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	<title>BEATPUNK WEBZINE</title>
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	<pubDate>Wed, 14 May 2008 20:31:31 +0000</pubDate>
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		<title>Marxismus, Kunst &#38; Gesellschaft</title>
		<link>http://www.beatpunk.org/stories/marxismus-kunst-gesellschaft/</link>
		<comments>http://www.beatpunk.org/stories/marxismus-kunst-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 May 2008 20:27:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger Behrens</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Kritik der politischen Ökonomie]]></category>

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		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>

		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir freuen uns, an dieser Stelle einen Vortrag von Roger Behrens zu vorgenanntem Thema dokumentieren zu können. Der fortzusetzende Text beginnt mit den gesellschaftstheoretischen Grundlagen des Marxismus und der kritischen Theorie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dem nachfolgenden Text liegt ein <a href="http://www.beatpunk.org/tag/vortrag/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Vortrag">Vortrag</a> zugrunde, den der Autor am 28. Februar 2008 im Hamburger <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunstverein/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunstverein">Kunstverein</a> gehalten hat. Wiedergegeben wird hier der Teil &uuml;ber die &ndash; f&uuml;r Fragen der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> wichtigen &ndash; gesellschaftstheoretischen Grundlagen des <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> respektive der kritischen Theorie. Da die &ndash; zugegeben: eigentlich f&uuml;r das Vorhaben entscheidenden &ndash; Abschnitte &uuml;ber <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> gegenw&auml;rtig nur in Stichworten vorliegen, wird auf sie zun&auml;chst verzichtet; geplant ist, sie nach und nach zu erg&auml;nzen. Zu beachten ist, dass es sich bei den Ausf&uuml;hrungen insgesamt um eine Einf&uuml;hrung handelt, die sich an ein Publikum richtet, das mit einer vertiefenden <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>-Debatte kaum vertraut ist.</strong></p>
<p><strong>Der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> als Gespenst</strong></p>
<p><em>&raquo;Was man nicht wei&szlig;, macht einen nicht hei&szlig;. So haben es die<br />
Lauen auch mit <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> gehalten, tun gern dumm, auch heute noch.&laquo;</em><br />
Bloch, &raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, aufrechter Gang, konkrete Utopie&laquo;<sup>1</sup></p>
<p>Man muss kein Marxist sein, um anzuerkennen, dass wohl niemand das zwanzigste Jahrhundert so sehr, so nachhaltig so ambivalent beeinflusst hat wie Karl <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>. Mit seinem Namen wird nicht nur der reale Sozialismus in seinen unterschiedlichen historischen Manifestationen identifiziert, sondern ebenso und allgemein der Kommunismus, die Utopie der freien und befreiten <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> &uuml;berhaupt. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und die von ihm entwickelte Theorie wird weitgehend als synonym mit <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> gesetzt, auch wenn <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> selber gegen einen Personenkult, der sich in Frankreich um seinen Schwiegersohn Paul Lafargue  zur Mode formierte, gesagt haben soll: <em>&raquo;Alles, was ich wei&szlig;, ist, dass ich kein Marxist bin.&laquo;</em><sup>2</sup> &ndash; Dennoch bezeichnet <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> im engeren Sinne die von Karl <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> (1818&ndash;1883) und Friedrich Engels (1820&ndash;1895) im neunzehnten Jahrhundert entwickelte Gesellschaftstheorie, namentlich das, was von den beiden in der Auseinandersetzung mit der Industrialisierung und der sich im Zuge dessen etablierenden b&uuml;rgerlich-kapitalistischen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> als Kritik der politischen &Ouml;konomie dargelegt wurde.</p>
<p>In der an Partei und Staat gebundenen Arbeiterbewegung des ausgehenden neunzehnten und vor allem zwanzigsten Jahrhundert hat sich der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> allerdings von einer Wissenschaft zur Weltanschauung verselbstst&auml;ndigt und fungiert als blo&szlig;es Etikett f&uuml;r einen Katechismus fixer Ideen und Dogmen: hier paart sich der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> mit anderen Ismen, vor allem den Leninismus (<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>-Leninismus), schlie&szlig;lich auch Trotzkismus, Stalinismus, Maoismus und so weiter.</p>
<p>Grunds&auml;tzlich abzugrenzen davon ist ein &ndash; auch wenn es partielle &Uuml;berschneidungen mit Lenin, Leo Trotzki oder Mao Tse-tung gegeben hat und gibt &ndash; <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>, den Georg Luk&aacute;cs 1923 &ndash; und das mag irritierend klingen &ndash; als &raquo;orthodoxen&laquo; <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> gegen die in den Parteistatuten erstarrte Marxsche Theorie verteidigt hat. Zur Erl&auml;uterung: das griechische Wort &raquo;orthodox&laquo; bedeutet richtige Lehre oder korrektes Denken (eigentlich Meinung; die Worteile sind sicherlich gel&auml;ufig, etwa durch Orthografie &ndash; Rechtschreibung). Luk&aacute;cs forderte eine R&uuml;ckbesinnung auf die Theorie von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> selber, um so wieder Bewegung in die marxistische Diskussion zu bringen. Diese R&uuml;ckbesinnung zielte vor allem auf eine st&auml;rkere Betonung der philosophischen Grundlagen der Marxschen Theorie, insbesondere Hegels Philosophie einer systematisch-dialektischen Logik. Mit Luk&aacute;cs und Karl Korsch entwickelte sich in den zwanziger Jahren ein <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>, der auf eben dieses Wort alsbald verzichten konnte, oder sich selbst in Abgrenzung vom Parteimarxismus als Neomarxismus begriff: eine <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, die im Sinne einer kritischen Selbstreflexion den best&auml;ndigen Versuch unternahm, die drei Grundkonzeptionen marxistischer Theorie zu pr&uuml;fen und zu aktualisieren: Diese Grundkonzeptionen sind <em>a)</em> die Dialektik, <em>b)</em> die in der Dialektik begr&uuml;ndete Geschichtsauffassung, und <em>c)</em> der von diesem Geschichtskonzept ausgehende Materialismus &ndash; also der dialektisch-historische Materialismus, der eben in den parteimarxistischen Varianten zum HISTO-DIAMAT erstarrt war. &ndash; Dieser, philosophisch wie gesagt an Hegel orientierte <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> verdr&auml;ngte allerdings auch Varianten wie den Austromarxismus &ndash; hier sind Otto Bauer oder Max Adler zu nennen &ndash; oder den so genannten ethischen Sozialismus &ndash; hier kann auf Kurt Eisner verwiesen werden  &ndash;, Ans&auml;tze, in denen die Philosophie Immanuel Kants eine gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung zukam. &ndash; Im Sinne eines pluralen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> haben Rosa Luxemburg, Antonio Gramsci oder Jean-Paul Sartre eigene Interpretationslinien der Marxschen Theorie entwickelt. Schlie&szlig;lich hat sich &ndash; nicht zuletzt durch den Zusammenbruch des Realsozialismus und damit auch durch das faktische Bedeutungsloswerden des Parteimarxismus bedingt &ndash; ein postmoderner <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> oder Postmarxismus formiert; in ihm spiegelt sich kritisch insbesondere der Einfluss der neueren, vom (Post&#8209;)Strukturalismus ausgehenden Philosophie.</p>
<p>Diese Str&ouml;mungen k&ouml;nnen mit dem Sammelbegriff <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> zwar nicht ad&auml;quat beschrieben, so doch aber wenigstens verortet werden: als im weitesten Sinne <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>.  &ndash; Das ist mir im &Uuml;brigen im Umkehrschluss wichtig zu betonen: eine <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a>, die nicht von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels ausgeht, ist keine und ebenso Begriffsschwindel wie <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> ohne kritisch-theoretischen Grundimpuls.</p>
<p>Nun ist <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> nicht nur ber&uuml;hmt, sondern auch ber&uuml;chtigt; immerhin hat er seinen Einfluss auf das b&uuml;rgerliche Zeitalter nicht dadurch gewonnen, dass er die bestehende gesellschaftliche Ordnung verbessern wollte und auch nicht verteidigt hat; ihm ging es vielmehr um die fundamentale Ver&auml;nderung der herrschenden Verh&auml;ltnisse, um die Abschaffung des Kapitalismus, mit einem anderen Wort: um Revolution. Damit macht man sich die bestehende <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> nicht zum Freund, zumal wenn dem noch die Erkenntnis hinzutritt, dass diese <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> sich selbst ver&auml;ndert, abschafft und revolutioniert. Dass dieser Theorie dann im zwanzigsten Jahrhundert das menschheitsgeschichtlich einzigartige &raquo;experimentum mundi&laquo; einer wirklichen Umw&auml;lzung folgte, der Versuch einer kommunistischen Weltgesellschaft, provozierte einmal mehr die Affronts gegen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> &ndash; auch wenn alle realsozialistischen Unternehmungen, von der Sowjetunion bis Cuba, aus marxistischer Sicht als gescheitert gelten m&uuml;ssen. Jedenfalls ist es nicht verwunderlich, dass mit dem Wort <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> nicht nur positive, affirmative Zuschreibungen verbunden sind, sondern eine Reihe von Ressentiments, blo&szlig;en Meinungen und dummen Vorurteilen. Ja, es gibt wohl keinen Autor, &uuml;ber den soviel Unfug verbreitet, soviel Quatsch geschrieben wurde und soviel Nonsens sich als Allgemeinwissen durchgesetzt hat. Noch immer wird <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> als Autor nicht sonderlich ernst genommen; ebenso wenig ist <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> vom b&uuml;rgerlichen Wissenschaftsbetrieb anerkannt. Es scheint einen akademischen Freibrief zu geben, &uuml;ber <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> allen m&ouml;glichen Unsinn verbreiten zu k&ouml;nnen, ohne dass damit der Ruf gef&auml;hrdet w&auml;re; das sind mitunter solche groben Schnitzer, die bezogen auf andere Themen Karriere sch&auml;digend w&auml;ren und Konsequenzen f&uuml;r die Forschung und Lehre haben k&ouml;nnen. Um es polemisch zu sagen: heute kann eine mit Marxschen Theorieflickwerk verkleidete Dummheit durchaus zur soliden Grundlage einer akademischen Laufbahn werden. Nach wie vor scheint es so zu sein, wie Ernst Bloch vor vierzig Jahren, 1968, befand, dass <em>&raquo;ein Wissen von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, oder sage man nur eine Neugier darauf, immer noch bezeichnend gering oder flach oder dressiert schief&laquo;</em><sup>3</sup> ist.</p>
<p>Nach wie vor, ja seit dem Zusammenbruch des Realsozialismus erst recht, ist das allgemeine Bild des <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> von &Uuml;berzeugungen geleitet, die einfach falsch sind, sich aber hartn&auml;ckig halten: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> sei der Erfinder des Kommunismus gewesen und Kommunismus sei die Diktatur des Proletariats, die Diktatur des Proletariats wiederum die Herrschaft des Zentralkomitees und die DDR habe schlie&szlig;lich bewiesen, dass <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> nicht funktioniere. Eine andere Version ist die nachgerade absurde Vorstellung, <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> h&auml;tte die Ansicht vertreten, dass alle Menschen gleich im Sinne von uniform und dementsprechend zu behandeln seien. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> h&auml;tte damit zwar, wie dann gerne pseudohumanistisch einger&auml;umt wird, eine &raquo;gute Idee&laquo; gehabt, die aber &ndash; was abermals der Realsozialismus gezeigt haben soll &ndash; nicht zu verwirklichen sei, weil, so der dann &uuml;bliche Zusatz des Bescheidwissens, der Mensch nun einmal egoistisch w&auml;re.</p>
<p>Gleichzeitig, und das geh&ouml;rt mit den Verirrungen und Verwirrungen, die sich &uuml;ber das Themenfeld <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> als ideologischer Schatten verbreitet haben, kursieren die landl&auml;ufigen Meinungen &uuml;ber <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels mit einem gewissen, wenn man das so sagen darf, <em>&raquo;fr&ouml;hlichen Positivismus&laquo;</em>: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> ist beliebt, und scheint umso beliebter, je missbilligender der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> von ihm abgesch&uuml;ttelt wird (in den inszenierten Auseinandersetzungen um <em>&raquo;&rsquo;68&laquo;</em> gibt es das noch mit raffinierten Sperenzchen). So hat man es bisweilen mit den typischen Paradoxien des gegenw&auml;rtigen Bewusstseins zu tun, wenn in einer <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, die ihren kritisch-revolution&auml;ren Impuls vollst&auml;ndig verloren und jede kommunistische Utopie verworfen hat, zur selben Zeit etwa ein &raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>-Lesebuch&laquo; erscheint, welches als <em>&raquo;Sachbuch des Monats&laquo;</em> (Selbstanzeige, Februar 2008) re&uuml;ssiert. Im &Uuml;birgen wird auch mit B&uuml;chern wie <em>&raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> f&uuml;r Manager&laquo;</em> (Eichborn 2002, von Robert Misik) ein heute g&auml;ngiges Format bedient. Der Untertitel <em>&raquo;Was Kapitalisten &uuml;ber ’Das Kapital’ wissen sollten&laquo;</em> pariert die verbreitete Meinung, die einzigen, die von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> etwas gelernt haben oder lernen k&ouml;nnen, seien die Unternehmer.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Sie kennen vielleicht die ber&uuml;hmte Formulierung, mit der Karl <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Friedrich Engels das <em>&raquo;Kommunistische Manifest&laquo;</em> von 1848 &ndash; &uuml;brigens im Februar in London vor einhundertsechzig Jahren erschienen &ndash; er&ouml;ffnen: <em>&raquo;Ein Gespenst geht um in Europa &ndash; das Gespenst des Kommunismus.&laquo;</em><sup>4</sup></p>
