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Angst und Abscheu in der BRD

Für den Radiosender WDR3 haben Dirk Laucke, Matthias Platz und Thomas Mahmoud – letzterer dürfte vor allem als Musiker bei Von Spar oder Tannhäuser Sterben & Das Tod bekannt sein – eine Rundreise durch Deutschland unternommen. Entstanden ist ein fast einstündiges Hörspiel, das noch für kurze Zeit auf der WDR-Homepage zum Download bereit steht und hoffentlich auch dannach irgendwo im Internet hinterlegt sein wird.

In ideologiekritischer Absicht ließen Laucke, Platz und Mahmoud die verehrten Landsleute frei von der Leber weg sprechen, z.B. bei den Menschenketten gegen den jährlichen Nazigroßaufmarsch in Dresden am 13. Februar, bei den Protesten für eine »Freie Heide« oder an der Kölner Klagemauer. Die Interviewten haben sich erwartungsgemäß betragen: nämlich dumm und daneben. Mit all dem Grundguten und gut Gemeinten haben die Befragten auch unzählige hässliche Zwischentönen auf dem Aufnahmegerät der Hörspielmacher hinterlassen. Der Wunsch nach Frieden oder der Widerspruch gegen Neonazis scheint durchsetzt von Irrsinn, Verschwörungstheorien, Antisemitismus und einem autoritären bzw. autoritätshörigen Denken.

Aber Laucke, Platz und Mahmoud sind reflektiert genug, nicht nur der Durchschnittsbevölkerung aufs Maul zu schauen, sondern Fragwürdigkeiten auch im intellektuellen Betrieb zu erkennen und offen zu legen. Das machen sie an Judith Butler fest, die z.B. 2006 in einem Vortrag in Berkeley allen ernstes die islamistischen Terrororganisationen Hamas und Hisbollah als »progressiv« und »links« bezeichnet hat.

»Angst und Abscheu in der BRD« ist kein journalistisches Hörstück, das den Anspruch auf nüchterne Objektivität erhebt. Hier wird sich großartig auskotzt.

2 Kommentare zu diesem BeitragAuch was zu sagen?
  1. Sehr viel hörspieliger als erwartet. Ich hatte einen mehr oder minder spannenden Podcast erwartet, aber das ist ja großes Kino! :D

    Gut unterhalten worden.

  2. sehr fein.
    danke

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