind sowas wie Ritter mit magischen Kräften.« Mehr brauchte ich nicht wissen und so sah ich die letzten paar Minuten des Filmes, der mein Leben verändern sollte.


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