<p>Heute erscheint der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> als Gespenst; und wenn auch nicht mehr als unheimliches Schreckgespenst, so doch als gruselig-unterhaltsames Spektakel. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> selbst hat sich zum Hausgeist der kapitalistischen &Ouml;konomie verwandelt. Und die kommunistische Revolution ist nur noch ein ungef&auml;hrliches Abenteuer der Vergangenheit, ein Spuk.</p>
<p>Die alten Gespenster des neunzehnten Jahrhunderts sind nicht vertrieben worden, sondern allesamt wiedergekehrt. Hatte das Gespenst <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> noch bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein die b&uuml;rgerliche <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> in Angst und Schrecken versetzt, so scheint es indes, als h&auml;tte man sich l&auml;ngst mit den alten Geistern arrangiert: Das Gespenst <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> hat ausgerechnet im Kunstbetrieb ein politisches Asyl gefunden &ndash; anders gesagt: wenn es einen Bereich gibt, in dem <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>, Marxsche Theorie Konjunktur haben, dann sind es die K&uuml;nste in ihren unterschiedlichen institutionalisierten Formen. So ist es m&ouml;glich, auch die alten Gespenster der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> in harmloser Verkleidung wiederzubeleben.</p>
<p>Ich m&ouml;chte nun nicht &uuml;ber <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>&rsquo; Gespenster sprechen, sondern den <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> und seine Aktualit&auml;t in Bezug auf das Verh&auml;ltnis von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> diskutieren. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> ist wesentlich <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> ist die Dom&auml;ne der Marxschen Theorie. Ganz anders ist es mit der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> als Thema der marxistischen Theorie: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels haben sich nur sehr beil&auml;ufig und fragmentarisch zur <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> ge&auml;u&szlig;ert; in der Marxschen Theorie kommt ihr scheinbar zun&auml;chst kein systematischer Stellenwert zu. Gleichwohl haben sich im zwanzigsten Jahrhundert nicht nur zahlreiche marxistische Kunsttheorien etabliert, sondern <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>, die K&uuml;nste und im weitesten Sinne Kultur wurde in die marxistischen Theoriedebatten integriert, ja zum Teil sogar zum wesentlichen Focus oder Telos der kritischen Theorie.</p>
<p><strong><em>1. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, Kritik der politischen &Ouml;konomie</em></strong></p>
<p><em>&raquo;Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden f&uuml;r alle Zeiten<br />
nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenw&auml;rtig zu<br />
vollbringen haben, ich meine die r&uuml;cksichtslose Kritik alles Bestehenden,<br />
r&uuml;cksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren<br />
Resultaten f&uuml;rchtet und ebenso wenig vor dem Konflikte mit den<br />
vorhandenen M&auml;chten.&laquo;</em> <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> an Ruge<sup>5</sup></p>
<p>Ich komme zum Begriff der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> und seinen Implikationen. Wie gesagt, es ist ein schlechtes Vorurteil anzunehmen, <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels sei es um einen programmatischen Entwurf einer kommunistischen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> gegangen. Aus gutem Grund hei&szlig;t das 1867 im ersten Band ver&ouml;ffentlichte theoretische Hauptwerk von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> <em>&raquo;Das Kapital&laquo;</em> &raquo;und nicht etwa <em>&raquo;Aufruf zum Sozialismus&laquo;</em><sup>6</sup>. Zweifellos ist <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> ein Kommunist, aber der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> ist nicht zu verwechseln mit dem, was der flache b&uuml;rgerliche Verstand sich unter Kommunismus vorstellt, weder mit einem ausgepinselten Idealreich jenseitiger Zukunft, noch mit dem farb&#8209; und fantasielosen Realsozialismus diesseitiger Vergangenheit.</p>
<p>In der ersten Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels, der &raquo;Deutschen Ideologie&laquo; hei&szlig;t es: <em>&raquo;Der Kommunismus ist f&uuml;r uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung.&laquo;</em><sup>7</sup></p>
<p>Um diese Voraussetzungen grundlegend kritisieren zu k&ouml;nnen, muss die Theorie radikal sein &ndash; radikal von lateinisch radix bedeutet Wurzel; und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> fordert die Kritik auf, <em>ad hominem</em> zu demonstrieren, also am Menschen. Er schreibt: <em>&raquo;Die Theorie&#160;&#8230; demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel f&uuml;r den Menschen ist aber der Mensch selbst.&laquo;</em><sup>8</sup> Weiter hei&szlig;t es, &raquo;<em>dass der Mensch das h&ouml;chste Wesen f&uuml;r den Menschen sei.&laquo;</em><sup>9</sup></p>
<p>Hieraus leitet sich f&uuml;r <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> ein kategorischer Imperativ ab &ndash; <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> verweist mit diesem Postulat eines kategorischen Imperativs auf die Moralphilosophie Immanuel Kants, die in mehreren Varianten einen kategorischen Imperativ formuliert, etwa: <em>&raquo;Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k&ouml;nne&laquo;</em> (KdpV. S.&#160;36); oder: <em>&raquo;Handle nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass die zu allgemeines Gesetz werde&laquo;</em> &ndash;, der folgenderma&szlig;en lautet: <em>&raquo;… alle Verh&auml;ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver&auml;chtliches Wesen ist&laquo;</em>.<sup>10</sup></p>
<p>Wir sehen hier, dass der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> keine &ndash; wie es im Jargon der b&uuml;rgerlichen Sozialwissenschaft hei&szlig;t &ndash; normative Theorie ist. Das hei&szlig;t, es geht nicht darum darzustellen oder Vorstellungen davon zu entwickeln, wie Menschen leben sollen. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> ist aber auch keine deskriptive Theorie, die einfach beschreibt, wie es ist. Vielmehr ist der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> eine <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a>: und zwar Kritik im Sinne des griechischen Wortursprungs = Teilen, Ur-Teilen, Zerlegen etc.</p>
<p>Die Marxsche Theorie kann als Versuch aufgefasst werden, die Kritik der Verh&auml;ltnisse aus der Logik der Verh&auml;ltnisse selbst freizulegen. Und in diesem Sinne ist der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> kritisch. &ndash; Wenn man das in Analogie zu dem philosophischen Programm Immanuel Kants sagen m&ouml;chte &ndash; bei Kant geht es ja um die Bedingungen der M&ouml;glichkeit von Erkenntnis &ndash;, dann l&auml;sst sich f&uuml;r die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> von Karl <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Friedrich Engels sagen, ihr geht es um die Bedingungen der M&ouml;glichkeit von Emanzipation.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a> ist also <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a>, und als solche Theorie der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>. Was bedeutet aber in diesem Zusammenhang <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>?</p>
<p><a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> ist nicht etwas, was es immer schon gegeben hat. Man kann nat&uuml;rlich sagen, der Mensch ist seit seinen Urspr&uuml;ngen in bestimmte Formen der Vergesellschaftung eingebunden: in Familien, St&auml;mmen, Sippen etc. Aber die spezifische Gestalt, die mit dem Begriff der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> in der Weise gefasst wird, wie wir heute von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> reden, ist &uuml;berhaupt erst hervorgegangen aus den Prozessen, die mit der Entfaltung der modernen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, der Moderne selbst verbunden sind. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> in diesem Sinne bezeichnet, so <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, die <em>&raquo;konkrete Totalit&auml;t&laquo;</em> menschlichen Daseins. Das hei&szlig;t: die Gesamtheit der Wirklichkeit und M&ouml;glichkeit menschlicher Existenz.</p>
<p>Entscheidend ist der systematische Zugang zur Welt. Ausgangspunkt ist hier die Philosophie des deutschen Idealismus, ma&szlig;geblich die Philosophie Hegels.</p>
<p><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> schreibt im Vorwort zu seiner <em>&raquo;Kritik der Politischen &Ouml;konomie&laquo;</em> von 1859 (es handelt sich bei diesem Buch um eine Vorstudie zum <em>&raquo;Kapital&laquo;</em>): <em>&raquo;Meine Untersuchung m&uuml;ndete in dem Ergebnis, dass Rechtsverh&auml;ltnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst zu begreifen sind noch aus der so genannten allgemeinen Entwicklung des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverh&auml;ltnissen wurzeln, deren Gesamtheit Hegel, nach dem Vorgang der Engl&auml;nder und Franzosen des 18. Jahrhunderts, unter dem Namen ’b&uuml;rgerliche <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>’ zusammenfasst, dass aber die Anatomie der b&uuml;rgerlichen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> in der politischen &Ouml;konomie zu suchen sei.&laquo;</em><sup>11</sup></p>
<p>Weiter hei&szlig;t es an dieser Stelle &ndash; und jetzt folgen die f&uuml;r den Marxschen Begriff der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> zentralsten Gedanken: <em>&raquo;Das allgemeine Resultat, das sich mir ergab und, einmal gewonnen, meinen Studien zum Leitfaden diente, kann kurz so formuliert werden: In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabh&auml;ngige Verh&auml;ltnisse ein, Produktionsverh&auml;ltnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkr&auml;fte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverh&auml;ltnisse bildet die &ouml;konomische Struktur der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer &Uuml;berbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozess &uuml;berhaupt. Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.&laquo;</em><sup>12</sup></p>
<p>Sein und Bewusstsein, Basis und &Uuml;berbau, das sind gleichsam die konzeptuellen Fundamente der Marxschen kritischen Theorie der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>. In diese Struktur ist der Mensch eingebunden beziehungsweise diese Struktur ist durch den Menschen bestimmt. <em>&raquo;In seiner Wirklichkeit&laquo;, so <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> in den ber&uuml;hmten Thesen &uuml;ber Feuerbach, ist das &raquo;menschliche Wesen&#160;&#8230; das Ensemble der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse.&laquo;</em><sup>13</sup> Und: <em>&raquo;Alles gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizism[us] veranlassen, finden ihre rationelle L&ouml;sung in der menschlichen Praxis und in dem Begreifen dieser Praxis.&laquo;</em><sup>14</sup></p>
<p>Der damit von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> begr&uuml;ndete Materialismus  begreift den Menschen derart <em>&raquo;subjektiv&laquo;</em>, das hei&szlig;t in Bezug auf seine <em>&raquo;&rsquo;revolution&auml;re&rsquo;, … &rsquo;praktisch-kritische&rsquo; T&auml;tigkeit&laquo;</em><sup>15</sup>. Der Standpunkt dieses, wie <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> sagt, neuen Materialismus ist <em>&raquo;die menschliche <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> oder die gesellschaftliche Menschheit&laquo;</em>.<sup>16</sup></p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>In diesen S&auml;tzen haben wir gewisserma&szlig;en den Spannrahmen der Marxschen kritischen Theorie der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> als historischer Materialismus, als materialistische Auffassung von der Geschichte.</p>
<p>Hier kommt nun die Dialektik ins Spiel, n&auml;mlich als die, Geschichte und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> konstitutiv bestimmende, Logik: es geht dabei um Widerspr&uuml;che, die f&uuml;r die bestehenden Verh&auml;ltnisse nicht zuf&auml;llig sind, sondern notwendig und wesentlich diesen Verh&auml;ltnissen eingeschrieben sind. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels haben mit anderen Worten erstmals die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> als strukturelle Dynamik begriffen.</p>
<p>Die b&uuml;rgerliche <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> unterscheidet sich nunmehr wesentlich von den ihr vorausgegangenen Gesellschaftsformationen nicht nur durch die Intensit&auml;t der Widerspr&uuml;che, sondern auch durch ihre tendenzielle Verlagerung in die abstrakt bleibende Struktur. Herrschaftsverh&auml;ltnisse im Kapitalismus tendieren anders gesagt notwendig dazu, unsichtbar zu werden &ndash; die Widerspr&uuml;che laufen <em>&raquo;hinter dem R&uuml;cken der Menschen&laquo;</em> ab.</p>
<p>Das liegt daran, dass die kapitalistische <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> von einer ohnehin abstrakten Logik bestimmt ist, n&auml;mlich der, der allgemeinen Warenproduktion zugrunde liegenden, Tauschwertlogik. Wir gehen Arbeiten, gehen Einkaufen und reproduzieren damit permanent das kapitalistische System als Ganzes, ohne dass uns bewusst ist, warum und wieso. Vielmehr erscheint uns die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> in ihren grunds&auml;tzlichen Verh&auml;ltnissen &ndash; Lohnarbeit, Warentausch, Warenproduktion, Geld, Staat etc. &ndash; als nat&uuml;rlich.</p>
<p>Fragen wir uns spontan, was unsere <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> kennzeichnet, so f&auml;llt uns vermutlich eine spezifische Kultur oder Politik ein, zivilisatorische Errungenschaften oder Techniken, Werte und Normen &ndash; davon, dass diese <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> aber vor allem eine warenproduzierende ist, sehen wir in der Regel ab. Tats&auml;chlich haben diese Vorstellungen wenig mit dem zu tun, was unser eigenes gesellschaftliches Leben ausmacht. Wir kommen in den Bildern, die wir uns von der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> machen &ndash; und wir sind ja ein Teil davon &ndash; eigentlich kaum vor.</p>
<p>Hier gibt es einen weiteren Begriff im <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marxismus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marxismus">Marxismus</a>, der allerdings in sehr unterschiedlicher und widerspr&uuml;chlicher Weise interpretiert wird: Ideologie. Mit Ideologie bezeichnen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels das notwendig falsche Bewusstsein. Das sind keine individuellen Abweichungen oder verkehrte Meinungen. Vielmehr ist Ideologie die, das moderne Denken pr&auml;gende, moderne Bewusstseinsform. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> spricht hier vom Warenfetischismus: Genauso, wie man einem Fetisch eine Macht einr&auml;umt, die ihm nicht zukommt, die aber im fetischistischen Bewusstsein sich best&auml;tigt &ndash; etwa eine kleine Figur, die bei entsprechender Behandlung Regen erzeugt; wenn der Regen ausbleibt, liegt es am falschen Umgang mit der Figur &ndash; genauso ist der Fetischcharakter der Ware zu begreifen.</p>
<p><em>&raquo;Sie wissen das nicht, aber sie tun es.&laquo;</em><sup>17</sup> Slavoij Zizek hat vorgeschlagen, diesen Satz von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> als Definition f&uuml;r Ideologie zu nehmen.</p>
<p><strong><em>2. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a></em></strong></p>
<p>Wie verh&auml;lt sich diese <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kritische-theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kritische Theorie">kritische Theorie</a> der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> nun zur <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>, beziehungsweise was bedeutet das f&uuml;r die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>, f&uuml;r die K&uuml;nste, f&uuml;r die Kultur?</p>
<p>Wir m&uuml;ssen zun&auml;chst feststellen: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und auch Engels haben nicht viel &uuml;ber <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> geschrieben. Auch die Interpretation, <em>&raquo;Kultur&laquo;</em> stellt nach <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> den <em>&raquo;&Uuml;berbau&laquo;</em> dar, ist im &Uuml;brigen nicht ganz korrekt. Tats&auml;chlich kommt der Begriff der Kultur, so wie er heute etwa in den Kulturwissenschaften verwendet wird, bei <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> noch nicht vor. Das ist wichtig f&uuml;r die Frage, welches Verst&auml;ndnis <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels von der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> haben: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> ist n&auml;mlich nicht, wie es sich in der b&uuml;rgerlichen Theorie im neunzehnten Jahrhundert etabliert, Teil oder Tr&auml;ger der Kultur &ndash; als von der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> abgetrennte Sph&auml;re affirmativer Werte und Vorstellungen, sondern <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> ist als soziales Verh&auml;ltnis zu begreifen. Und als soziales Verh&auml;ltnis steht im Vordergrund <em>a)</em> die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion, <em>b) </em>die Frage nach den spezifischen Produktionsverh&auml;ltnissen der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> beziehungsweise der K&uuml;nste. Die gesellschaftliche Funktion geht dabei nicht im &Ouml;konomischen auf (etwa im Sinne einer Kritik der Kommerzialisierung von <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>), sondern impliziert die &Auml;sthetik, aber nicht als idealistische Theorie der Wahrnehmung und des Sch&ouml;nen etc., sondern als materialistische Analyse der Funktion des Scheins, als Dialektik der Ideologie (deshalb spricht der marxistische Literaturwissenschaftler Terry Eagleton von der Ideologie der &Auml;sthetik [&raquo;The Ideology of the Aesthetic&laquo;, 1990]).</p>
<p><strong>Anmerkungen</strong></p><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_481" class="footnote">1968, in: &raquo;Politische Messungen, Pestzeit, Vorm&auml;rz&laquo;, GA 11, Frankfurt am Main 1985, S.&#160;445</li><li id="footnote_1_481" class="footnote">Brieflich zitiert von Engels an Paul Lafargue am 27. August 1890, in: MEW Bd.&#160;37, S.&#160;450; vgl. auch Engels in MEW Bd.&#160;22, S.&#160;69.</li><li id="footnote_2_481" class="footnote">Ernst Bloch, &raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, aufrechter Gang, konkrete Utopie&laquo;, in: &raquo;Politische Messungen, Pestzeit, Vorm&auml;rz&laquo;, GA 11, Frankfurt am Main 1985, S.&#160;445 f.</li><li id="footnote_3_481" class="footnote">Karl <a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Friedrich Engels, &raquo;Das Manifest der Kommunistischen Partei&laquo;, in: MEW Bd.&#160;4, S.&#160;461.</li><li id="footnote_4_481" class="footnote">&raquo;Briefe aus den &raquo;Deutsch-Franz&ouml;sischen Jahrb&uuml;chern&laquo;, September 1843, in: MEW Bd.&#160;1, S.&#160;344</li><li id="footnote_5_481" class="footnote">Vgl. Ernst Bloch, &raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, aufrechter Gang, konkrete Utopie&laquo;, in: &raquo;Politische Messungen, Pestzeit, Vorm&auml;rz&laquo;, GA 11, Frankfurt am Main 1985, S.&#160;455.</li><li id="footnote_6_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a> und Engels, &raquo;Deutsche Ideologie&laquo;, MEW Bd.&#160;3, S.&#160;35.</li><li id="footnote_7_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung&laquo;, in: MEW Bd.&#160;1, 385.</li><li id="footnote_8_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung&laquo;, in: MEW Bd.&#160;1, 385.</li><li id="footnote_9_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, ›Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung&rsaquo;, in: MEW Bd.&#160;1, 385.</li><li id="footnote_10_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, ›Zur Kritik der Politischen &Ouml;konomie &middot; Vorwort&rsaquo;, MEW Bd.&#160;13, S.&#160;8.</li><li id="footnote_11_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;Zur Kritik der Politischen &Ouml;konomie&#160;&#8211; Vorwort&laquo;, MEW Bd.&#160;13, S.&#160;8 f.</li><li id="footnote_12_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;[Thesen &uuml;ber Feuerbach]&laquo;, in: MEW Bd.&#160;3, S.&#160;6.</li><li id="footnote_13_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;[Thesen &uuml;ber Feuerbach]&laquo;, in: MEW Bd.&#160;3, S.&#160;7.</li><li id="footnote_14_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;[Thesen &uuml;ber Feuerbach]&laquo;, in: MEW Bd.&#160;3, S.&#160;5.</li><li id="footnote_15_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;[Thesen &uuml;ber Feuerbach]&laquo;, in: MEW Bd.&#160;3, S.&#160;7.</li><li id="footnote_16_481" class="footnote"><a href="http://www.beatpunk.org/tag/marx/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marx">Marx</a>, &raquo;Das Kapital&laquo;, Band 1, MEW Bd.&#160;23, S.&#160;88.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>A Collective of Collectives</title>
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		<pubDate>Mon, 12 May 2008 22:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cathy</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Unsere New-York-Serie hat Station im ABC No Rio gemacht, einem in Manhatten angesiedelten linken Zentrum, das sich zwischen Punkrock, Kunst und Politik bewegt. Wie es im Laden und der Stadt so aussieht, haben wir Steve Englander gefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das <a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a> in der Lower East Side. Ein Gespr&auml;ch mit Steven Englander.</strong></p>
<p>Auf meiner <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> Reise stand ein Projekt ganz weit oben auf der Liste: das <a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a>. Es ist seit &uuml;ber 25 Jahren fester Bestandteil der Lower East Side, auch wenn diese Freiheit immer wieder erk&auml;mpft werden musste. Das No Rio ist <em>&raquo;center for arts and activism&laquo;</em> und beherbergt neben Punk-und Hardcorekonzerten, politisch ausgerichtete Kunstausstellungen, eine der gr&ouml;&szlig;ten <em>&raquo;zine libraries&laquo;</em> der Ostk&uuml;ste, eine Druckerei und ein Computer Pool. Daneben gibt es regelm&auml;&szlig;ige <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>-und Photokurse und die Gruppen von <em>&raquo;Food not Bombs&laquo;</em> und <em>&raquo;Books for Prisoners&laquo;</em> nutzen die R&auml;umlichkeiten. Seit seiner Entstehung war das No Rio immer wieder von existenziellen Problemen bedroht. Es hat sich aber, im Gegensatz zu anderen Projekten, als einziges durchgewurstelt. Dies ist erstaunlich in einer Gegend, die seit den 1980ern &ouml;konomische Metamorphosen durchmachte und nun einer der teuersten Gegenden in Manhattan ist. Die endg&uuml;ltigen Schlie&szlig;ung konnte nur durch den Kauf des Hauses im Juni 2006 abgewendet werden. Doch nun wird &uuml;ber eine Million US-Dollar f&uuml;r die Renovierung ben&ouml;tigt.</p>
<p>Ich traf mich mit Steven Englander, der seit &uuml;ber 15 Jahren am No Rio t&auml;tig ist und es mit einer kleinen Gruppe von Freunden am Laufen h&auml;lt. &Uuml;ber Geschichte, Aufbau, Finanzierung und Probleme des Zentrums, fragte ich Steven &uuml;ber eine Stunde lang aus.</p>
<p><strong>Beatpunk Webzine (KC): The first question addresses the financial aspect of No Rio. You offer a lot of resources, but the admissions for concerts are low. How does No Rio funds all costs? </strong></p>
<p><a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a> (Steven): Well, first of all No Rio gets some money from the State of <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a>, <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> State Council On The Arts, and now for the first time of the year we&rsquo;re getting money from the city for programming exhibitions, from an agency called the Department of Cultural Affairs. In the early days of No Rio they did get some from the NEA, National Endowment for the Arts, which is from the federal government. But I actually don&#8217;t apply to it, because of political and cultural issues that happened in the United States in the late 1980s. There were serious limitations on how federal money can be used. You know I&#8217;m just not interested in pursuing this, and they&#8217;re focus is mostly on big institutions and supporting the arts, what is called <em>&raquo;underserved areas&laquo;</em>, <em>&raquo;rural areas&laquo;</em>. And we wouldn&rsquo;t get a lot. And there are some obscenity related issues with the NEA, when it became part of the <em>&raquo;Cultural Wars&laquo;</em>. In the United States between 1986 and 1992, where the right-winged politicians basically used the arts and culture as a whipping boy, to wire up conservative and Christian parts of the population by pointing at some, what they thought would be extreme artworks. Artwork that dealt with gender issues and homoeroticism and stuff like that.&#160;I guess, internationally the most famous artist who got caught up with the NEA, was the late Robert Maplethorpe. The photographer, who actually has a really beautiful style but with its homoerotic gimmickry. And there were some museums that showed some of his work that received federal money. So, there was a huge publicity storm about that. The other organization that supports the humanities got totally taken over by the right wing. The National Endowment for the Humanities is still by right wing ideologs. The vice presidents wife, Cheney&rsquo;s wife, was the head of the NEH.<br />
So it was really used by right-winged politicians to stir up conservative parts of the United States against federal funding for the arts. Now you have to sign a pledge, that if you were to receive federal money, you wouldn&rsquo;t be going for work they consider obscene. And I&rsquo;m not going to do that sort of thing. So we got state money from the <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> State Council on the Arts for a long time, and from the Department of Cultural Affairs. And we started doing that, because they were formed, how the Department of Cultural Affairs in NYC worked. In the past it used to be a very political process and you would need to lobby your politicians to get funding for your arts projects. And in some instances it makes sense for things to work that way, like if you doing social services or things like that. But it does become problematic when you have to lobby a politician to support your art. So they had gotten DCA money in the early years. In my involvement I&rsquo;d never applied for because I thought it was inappropriate to get programming money for arts by having to lobby politicians. But they&rsquo;re changing that. They&rsquo;re making up the model that the state has, where you submit a proposal that judges down the artistic merits by a panel of experts in that field, so exhibitions are judged by expertises in visual arts. So we applied for the first time, so they changed the way it happens. So we got a little bit of money and we get it again this year, so we asked for more. We do get city funding and we&rsquo;ve got state funding for a long time.&#160;I didn&rsquo;t have any intention getting NEA money for arts programming here. There are actually people here who are starting to research transient government funding. By seeing what the government actually funds, you can correlate it to political changes, you can see how people are changing.</p>
<p><strong>Are there any other projects that <a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a> collaborates with?</strong></p>
<p>Informally you can say we are part of the informal network of political and cultural spaces in NY and across the country. Cause people found out about us from all over. But it&rsquo;s an informal network. There is no sort of formal group of spaces at the margins of culture and politics like we have. And there have been a few times, where people tried to set them up, but it&rsquo;s actually never really worked out that well. And even among just the arts, when they had an organization of small non-profit organizations that were set up by artist, the National Associations of Artists Organizations. That Organization didn&rsquo;t survive that political onslaught that happened on the federal level. Even among art organizations that aren&rsquo;t big institutions like museums, there is no association, where everybody joins in. Among the more marginal ones it&rsquo;s the same thing. There are only loose networks, that aren&rsquo;t formalized in any way, like a federation. There have been attempts that haven&rsquo;t succeeded.</p>
<p><strong>There are affiliated projects at No Rio like, the <em>&raquo;Food not Bombs&laquo;</em> group and <em>&raquo;Books through Bars&laquo;</em></strong></p>
<p>Yeah, they&rsquo;re independent projects, that for years now we provided material support to and space. So <em>&raquo;Food not Bombs&laquo;</em> are here, they are doing on the second floor cooking. And <em>&raquo;Books through Bars&laquo;</em> don&rsquo;t need our space anymore, they actually moved their operations to Brooklyn, but we still provide them material support, so people make them donations that pass through us, they still use us as their voice mail, as a mail drop. And some of the people that volunteer help <em>&raquo;Books through Bars&laquo;</em> and we sort of gave them a home. But <em>&raquo;Books trough Bars&laquo;</em> are independent, we call them <em>&raquo;affiliated project&laquo;</em>. </p>
<p><img src="http://www.beatpunk.org/uploads/abc_no_rio_steven.jpg" alt="" title="Steven Englander" width="440" height="100" class="alignnone size-full wp-image-480" /></p>
<p><strong>How many people are associated with <a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a> at the moment?</strong></p>
<p>In terms of people who are involved in running everything, like the guys who run the computer centre, the volunteers who run the print shop, it&rsquo;s probably 50 to 60, including the shows that go on. Parts of it are big though, there might be 15 or 20 people involved in making the punk shows happen. Some of them are small, like three people running the print shop, there are half a dozen people doing the darkroom, half a dozen people doing the computer centre, half a dozen people in the zine library. <em>&raquo;Food not Bombs&laquo;</em> is a rotating crew, hard to keep track on. There are about 5 poets who run the poetry readings and feature readings, there&rsquo;s a couple of that who does the experimental series. There are about eight people who are running the Visual Arts Committee and they curate the exhibitions.&#160;I mean it goes up and down over the course of the year. </p>
<p><strong>Is there a central plenary at No Rio?</strong></p>
<p>Well, No Rio is a collective of collectives. Some of groups call themselves <em>&raquo;sub collectives&laquo;</em>. Like the punks. Fortunately or unfortunately, there are people who don&rsquo;t like to go to meetings, but they like working on their projects, so stuff gets done, but sometimes there might only be four people at the monthly meeting. Ultimately to keep the place running it&rsquo;s better off having people who like to work. But don&rsquo;t like to go to meetings. But we do have the monthly meeting to address issues related to No Rio. For the most part it&rsquo;s about fundraising, organizing benefits, meeting with the architect. Because we are non-profit we also got a Board of Directors, by law we have to have that. So there&rsquo;s a view committees where are Board and volunteers together. And the Board is supposed to be a little bit more reserved and they&rsquo;re supposed to looking after, they approve the budget for the whole thing. They&rsquo;re supposed to have the big picture. And the collective does the day to day stuff. </p>
<p><strong>How would you assess the interaction with the community? For example, how often is the zine library or the dark room frequented?</strong></p>
<p>It sort of varies; the busiest place is the print shop, in terms of activity that goes on. A lot of people come in when it&rsquo;s open, especially on Thursday. The darkroom is less frequented, cause there is fewer and fewer people doing photography as an mechanical process.</p>
<p>So, I think here the community is less geographically defined, the community is defined by values and aspirations that individuals share, regardless where they live in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> City. When I first started coming by No Rio twenty years ago, most of the people who did stuff here and who came here, lived in the neighbourhood. Now, few people who do stuff can afford to live in the neighbourhood. So it&rsquo;s less geographically defined to the Lower East Side, the only exception is, the arts education stuff. We do classes in photography and primarily the young people, involved in those classes come from the neighbourhood. Cause we do the outreach to local schools, we sent to the art teachers in the schools information about our photography classes</p>
<p><strong>I was wondering about why there is no radical left movement in the US, although there used to be incidents where radicals gather from time to time (like Seattle 1999). Further, there are hundreds of activists groups, anarchists, left groups, Marxists, grassroots activists and so on who are in tradition of a left in the US. But there is no broader movement.</strong></p>
<p>Yeah, it really only happens during huge events.&#160;I mean it started happing again, because people are protesting the nominating conventions for both political parties and it was the same in the summer of 2004, when the Republican National Convention happened here in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> City. So there was a lot of organizing and relationships were made by people doing different projects, projects here in NY and outside of the city. It happened in a big way, but they never really seem to get solidified. On the personal level obviously, connections will be made but on an institutional level or organizational level it doesn&rsquo;t seem to happened here in the US. Those networks don&rsquo;t get institutionalized. They&rsquo;re made, but they&rsquo;re informal networks. And the media is so controlled by the corporations, that they don&rsquo;t report on them. And it seems if a network emerges one year, they have to reinvent it the other, that&acute;s how it seems to me, but I&rsquo;m not on the inside organize. There is a transferring knowledge or transferring connections, but the US is more individualistic society in general than the European countries, and I think a lot has to do with that. It goes on, but nothing following is able to focus and carry the momentum to the next thing and that&rsquo;s the difference. It&rsquo;s like you have those sporadic incidents. You know that thing in Seattle&#8230; there were a few smaller things that happened after that and then it sort of diminished. And George Bush then got elected. </p>
<p><strong>How would you assess the political, social and cultural situation in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> City since the beginning of the 1990s? How does city politics develop after the splitting up of all the squats and after the &lsquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/gentrification/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gentrification">gentrification</a>&rsquo; process started?</strong></p>
<p>Well, in No Rio&rsquo;s case&#8230; No Rio&rsquo;s weird, because we ended up with the city own building. So we had to work with the city. In sub cultural stuff, they don&rsquo;t get institutionalized here in the US. It&rsquo;s weird on the one hand No Rio wants to maintain a certain amount of underground credibility, and on the other hand you can&rsquo;t. But I think, for other stuff like street artists and people doing graffiti, they have no need for that sort of institutionalization, we have to go through. And <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> is so expensive, so fewer and fewer people can afford to live here.&#160;I know a bunch of people who moved to Mexico City or Berlin. So in the future, that&rsquo;s probably the trend that is going on, there is no immediate solution. The real changes have less to do with who is in the mayor&rsquo;s office, than the cost of real estate. But there are still a lot of young people coming to NY. But it was a lot easier when I was their age, rents were cheap and I only had to work half the time and I had lots of free time to do all sorts of projects.&#160;I think it got really more to do with the increasing cost of living in NY that is impacting what goes on culturally in the mainstream and within subcultures. The mayor we have right now, was elected in as a Republican, he&rsquo;s a billionaire but is probably the more friendly to the arts mayor, that we&rsquo;ve had in a long time and he supports a lot of public art, which isn&rsquo;t sub cultural and he is dedicating more money to the arts. And a Republican in NY is different than a Republican in the southern parts of the United States, he&rsquo;s still gotta be pretty liberal. He&rsquo;s also pro-development which leads to less and less room for people who can afford to live here. Well you referred to the squats too and I mean right now there is probably a couple of squats up in the Bronx but the squatters movement is over in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> City. They went legal and some of us are getting old, I&rsquo;m 46, we have children and at a certain point you want to stop worrying about. </p>
<p>So the city didn&rsquo;t directly negotiate with the squatters, because they&rsquo;ve a policy of not doing that. So there was a Third Party developer, that&rsquo;s a non-profit organization that develops low-income housing and the city gave them the buildings. They develop them, what is called <em>&raquo;low-income limited equity-co-ops&laquo;</em>. So they have limited equity, what means you can&rsquo;t sell them for market price. There where 12 squats in the neighbourhood and all twelve took part in this.</p>
<p><strong>Is there a similar project like No Rio existing in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a>?</strong></p>
<p>There is nothing exactly like us with the degree of political engagement that we have. There are other arts centres and there are other political organizations, but most of the arts centres are less political then we are. They haven&rsquo;t emerged out of the same situation. They haven&rsquo;t merged out of subculture. They were mostly formed by artists. There is 16 Beaver and ad hoc in Williamsburg, that does a lot of graffiti and street art exhibitions. There is a place on long island city called the Flux factory. There are some punk spaces, but they don&rsquo;t have all the other stuff that we do.</p>
<p><strong>What does the term <em>&raquo;political&laquo;</em> or <em>&raquo;being political&laquo;</em> mean to you? </strong></p>
<p>Here I tend to use <em>&raquo;social engagement&laquo;</em> and artist who actually deal with. Here &lsquo;politics&rsquo;, people tend to think of electoral politics. So we actually don&rsquo;t get involved in politics in that way. Sometimes we take a stand on something, if somebody asks. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/abc-no-rio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ABC No Rio">ABC No Rio</a> doesn&rsquo;t take stands on particular issues, there is no political program that we espouse. And the range of people is too broad.&#160;I think one of the reasons that we survived all the years is because we don&rsquo;t do that.</p>
<p>At our meetings we don&rsquo;t necessarily arguing over political issues. People tend to describe No Rio as anarchist. But only because of the degree of spontaneity and informality that goes on that attracts people who are anarchist. But there are also people who vote and who are more &lsquo;mainstream&rsquo;.</p>
<p>I prefer <em>&raquo;social engagement&laquo;</em> for the kind of work we support. We don&rsquo;t do a political litmus test. But a lot of art work we do is like in some respects politically connected. Like the exhibition we had last spring <em>&raquo;Hidden&laquo;</em>, which was about misrepresenting things. And sometimes we do more explicit shows, like the Street art exhibition from Oaxaca, Mexico. For me social engagement or political work means being involved. </p>
<p><strong>What does the term <em>&raquo;left&laquo;</em> mean to you?</strong></p>
<p>Here everybody would agree that they are on the left. But <a href="http://www.beatpunk.org/tag/new-york/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New York">New York</a> is the most liberal city in the country anyway. It&rsquo;s hard to say, I think for myself and for the most people who are actively involved here it has to do with scepticism about the efficiency of free markets and the efficiency and ability of government to solve problems brought about by free market. So in a nutshell it&rsquo;s that. In the United States it&rsquo;s actually kind of weird because there are people who are like libertarians, who are in favour of the free market, who are also sceptical about governmental invention in other areas of people&rsquo;s life. On some point at the extremes there is actually some cross pollination, but we don&rsquo;t get too many right-wing anarchists or right-wing libertarians coming here. It&rsquo;s actually about the anarchists and the socialists here. It&rsquo;s been a long time since the US had functioning socialistic qualities and it is probably the era that people look back. Sort of romanticized vision from the United States of the 1950s, when we still had programs developed after the Great Depression, you know the New Deal, a lot of that stuff disappeared. Things my dad grew up with, when he was a kid. But even then it was nothing compared to what social programs the European Countries have for their citizens. So here the left would include people who would recognize that there is government solutions to problems inherent to the free market, and more anarchistic people are somewhat sceptical about that.</p>
<p>The United States is a really conservative place, so people who are Republican consider the Democrats to be the Leftists. But most Leftist don&rsquo;t consider the Democrats to be Leftist. They recognize them being left to the Republicans on a continuum, but I don&rsquo;t think they would say that they are Leftist. Within the Democratic Party there are some people, you could say they are Leftist. There is a guy named Barney Sanders, who&rsquo;s actually a socialist and there was a guy from Minnesota, called Paul Wellstone. He was pretty far left. And if we would have an actual left party, he probably would have been part of it. But we don&rsquo;t, so the people who have the capacity to bring in some left ideas, end up being the extreme left wing of the Democratic Party.</p>
<p>It&rsquo;s a little bit different here. But I mean with the News and Letters group or any of the other, I call them the <em>&raquo;alphabet soup of Marxist Leagues and Parties&laquo;</em>, because there are dozens and dozens of them and they are tiny, they all do nothing. It&rsquo;s not going to happen in the United States. They are not going to have their vanguard party and overthrow the government.&#160;I think right now among young people, for the most part, I think the most of those organizations like News and Letters, they are dying off in the next 20 or 30 years. But trying to talk about the <em>&raquo;Left&laquo;</em> in the United States is almost like trying to describe a cloud.</p>
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		<title>Peters. &#187;Auffallen Durch Umfallen&#171;</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 12:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Abel vB</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Platten]]></category>

		<category><![CDATA[Peters]]></category>

		<category><![CDATA[Unterm Durchschnitt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue peters.-Platte ist da. Wer die peters. nicht kennt, sie nie gesehen hat oder ihren Werdegang verfolgte, f&#252;r den nur eine kleine Meldung im gro&#223;en Musikbusiness, sicherlich. Eine Ver&#246;ffentlichung mehr, was st&#246;rt es mich. Wer aber zu der anderen Menge von Menschen geh&#246;rt, denen die peters. seit ihrer Single, einem Konzert oder einer langen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>.-Platte ist da. Wer die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>. nicht kennt, sie nie gesehen hat oder ihren Werdegang verfolgte, f&uuml;r den nur eine kleine Meldung im gro&szlig;en Musikbusiness, sicherlich. Eine Ver&ouml;ffentlichung mehr, was st&ouml;rt es mich. Wer aber zu der anderen Menge von Menschen geh&ouml;rt, denen die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>. seit ihrer Single, einem Konzert oder einer langen Nacht etwas bedeuten, wird aufatmen und denken: Endlich. Denn wie es sich f&uuml;r unwillige Recken der Gitarrenmusik geh&ouml;rt, zog sich lang, lang der Entstehungsproze&szlig; an deren Ende <em>&raquo;Auffallen durch Umfallen&laquo;</em> steht. </p>
<p>Umfallen? Durch trinken? Sind die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>. eine Trinkerband? Sofern sie es sein sollten, was sie f&uuml;r sich vermutlich niemals proklamieren w&uuml;rden, sind sie dann doch keine Trinkerband im klassischen Sinne. Trinker, in diesem Sinne, vielleicht: immer bereit eine Geschichte zu erz&auml;hlen und noch ein Bier zu bestellen, egal wie sehr sich die Zeit beeilt. Eine Nacht geht nie zu Ende. Und diese Ruhelosigkeit, an deren Ende viel zu oft ein ungutes Gef&uuml;hl auf dich und mich wartet, wenn das Zimmer viel zu klein ist, um dem Kater ein warmes Pl&auml;tzchen zu bescheren, durchzieht diese Ver&ouml;ffentlichung wie selten eine Platte. Die deutschsprachigen Texte legen sich wie eine Decke aus Drahtwolle auf ein Bett in dem jemand schl&auml;ft von dem man nur die Freunde kennt. North Of America, Q And Not U und Les Savy Fav sind f&uuml;r die f&uuml;nf Musiker sicherlich keine Unbekannten. </p>
<p>Dennoch ist der Sound stringenter, n&auml;her an der Melodie, die sich vielleicht mal verbirgt, irgendwann dann doch wieder auftaucht. Der Punk vergangener Tage ist nicht g&auml;nzlich verschwunden, komplett raus. Nur mal beim Friseur gewesen, hat sich eine neue Jacke gekauft oder vielleicht auch nur das Dosenbier gegen eine Flasche Beck&#8217;s getauscht. </p>
<p>Bei den <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>. kommt viel zusammen, das man eigentlich getrennt kennt. Eigenwilliges Gitarrenspiel das zum L&auml;rm tendiert wird f&uuml;r die saubere Linie um eine Orgel erg&auml;nzt und dann zu einem Rhythmus, der keiner sein will. </p>
<p>So bleibt der deutsche Gesang das einzige Fragment aus den Deutschpunk&#8217;esquen Zeiten der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/peters/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Peters">peters</a>., die mit <em>&raquo;Auffallen durch Umfallen&laquo;</em> der affektierten Masse von langweiligen Bands, die <em>&raquo;so was mit Gitarre und deutschen Texten&laquo;</em> machen, mal ’nen Schnaps spendiert haben und mit ihrer Musik eindeutig in <a href="http://www.beatpunk.org/tag/hamburg/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hamburg">Hamburg</a> angekommen sind. Ach so, und nat&uuml;rlich Texte zum Nachdenken!</p>
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		</item>
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		<title>Plemo and Rampue &#187;Love Hate Peace Fuck&#171;</title>
		<link>http://www.beatpunk.org/platten/plemo-and-rampue-love-hate-peace-fuck/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 May 2008 08:56:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Niklas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Platten]]></category>

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		<category><![CDATA[Rampue]]></category>

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		<description><![CDATA[Erste Sympathiepunkte bekommt diese CD ausgerechnet f&#252;r den mitgelieferten Promotext, der sich ansonsten bei gef&#252;hlten 90&#160;% der zu rezensierenden Tontr&#228;ger als Refugium grausamster linguistischer Verirrungen erweist. Denn wo in der Regel von Bands die &#187;abrocken&#171;, &#187;Mucke machen&#171;, &#187;die Klampfe virtuos bearbeiten&#171; und &#228;hnlichem Schwachsinn berichtet wird, geht es hier &#187;einfach darum Popmusik zu machen&#171;. Um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erste Sympathiepunkte bekommt diese CD ausgerechnet f&uuml;r den mitgelieferten Promotext, der sich ansonsten bei gef&uuml;hlten 90&#160;% der zu rezensierenden Tontr&auml;ger als Refugium grausamster linguistischer Verirrungen erweist. Denn wo in der Regel von Bands die <em>&raquo;abrocken&laquo;</em>, <em>&raquo;Mucke machen&laquo;</em>, <em>&raquo;die Klampfe virtuos bearbeiten&laquo;</em> und &auml;hnlichem Schwachsinn berichtet wird, geht es hier <em>&raquo;einfach darum Popmusik zu machen&laquo;</em>. Um Songs, die, so <a href="http://www.beatpunk.org/tag/plemo/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Plemo">Plemo</a> weiter, <em>&raquo;aus der Notwendigkeit entstehen, dass man sie macht&laquo;</em>. Solch einem von geistigem Weitblick und analytischer Sch&auml;rfe geradezu bestechendem Statement, l&auml;sst sich nicht viel hinzuzuf&uuml;gen; es steht exemplarisch f&uuml;r die ganze angenehme Unaufgeregtheit und die selbstironischen Bez&uuml;ge, die sich &uuml;ber den Tontr&auml;ger verteilt wieder finden lassen. </p>
<p>Musikalisch betrachtet handelt es sich bei <em>&raquo;Love Hate Peace Fuck&laquo;</em> um bestimmt gut tanzbare elektronische Unterhaltungsmusik, mit teilweise beachtlichen Gesangseinlagen, netten Tunes und zahlreichen Reminiszenzen, von 80er-Discomusic &uuml;ber 90er-Jahre-Trash bis hin zu aktuelleren Artisten wie Saalschutz. Manchmal klingt das Album vielleicht ein wenig zu ambitioniert gut gelaunt, aber wegen Fr&uuml;hlingsbeginn und so (alles nur Ideologie, schon klar) geht auch das.</p>
<p>Die Texte wurden leider nicht im Booklet abgedruckt. Geht man allerdings von den akustisch zu verstehenden und immer wieder auftauchenden Schlagw&ouml;rtern aus, so handelt das ganze lyrisch wohl haupts&auml;chlich vom <em>&raquo;durchdrehen&laquo;</em> und <em>&raquo;die Kontrolle verlieren&laquo;</em>. Sachen also, die man vielleicht nicht gerade als Hedonismus verkleidet zur generellen politischen Programmatik erheben sollte, allerdings ab und zu durchaus mal machen kann.</p>
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		<title>&#187;Alexander Rodchenko. Revolution In Photography&#171;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2008 20:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanno</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ausgegangen]]></category>

		<category><![CDATA[Alexander Rochenko]]></category>

		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>

		<category><![CDATA[Avantgarde]]></category>

		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>

		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>

		<category><![CDATA[Left Front Of The Arts]]></category>

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		<description><![CDATA[London, The Hayward, 07.02.-27.04.2008
Es sei zuerst vorangestellt, dass der Autor sich hier als v&#246;lliger Laie auf dem Gebiet der Fotographie &#228;ussert und auch weiterhin Kunst gerne betrachtet, aber in den wenigsten F&#228;llen viel mehr von ihr versteht als dass, was ihm von dieser oder jener Seite dazu erz&#228;hlt wird.
Die Hayward Gallery im Komplex des Londoner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>London, The Hayward, 07.02.-27.04.2008</strong></p>
<p><em>Es sei zuerst vorangestellt, dass der Autor sich hier als v&ouml;lliger Laie auf dem Gebiet der Fotographie &auml;ussert und auch weiterhin <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> gerne betrachtet, aber in den wenigsten F&auml;llen viel mehr von ihr versteht als dass, was ihm von dieser oder jener Seite dazu erz&auml;hlt wird.</em></p>
<p>Die Hayward Gallery im Komplex des Londoner Southbank Centre, das eben jene Galerie, die Royal Festival Hall, die Queen Elizabeth Hall und die Saison Poetry Library beherbergt, richtete eine grosse Retrospektive (mit rund 120 Originalobjekten) auf Leben und Werk des russischen Konstruktivisten Alexander Rodchenko (1891&#8211;1956) aus. Sie wurde von dem Moskauer House of Photography organisiert und zeigte in breiter Weise die Entwicklung im Werk Rodchenkos. </p>
<p>In St. Petersburg geboren, zog er 1916 nach seiner Ausbildung an der Kunsthochschule von Kazan, wohin die Eltern mit ihm 1901 gezogen waren, nach Moskau, um am Stroganov Institut zu studieren. (An der Kunsthochschule in Kazan lernte er 1914 seine zuk&uuml;nftige Frau Varvara Stepanova kennen). Kurz nach einer Begegnung mit dem rusisschen Futuristen Vladimir Tatlin wurde Rodchenko zum Milit&auml;rdienst eingezogen, dem die Februarrevolution von 1917, gefolgt von der Oktoberrevolution der Bolschewisten ein Ende bereitete. Rodchenko und andere K&uuml;nstler der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/avantgarde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Avantgarde">Avantgarde</a> unterst&uuml;tzten (auch) jene zweite Revolution. Der Fotograph wurde 1918 Mitglied des Departments f&uuml;r visuelle <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> im Volkskomissariat f&uuml;r Aufkl&auml;rung und organisierte k&uuml;nstlerische Aktivit&auml;ten in Moskau. Er half, die die Zeitschrift der LEF (<a href="http://www.beatpunk.org/tag/left-front-of-the-arts/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Left Front Of The Arts">Left Front of the Arts</a>) LEF und New LEF zu organisieren, die von dem Dichter Vladimir Mayakowsky herausgegeben wurden. Er gestaltete alle Titel der beiden Magazine. Die K&uuml;nstler, die sich in LEF zusammenfanden, waren gleichsam Gef&auml;hrten und Objekte des Objektivs Rodchenkos.</p>
<p><img src="http://www.beatpunk.org/uploads/rodchenko_knigi.jpg" alt="Knigi" title="rodchenko_knigi" width="440" height="141" class="alignnone size-full wp-image-477" /></p>
<p>Durch den relativen, staatlich erlaubten und regulierten Wettbewerb w&auml;hrend der Phase von Lenins NEP begann Rodchenko auch &ndash; oft unter Text-Beteiligung Mayakowskys &ndash; Werbemontagen f&uuml;r Staatsbetriebe und Einkaufszentren, wie das Moskauer Mosselprom zu gestalten. Im Zuge dessen entstand auch das schon als allgemein bekannte Bild der rufenden Lily Brik, eine Anzeige f&uuml;r das Leningrader Department des staatlichen Verlags, mit der Aufforderung, mehr B&uuml;cher zu kaufen (implizit nat&uuml;rlich zu lesen, aber dies nur nach dem Kauf). Dieses Poster (KNIGI, 1925) war auch das einzige wirklich grossfl&auml;chig farbige Exponat. Obwohl nat&uuml;rlich auch die Cover der LEF/New LEF und einige Collagen und nachcolorierte Fotos in der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/ausstellung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ausstellung">Ausstellung</a> zu finden waren, so diente <em>&raquo;KNIGI&laquo;</em> doch als zentraler Blickfang: Wenn man die Ausstellungsr&auml;ume betrat, blickte man zuerst auf das hinl&auml;nglich bekannte Plakat.</p>
<p>Die weitreichende Neugestaltung der jungen Sowjetunion war immer wieder Rodchenkos Thema. Neben der Roten Armee, deren Erster Kavallerie er ein ganzes Fotobuch gestaltete, stand ihm wiederholt die neue Architektur der Gro&szlig;st&auml;dte wie auch deren Bewohner Motiv. Die revolution&auml;re Umgestaltung der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> zog den Anspruch nach sich, eine Revolution in der Fotographie und der Bildmontage zu schaffen.</p>
<p>Die Arbeitstechniken &uuml;berschneiden und erg&auml;nzen sich bisweilen auch. Die Titel der <em>&raquo;New LEF&laquo;</em> sind Collagen, deren Stil der Typographie und &Auml;sthetik der BAUHAUS-B&uuml;chern &auml;hneln. Fotos wiederum sind Rodchenko das Ausgangsmaterial f&uuml;r die meisten Gestaltungen. Die Verbindung der beiden Elemente Fotographie und &ndash; es mag &uuml;bertrieben klingen &ndash; gestalterischer <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> ist auch in den Fotoillustrationen zu sehen, die er f&uuml;r ein Kinderbuch von S. Tretiakov im Jahr 1926 schuf. Aus Papier und Pappe gebastelte Puppen und Figuren, die mithilfe des Fotoapparats verfremdet wurden, bzw. bei denen das Spiel von Licht und Schatten ein besonderes Element des Arrangements bildet.</p>
<p>Mit dem Tod Lenins und der &Uuml;bernahme des Vorsitzes des Politb&uuml;ros der KPdSU durch Stalin trat die Revolutionierung der Fotographie bei Rodchenko zur&uuml;ck; er regredierte gleichwohl nicht vom Stand seiner technisch&#8209;&auml;sthetischen Neuerungen, sondern behielt das Niveau bei. Eine Fortentwicklung ist ab diesem Zeitpunkt aber nicht mehr zu sehen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass Rodchenko im Zuge der forcierten Neuorientierung in den K&uuml;nsten &ndash; der politische Sozialismus in einem Land forderte auch von der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> einen Beitrag: den bolschewistischen Realismus &ndash; stark ’kritisiert’ wurde: zuerst wurde er beschuldigt, westliche ’imperialistische’ Fotographen zu kopieren und sp&auml;ter ein kleinb&uuml;rgerlicher ’Formalist’ zu sein. Schwerwiegender wirkte sich aber vielleicht das 1933 erlassene Gesetz aus, nach dem &ouml;ffentliche Fotographie in Moskau nur noch mit Erlaubnis m&ouml;glich war. Angegriffen und in seiner vormaligen Position geschw&auml;cht, erhielt Rodchenko meist nur die Erlaubnis, offizielle Kundgebungen und Aufm&auml;rsche, Theater und Zirkus zu fotographieren. In Moskau bannte er m&ouml;glichst alles auf Film, was erlaubt war. Interessanterweise finden sich nun im Katalog der Londoner <a href="http://www.beatpunk.org/tag/ausstellung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ausstellung">Ausstellung</a> die Fotos von offiziellen Sportkundgebungen und Milit&auml;rparaden in einem Kapitel. Was theoretisch schon immer deutlich war, die Affinit&auml;t des Sports zum Krieg wird auch in den Fotos ausgedr&uuml;ckt: Eine Uniformit&auml;t, die zwar das Auge schmeicheln mag, da Menschen zu Formen der bildlichen Komposition degradiert sind; aber die Gleichf&ouml;rmigkeit vermag auch noch der avangardistische Blick nicht aufbrechen.</p>
<p>Au&szlig;erhalb Moskaus bem&uuml;hte sich Rodchenko Fotoreportagen zu komponieren. Es erschienen mindestens zwei Reportagen als B&uuml;cher: USSR under Construction (1933) &uuml;ber den Bau des White-Sea-Baltic Canal und From Merchant Moscow to Socialist Moscow (1932), in dem neben Rodchenko B. Ignatovich und E. Langman Fotos besteuerten.</p>
<p>Mit der Konsolidierung des Faschismus in Europa begann eine Wende in Rodchenkos Werk einzutreten. Ende 1937 notierte er in sein Tagebuch: <em>&raquo;Heute habe ich eine Menge nachgedacht und entschieden, dass ein entschiedener Einschnitt in meiner Arbeit wieder n&ouml;tig ist. Ich muss etwas sehr warmes, pers&ouml;nliche, menschliches machen! In Antwort auf die Fortschritte des Faschismus, der Speichellecker und der B&uuml;rokraten … Der Mensch ist sehr allein heute, ein jeder hat ihn komplett vergessen.&laquo;</em> &ndash; Eine Kritik, die sich eben nicht nur auf den Faschismus bezog, sondern ebenso auf die Herrschaft von Partei und B&uuml;rokratie in der Sowjetunion.</p>
<p>Rodchenko arbeitete noch an B&uuml;cher und Collagen, machte Fotos, doch er litt unter den Angriffen gegen ihn aufgrund des ’Verbrechens des Formalismus’, welche seine schwache Gesundheit immer mehr Angriffen &ndash; zus&auml;tzlich zu den H&auml;rten des Zweiten Weltkrieges. W&auml;hrend des Krieges beginnt auch seine gro&szlig;e produktive k&uuml;nstlerische Arbeit zu Erliegen. Er arbeitet als Foto-Korrespondent f&uuml;r den &raquo;Stalin Shock-worker&laquo; und ausserdem mit Stepanova an verschiedenen B&uuml;chern, die nicht ver&ouml;ffentlicht werden. W&auml;hrend er in vorstalinistischer Zeit internationale Anerkennung erlangen konnte, wird er zwar 1948 mit einem Preis zur 800-Jahr Feier von Moskau geehrt, aber dennoch nicht in den wichtigen k&uuml;nstlerischen Organen der UdSSR anerkannt. Zum Jahreswechsel 1948/49 w&uuml;nscht seine Tochter: <em>&raquo;Liebster Papa! Ich w&uuml;nsche, dass Du ein Buch dieses Jahr illustrierst. Bitte denk nicht, dass ich m&ouml;chte, dass Du etwas in ’Sozialistischem Realismus’ machst. Nein, nur auf die Weise auf der Du es machen kannst.&laquo;</em> Zwar arbeitete Rodchenko best&auml;ndig weiter, es gelingt ihm aber nicht mehr, &auml;hnliche Erfolge zu haben, geschweige denn zu publizieren, wie in den Anf&auml;ngen der Sowjetunion. Er stirbt 1956 nach einem Schlaganfall.</p>
<p><strong>Katalog</strong><br />
Moscow House of Photography (Hrsg.): <em>&raquo;Alexander Rodschenko. Revolution in Photography&laquo;</em><br />
Moskau, 2008.&#160;223 Seiten.</p>
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		<title>Mein Pop, Dein Pop</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 17:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian und Chris</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Stories]]></category>

		<category><![CDATA[Adorno]]></category>

		<category><![CDATA[Dialektik der Aufklärung]]></category>

		<category><![CDATA[Extrablatt]]></category>

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		<category><![CDATA[Kulturindustrie]]></category>

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		<category><![CDATA[Subversionsmythos]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass die »Kulturindustrie«-Thesen Theodor W. Adornos und Max Horkheimers zwar nichts an Aktualität eingebüßt haben, aber eben auch Probleme aufwerfen, die heute neu zu verhandeln wären, behaupten Sebastian und Chris im aktuellen <a href="http://www.extrablatt-online.net">Extrablatt</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum man die Kulturindustriethesen Theodor W. Adornos und Max Horkheimers auch heute ruhig einmal lesen sollte</strong></p>
<p><strong>I.</strong></p>
<p>Wenn nichts geht, das geht immer: ein Gespr&auml;ch &uuml;ber Film, Musik, Theater, &uuml;ber bildende <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> oder Mode als heiterer Austausch gewiss vorhandener Meinungen. Der Kulturkonservative bem&auml;ngelt den Schund moderner Unterhaltungskultur &ndash; wer besuche heutzutage schon noch die Oper? Sein Gegen&uuml;ber jedenfalls nicht, er l&auml;sst sich statt dessen Ursachen f&uuml;r den ausgemachten Qualit&auml;tsverlust der Massenkultur einfallen. Der Rundfunk und der Tontr&auml;gerhandel werden von Schlechtigkeiten des <em>&raquo;angloamerikanischen Kulturimperialismus&laquo;</em>, wahlweise des <em>&raquo;Ami-Plastik-Pops&laquo;</em> &uuml;berschwemmt, der in Tokio Hotel und Scooter seine deutschen Abziehbilder f&auml;nde. Wenn&#8217;s einem nicht gefalle, m&uuml;sse man&#8217;s eben selber machen, ist hingegen das bei solchen Gelegenheiten gern und h&auml;ufig formulierte Credo von Kulturaktivisten<sup>1</sup>, die f&uuml;r derartige Anpackposen keinen Antiamerikanismus brauchen. Mit kleinen Bands, kleinen Labels und kleinen L&auml;den basteln sie sich seit Jahrzehnten die <em>&raquo;unkommerzielle&laquo;</em>, bessere Gegenwelt zum sogenannten Mainstream: ein Paradies der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/subkultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Subkultur">Subkultur</a>. Andere machen das nicht nur wegen der besseren Partys und der nicht so sehr dem Massengeschmack unterworfenen Bild&#8209; und Klangerzeugnisse. Mit einer alternativen Kultur w&uuml;rde man unmittelbar den Hebel an die abschaffenswerte <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> legen &ndash; eine Position, die sich f&uuml;r Kultur als linker Praxis in den Ring begibt.</p>
<p>Den Kulturkonservativen, wie den Antiamerikaner, den DIY-Aktivisten und den Poplinken &ndash; auch wenn sie sich in Wirklichkeit nicht immer klar scheiden lassen &ndash; eint zumeist der Umstand, Kultur ohne ihr Verh&auml;ltnis zur gesellschaftlichen, kapitalistischen Realit&auml;t zu verhandeln oder einem falschen Kapitalismusverst&auml;ndnis aufgesessen zu sein.</p>
<p><strong>II.</strong></p>
<p>Ob und wie musikalische, bildnerische oder schauspielerische T&auml;tigkeiten durch den Kapitalismus gepr&auml;gt, &uuml;berformt und hervorgebracht werden, was das f&uuml;r die Kunstwerke selbst, f&uuml;r ihre Urheber und ihr Publikum zur Folge hat, wurde von Theodor W. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und Max <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> bereits Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts unter dem Begriff der <em>&raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>&laquo;</em> untersucht.<sup>2</sup></p>
<p>Selbiger hat mit der, in Popmusik-Kaffeehausgespr&auml;chen oder hippen Redaktionsstuben f&uuml;r den Unternehmensblock aus Warner, Paramount, Universal, EMI, Sony und einigen wenigen mehr verwendeten Bezeichnung <em>&raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>&laquo;</em> nichts gemein. In ihr dr&uuml;ckt sich landl&auml;ufig jene <em>&raquo;Kritik&laquo;</em> aus, nach der in <em>&raquo;Major&laquo;</em>-Firmen nur Profitinteressen vorherrschen w&uuml;rden, die sich eben am Besten in anspruchslosen, schlechten, teuren und glattgesp&uuml;lten Ver&ouml;ffentlichungen realisieren lie&szlig;en.</p>
<p>Diese Vorstellung ist insofern richtig, als dass Kultur in einer kapitalistischen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> irgendetwas mit dem Kapital zu tun zu haben scheint. Dass <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> nur auf den <em>&raquo;Mainstream&laquo;</em> abzielen, erweist sich gleichwohl als gel&auml;ufiges Missverst&auml;ndnis, das in der Analyse des fortschreitenden Kapitalismus in der <em>&raquo;Dialektik der Aufkl&auml;rung&laquo;</em> selbst angelegt ist. Mit einer gewissen Note Leninismus erkennen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> gesellschaftlich einen &Uuml;bergang von der freien Konkurrenz zum Monopol &ndash; eine Entwicklung, die sie in der Rede von <em>&raquo;Massenkultur unterm Monopol&laquo;</em><sup>3</sup>, den <em>&raquo;wahren Machthabern&laquo;</em><sup>4</sup>, usw. auch f&uuml;r die Kultur geltend machen. W&auml;hrend diese Beschreibung f&uuml;r die 30er und 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts tats&auml;chlich seine Berechtigung hatte, ist sie zumindest in der heutigen Zeit unzutreffend, wie allein ein Blick auf die ausgefaserte Labellandschaft im Musikbereich offenbart: Aufgrund der technischen Innovationen, sowie des Multiplikators Internet wurde es bedeutend einfacher, Tontr&auml;ger herzustellen und an die Konsumenten zu bringen. Deshalb ist vielmehr eine Zunahme der Konkurrenz, als ihre Ausschaltung festzustellen.</p>
<p>Gleichwohl verst&uuml;nde man <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> falsch, versch&ouml;be man ihre Kritik von der Kultur selbst lediglich auf ihre Produzenten. <em>&raquo;Kultur wurde vollends zur Ware&laquo;</em><sup>5</sup>, schreiben die Vertreter Kritischer Theorie und insistieren mit diesem Kerngedanken nicht allein auf den evidenten Umstand, dass CD&#8217;s verkauft und gekauft werden, ein Konzertbesuch Geld kostet und K&uuml;nstler Gage f&uuml;r ihre Auftritte einstreichen. Die Warenf&ouml;rmigkeit der Kultur geht tiefer und sie ergreift die Kultur <em>umfassend</em>: der Kapitalismus hat die gesellschaftlichen und menschlichen Verh&auml;ltnisse bis in den letzten Winkel in &ndash; gleichwohl br&uuml;chiger &ndash; Totalit&auml;t durchdrungen.</p>
<p>Musik, Film, Literatur, Radio und Theater sind demnach nicht allein nach den Ma&szlig;gaben &ouml;konomischer Rentabilit&auml;t organisiert; sie <em>&raquo;sind nicht l&auml;nger</em> auch <em>(Hervorhebungen i. Orig., Anm. d. Verf.) Waren, sondern sie sind es durch und durch.&laquo;</em><sup>6</sup> Obwohl Kultur als von der Wirtschaft losgel&ouml;ste Sph&auml;re erscheint, ist sie es laut <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> nirgendwo. Der Mythos autonomer <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>, der sich nicht nur in der Hochkultur gehalten hat, sondern mit den modernen Subkulturen ein neues, rosiges Kindergesicht bekam, versteigt sich in der Vorstellung, <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> w&auml;re im Kapitalismus vom Kapitalismus unangetastet oder bef&auml;nde sich zu selbigem gar in Fundamentalopposition. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> erteilen diesem Mythos nicht nur eine klare Absage, sie attestieren jedweder Kultur dar&uuml;ber hinaus, f&uuml;r die Ideologie zu sorgen, die die herrschende Ordnung am Laufen h&auml;lt.</p>
<p>Aber im Detail und der Reihe nach: <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> und Unterhaltung, Vergn&uuml;gen und Zerstreuung dienen heute vorrangig dem Ziel, den Einzelnen f&uuml;r den n&auml;chsten Arbeitstag k&ouml;rperlich und geistig zu reproduzieren, ihn hinreichend f&uuml;r seine Werkt&auml;tigkeit zurecht zu p&auml;ppeln und in einem funktionsf&auml;higen Zustand zu erhalten. Die Freizeit des Arbeiters oder Angestellten wird also selbst in den Dienst der Arbeit gestellt, indem sie <em>&raquo;die Sinne der Menschen vom Ausgang aus der Fabrik am Abend bis zur Ankunft bei der Stechuhr am n&auml;chsten Morgen mit den Siegeln jenes Arbeitstages (besetzt)&laquo;</em><sup>7</sup>. R&uuml;ckenschule und Wellnessfarm bringen den B&uuml;rohocker oder den Studenten zur&uuml;ck in k&ouml;rperliche Form, das Gepl&auml;tscher von Kuschelrock oder SPEX-Beilagen-CD, vom Blockbuster oder Underground-Movie, vom Celine Dion&#8209; oder Hot Chip-Konzerterlebnis sorgen f&uuml;r eine sedierende, emotionale Umhegung des Feierabend-Subjekts.</p>
<p>Was durch das Programm gesungen, gesagt oder gezeigt wird, ist dabei keine Nebens&auml;chlichkeit, sondern zumeist der servierte Ideologiehaushalt b&uuml;rgerlicher <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>. Laut <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> ersch&ouml;pfen sich die in den Kulturindustrieprodukten behandelten Themen, die aufgezeigten Konflikte und ihre L&ouml;sungen, die dargestellten Lebenspraxen und Moralvorstellungen in der <em>&raquo;Anpreisung des grauen Alltags (&#8230;), dem (man) entrinnen wollte.&laquo;</em><sup>8</sup> Kultur verdoppelt so die reale Tristesse der Menschen im Kapitalismus und indem sie das tut, wird der gesellschaftliche status quo als Idealbild gesetzt und eingesch&auml;rft &ndash; Kultur verkommt zur Reklame f&uuml;r die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a>, wie sie ist. Wurde erst einmal der Tellerw&auml;scher-Aufstieg und die genormte Holly&#8209; und Bollywood-Beziehung als Gipfel der pers&ouml;nlichen Entfaltung und die omnipr&auml;sente <em>&raquo;Mein Haus-Mein Auto-Meine Frau&laquo;</em>-<a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> als h&ouml;chste Form der Einrichtung menschlicher Verh&auml;ltnisse akzeptiert, dann wirft eine daran orientierte Lebensgestaltung Gl&uuml;ck und Zufriedenheit ab. Wer dem vorgegebenen Kanon nicht entspricht, kann sein Leben ja den gezeigten Rollenbildern und Gef&uuml;hlsmodellen entsprechend neu justieren. <em>&raquo;Das Existieren im Sp&auml;tkapitalismus ist ein dauernder Initiationsritus. Jeder muss zeigen, dass er sich ohne Rest mit der Macht identifiziert, von der er geschlagen wird.&laquo;</em><sup>9</sup> Es gen&uuml;gt also nicht, die Verh&auml;ltnisse hinzunehmen, man hat widerstandslos und begeistert in ihnen mitzutun.</p>
<p>Hunger und Elend, Arbeitszwang und Ausbeutung, Hartz IV und Wohnungsnot, die mit dem heutigen Stand der Produktivkr&auml;fte aus der Welt sein k&ouml;nnten &ndash; es im Kapitalismus, so lange es ihn gibt, aber nicht sein werden, sollen niemanden auf dumme Gedanken bringen. Durch die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>, die propagierte Selbstverst&auml;ndlichkeit der kapitalistischen Ordnung, habe der Einzelne <em>&raquo;das Leiden vergessen, noch wo es gezeigt wird.&laquo;</em><sup>10</sup> und jeden Gedanken an die Abschaffung der Verh&auml;ltnisse aus dem Bewusstsein gewischt.</p>
<p>Das Individuum wird laut <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> aber nicht nur zugerichtet und normiert, sondern gar &ndash; als Tilgung des Ichs &ndash; zum Verschwinden gebracht. Das klingt paradox, verweisen doch in der modernen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> alle auf ihre jeweils eigene Individualit&auml;t. Doch auch wenn stetig nach ihr gefragt wird, ist Individualit&auml;t nur noch eine von Berufs&#8209;, Musik&#8209; und Kleiderwahl. <em>&raquo;In der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> ist das Individuum illusion&auml;r (&#8230;). Es wird nur so weit geduldet, wie seine r&uuml;ckhaltlose Identit&auml;t mit dem Allgemeinen au&szlig;er Frage steht. Von der genormten Improvisation im Jazz bis zur originellen Filmpers&ouml;nlichkeit, der die Locke &uuml;bers Auge h&auml;ngen muss, damit man sie als solche erkennt, herrscht Pseudoindividualit&auml;t.&laquo;</em><sup>11</sup> Was sich darin ausdr&uuml;ckt, ist die Zerst&ouml;rung des denkenden Subjekts, dessen Liquidierung als Einbruchstelle des Faschismus bzw. des Nationalsozialismus ausgemacht wird.</p>
<p>Das gesellschaftliche Wesen der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>, ihre Funktion und ihr Dienst an den Verh&auml;ltnissen hat auch Folgen f&uuml;r das &auml;sthetische Material. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> attestieren Musik, Film, Theater und Literatur Serialit&auml;t, Standardisierung, Wiederholung und Kitsch. Nichts soll zu schwierig, nichts zu fordernd sein. <em>&raquo;Das Vergn&uuml;gen erstarrt zur Langeweile, weil es, um Vergn&uuml;gen zu bleiben, nicht wieder Anstrengung kosten soll und daher streng in den ausgefahrenen Assoziationsgleisen sich bewegt. Der Zuschauer [ebenso der Zuh&ouml;rer &ndash; Anm. d. Verf.] soll keiner eigenen Gedanken bed&uuml;rfen&laquo;</em><sup>12</sup>.</p>
<p>So wohlklingend die eigene Plattensammlung auch sein mag, vielleicht ist gerade das ihr Problem. Quer durch die Sparten &ndash; von Schlager, &uuml;ber Punk, von Hip Hop bis Rummeltechno und Indiepop &ndash; der Unterschied im &auml;sthetischen Material ist allein ein gradueller. Der nahezu festgef&uuml;gte Aufbau und Spannungsbogen von Songs, ihr Harmonieger&uuml;st und das ewige Einerlei des 4/4-Taktes erlauben ein Musikerlebnis, ohne wirklich ein Zuh&ouml;ren zu fordern. Dies schafft jene einlullende, voraussetzungslose Beschallung, die auch nicht durch verzerrte E-Gitarren oder kritisch gemeinte und bisweilen geschrieene Texte mit der Logik der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> bricht. Setzten <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> deren Produkten eine <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> entgegen, die <em>&raquo;als Ausdruck von Leiden und Widerspruch die Idee eines richtigen Lebens&laquo;</em><sup>13</sup> festh&auml;lt, so kann Pop diesen Anspruch heute kaum verwirklichen: Auch wenn traurige Jungs &uuml;ber ihren Weltschmerz singen, andere tanzbar <em>&raquo;Smash it Up&laquo;</em> skandieren oder sich der fr&uuml;he Punk in der Musik und ihren Protagonisten als gesellschaftlicher M&uuml;ll inszenierte &ndash; all die Dissidenz bleibt den Spielregeln und dem k&uuml;nstlerischen Koordinatensystem der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> verhaftet.</p>
<p>Das Nicht-Einverstanden-Sein einiger Pop-Protagonisten verkommt &ndash; wenn auch ungewollt &ndash; zum Verkaufsargument und einer Lifestyle-Plakette, die m&ouml;glicherweise schon morgen per H&amp;M als modischer Ausdruck des Einverstanden-Seins feilgeboten wird. <em>&raquo;F&uuml;r alle ist etwas vorgesehen, damit keiner ausweichen kann, die Unterschiede werden eingeschliffen und propagiert.&laquo;</em><sup>14</sup> Will hei&szlig;en: je nach Geschmack kann sich der eine mit Dieter Bohlen den Feierabend verchromen und der andere bei The (International) Noise Conspiracy im Konzertsaal F&auml;uste recken und Revolution simulieren, um das nicht bei n&auml;chster Gelegenheit in echt versuchen zu m&uuml;ssen.</p>
<p><strong>III.</strong></p>
<p>Unter dem aufgemachten Blickwinkel ger&auml;t auch der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/poplinke/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Poplinke">poplinke</a> <em>&raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/subversionsmythos/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Subversionsmythos">Subversionsmythos</a>&laquo;</em> &ndash; mit so etwas konnten <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> vor rund 70 Jahren noch nicht rechnen &ndash; mitsamt seiner subkulturellen Praxis unter die R&auml;der der eigenen Annahmen. Subkulturelle Nischen, die unter den widrigen Umst&auml;nden des Kapitalismus tats&auml;chlich wenigstens etwas Ruhe und Raum f&uuml;r Kreativit&auml;t und zeitweise angenehmere Partys bereithalten, waren und sind &ndash; wie bereits erw&auml;hnt &ndash; selbst Teil der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>. So brachten Subkulturen neue Bed&uuml;rfnisse hervor, die auch der Markt f&uuml;r sich beanspruchte. Indie-Pop und DIY-Punk, als jeweils eigene Sparten des Pop, wirkten und wirken als Marktsegment.</p>
<p>Dessen ungeachtet, &uuml;ben sich die Akteure dieser Szenen in Distanzierungsversuchen, die sich z.B. im identit&auml;ren Selbstverst&auml;ndnis gegen <em>&raquo;Mainstream&laquo;</em> und <em>&raquo;Ausverkauf&laquo;</em> &auml;u&szlig;ern. Exemplarisch wird das angeblich Authentische verteidigt: etwas, das von unten kommt, das man eigenst&auml;ndig, ohne gro&szlig;e Konzerne realisiert hat und das nicht danach schielt, massentauglich und marktf&auml;hig zu sein.</p>
<p>Doch der Anspruch frisst sich selbst. Jedes noch so kleine Independent-Label und jede noch so selbstbestimmte Band muss sich dem kapitalistischen Prinzip unterordnen, um &uuml;berhaupt existieren zu k&ouml;nnen. Vom gemieteten Probe&#8209; und Studioraum, dem Konzertarrangement oder Labeldeal, bis zur Werbung &uuml;ber Rezensionen, Plakate und Internetseiten &ndash; die DIY-Kultur bildet den <em>&raquo;Mainstream&laquo;</em> lediglich im Kleinen nach, bricht aber trotz aller Behauptungen nicht mit der Warenform. Da hilft es auch nichts, Platten zu tauschen oder sich in Dumpingpreise zu fl&uuml;chten. Indie-Pop, politischer Punk oder was f&uuml;r eine subkulturelle Nische auch immer, stellen identit&auml;re Spielb&auml;lle dar, die man sich unentwegt auf dem Feld des Warenangebots zuschie&szlig;t, um gegen selbiges zu punkten. Doch nicht allein, dass das nicht funktioniert: dar&uuml;ber hinaus werden <em>&raquo;Subkulturen&laquo;</em> selbst zum Stichwortgeber f&uuml;r notwendige Modernisierungen des kapitalistischen Betriebs. So kreativ, innovativ, belastbar, idealistisch und selbstausbeuterisch, wie es in &raquo;<em>subkulturellen&laquo;</em> Kreisen zugeht, w&uuml;nscht man sich vielerorts auch den modernen Angestellten. Dass unter solchen Vorzeichen jede mit Rumpelpunk vorgetragene Hasstirade auf die Arbeit nachgerade bescheuert ist, f&auml;llt weder ihren Liebhabern noch den Musikern auf.</p>
<p><strong>IV.</strong></p>
<p>Im Unterschied zur <a href="http://www.beatpunk.org/tag/subkultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Subkultur">Subkultur</a>, will die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/poplinke/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Poplinke">Poplinke</a> mit ihrer Subversionsidee eine Perspektive aufmachen. Daf&uuml;r interpretiert sie subkulturelle Mechanismen neu, betont nicht allein die vermeintliche Andersartigkeit, sondern dreht sie als politisch-revolution&auml;re Praxis gegen die Verh&auml;ltnisse. Nur bleibt der Versuch &uuml;ber die Kultur aus dem Kapitalismus auszubrechen, in der Kultur stecken. Dies passiert, weil keine politischen Forderungen und Selbstreflexion mehr ma&szlig;geblich sind, sondern das subkulturelle Selbstverst&auml;ndnis auf Identit&auml;t und alternativen Lebensentw&uuml;rfen fu&szlig;t. Die vermeintliche Subversion, an die die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/poplinke/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Poplinke">Poplinke</a> so gerne ankn&uuml;pft, ersch&ouml;pft sich in einer Vermittlung durch Codes und Symbole, deren Essenz keine <em>&raquo;Politisierung der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>&laquo;</em><sup>15</sup>, sondern eine ruhestiftende Entpolitisierung bzw. eine &Auml;sthetisierung der Politik ist. Dieses Ph&auml;nomen hat sich selbst in origin&auml;r politischen Bewegungen festgesetzt. Wer sich beispielsweise linke Jugendkultur zwischen Popantifa und Krawall-Erlebnis anschaut, der findet eher Lifestyle-Programme statt ernst zu nehmender, fundierter Gesellschaftskritik.</p>
<p>Ein Ausbruchversuch aus diesem Doppelcharakter der Kultur, einerseits kulturelle Subversion zuzulassen, die die M&ouml;glichkeit tats&auml;chlicher Subversion andererseits aber nachhaltig durchkreuzt, ist gleichwohl nicht unm&ouml;glich. Einer <em>&raquo;<a href="http://www.beatpunk.org/tag/subkultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Subkultur">Subkultur</a>&laquo;</em>, die sich &ndash; in welchem Ma&szlig;e auch immer &ndash; in Opposition zum Bestehenden w&auml;hnt, ohne selbstreflexiv auch nur einen Gedanken an die Aufhebung der eigenen Kultur zu verschwenden, wird dieser Schritt aber nicht gelingen.</p>
<p><strong>V.</strong></p>
<p>Was sich damit als Problem stellt, ist die Frage nach der Br&uuml;chigkeit der Totalit&auml;t. W&auml;hrend keine Ausbruchsm&ouml;glichkeiten aus der gesellschaftlichen Totalit&auml;t &ndash; also dem Kapitalismus &ndash; verbleiben, l&auml;sst sich diese Antwort f&uuml;r die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> &ndash; also die kapitalistische und damit jegliche Kultur &ndash; nicht so leicht treffen. Passiert es denn nicht trotz der analysierten Liquidierung des Denkens, dass Menschen beginnen, auf sich und die Verh&auml;ltnisse zu reflektieren, anstatt aufgrund des f&uuml;r sie kulturindustriell bereit gehaltenen Stumpfsinns damit aufzuh&ouml;ren? Und f&uuml;r <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>, Musik, Film und Theater gefragt: kann nicht auch innerhalb der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>, unter ihren Bedingungen produzierte Kultur, &uuml;ber sich selbst hinausweisen oder ein solches Transzendieren zumindest bedenken?</p>
<p>Risse im scheinbar statischen Konzept der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> finden sich als Idee eines kritischen Potentials unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen bei verschiedenen Denkern der Kritischen Theorie selbst wieder. <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> etwa pl&auml;dierte in seinen musikkritischen Aufs&auml;tzen f&uuml;r die Dissonanz als Ausdruck von Schmerz und Leiden. Weil der Mensch im Kapitalismus unfrei ist und von seinen wahren Bed&uuml;rfnissen entfremdet, w&auml;re Dissonanz letztlich die einzig legitime Form, eine solche Entfremdung angemessen musikalisch auszudr&uuml;cken und ins Bewusstsein zu bringen. Kritisches Potential k&auml;me damit solcher Musik zu, die die antagonistischen Unterdr&uuml;ckungsverh&auml;ltnisse kenntlich macht, aber aus der Opferperspektive heraus dessen &Uuml;berwindung zugleich durchschimmern l&auml;sst.</p>
<p>Herbert Marcuse hingegen &ndash; ein ebenfalls exponierter Vertreter der Kritischen Theorie &ndash; sp&uuml;rte kritisches Potential vielmehr in einer Entgrenzung auf, die durch eine musikalische Ungez&uuml;geltheit hergestellt wird und damit bereits eine Ahnung davon geben k&ouml;nne, wie befreite <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> sich anf&uuml;hlen mag. Als Soundtrack dieses Gef&uuml;hls benannte Marcuse Funk, Jazz und Psychedelic in den ausgehenden Sechzigern, die durchaus als Massenph&auml;nomene in Erscheinung traten und in deren Lifestyle (<em>&raquo;Sex, Drugs and Rock&rsquo;n&rsquo;Roll&laquo;</em>) er am ehesten zumindest die Nachvollziehbarkeit von Freiheit erkannte.</p>
<p>Wenn die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> nun aber total wirkt, so w&auml;re aufgrund der absoluten Immanenz die Suche nach einer emanzipatorischen, kritischen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> im Kapitalismus unn&ouml;tig, weil von vornherein erfolglos. Es ist erstaunlich, dass sich die Vertreter Kritischer Theorie entgegen ihrer eigenen Argumentationslinie zu positiven Urteilen haben hinrei&szlig;en lassen. Statt die M&ouml;glichkeiten einer <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> begrifflich einzukreisen, die die <em>&raquo;Idee eines richtigen Lebens festh&auml;lt&laquo;</em>, h&auml;tten sie eine positive Bestimmung der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> auch auf das Datum vertagen k&ouml;nnen, an dem das <em>&raquo;richtige Leben&laquo;</em> als befreite <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> und damit auch als befreite <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> real geworden ist.</p>
<p><strong>VI.</strong></p>
<p>Bei <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> nicht hinreichend gew&uuml;rdigt, l&auml;sst sich in anderer Weise ein kritisches Moment der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> herausarbeiten, das nicht die &Auml;sthetik, sondern die gesellschaftliche Verfasstheit betrifft, in der explizit westliche Kulturprodukte zirkulieren. W&auml;hrend die Theorien der Dissonanz und der Entgrenzung Ausf&uuml;hrungen blieben, die ein grob umrissenes, formal&auml;sthetisches Gegenmoment zur <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> stark machten, kann sich westliche <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> selbst in Widerspruch zu antiaufkl&auml;rerischen gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen setzen. So entfaltet sie in autorit&auml;ren Regimes eine aufkl&auml;rerische Wirkung, indem sie in emphatischem Bezug das kapitalistische <em>&raquo;Individuum&laquo;</em> als Absatzmarkt anspricht und selbiges dar&uuml;ber mit allerlei b&uuml;rgerlichen Gl&uuml;cksversprechen, von Hedonismus bis pers&ouml;nlichem Erfolg, von K&ouml;rperlichkeit, Rausch und b&uuml;rgerlicher Freiheit ansteckt. Der Wunsch etwa nach ausgelassenen offenen Feiern, nach aufreizender Mode, nach Kinog&auml;ngen oder einem sonst wie bunteren Leben, stellt in Systemen, die nicht einmal das erlauben, einen zivilisatorischen Fortschritt dar. Ob sich der Einzelne damit allein in Opposition zu den gesellschaftlichen Konventionen oder religi&ouml;sen Zw&auml;ngen wei&szlig; oder er als b&uuml;rgerliches <em>&raquo;Individuum&laquo;</em> gegen das Kollektiv steht, h&auml;ngt indes vom konkreten Wesen des jeweiligen Regimes ab. Dass letztere h&auml;ufig um die Verlockungen des abendl&auml;ndischen way of life wissen, zeigt sich in der Bek&auml;mpfung der als entgrenzend, hedonistisch, dekadent und moralzersetzend wahrgenommenen Kultur etwa durch den Nationalsozialismus oder den Islamismus. Gerade diese Kultur bleibt ein Schlupfloch, das unter anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen, wie dem Islamismus, f&uuml;r b&uuml;rgerliche Werte steht, &uuml;ber die dort, wo sie l&auml;ngt durchgesetzt sind, in emanzipatorischer Absicht hinauszugehen w&auml;re.</p>
<p>Der Swing in der &Auml;ra der 1930er-Jahre beispielsweise, vertreten durch die <em>&raquo;Swing Kids&laquo;</em>, mag ein Einverst&auml;ndnis mit der b&uuml;rgerlichen <a href="http://www.beatpunk.org/tag/gesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gesellschaft">Gesellschaft</a> samt ihrem Elend gewesen sein. Aber: <em>&raquo;Gegen die Volksgemeinschaft h&auml;lt er &ndash; und sei es nur zum Schein &ndash; das einzelne Individuum und dessen Bed&uuml;rfnisse hoch, deren Existenz das Kapital gl&uuml;cklich macht und deren Befriedigung dieses, for cash, zu leisten trachtet.&laquo;</em><sup>16</sup> Das kulturindustrielle Motto, das <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> in der <em>&raquo;Dialektik der Aufkl&auml;rung&laquo;</em> so zynisch und treffend formulierten: <em>&raquo;Alle sind frei, zu tanzen und sich zu vergn&uuml;gen&laquo;</em><sup>17</sup>, steht demnach beispielsweise f&uuml;r Jugendliche in islamistischen L&auml;ndern, die von Sittenpolizei und der Idee eines islamischen Gemeinschaftswesens (Umma) drangsaliert werden, f&uuml;r die Ahnung von einem besseren Dasein. Das H&ouml;ren amerikanischen bzw. westlichen Pops ist in ihren Ohren alles andere als Musik, die der Korrumpierung des Individuums, sondern vielmehr seiner Entfaltung im Rahmen des Sp&auml;tkapitalismus dient. Gleichwohl ist das nur eine Seite der <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a>: mit ausgetauschtem Inhalt dient sie autorit&auml;ren Regimen &ndash; nur staatlich und nicht durch die Konkurrenz vermittelt &ndash; zur Stiftung von Einverst&auml;ndnis und Konformit&auml;t zu Gunsten der herrschenden Ordnung.</p>
<p>Diese Dialektik kommt bei <a href="http://www.beatpunk.org/tag/adorno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Adorno">Adorno</a> und <a href="http://www.beatpunk.org/tag/horkheimer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Horkheimer">Horkheimer</a> merkw&uuml;rdigerweise zu kurz. Galt ihnen die <a href="http://www.beatpunk.org/tag/kulturindustrie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kulturindustrie">Kulturindustrie</a> u.a. als massenpsychologische Erkl&auml;rung f&uuml;r das Erstarken von Faschismus und Nationalsozialismus in Europa, wurde die Sprengkraft des kapital