Von Janette
Bald kommt Audrey aus Schweden zu Besuch. Wenn Audrey mit ihrem schwedischen Akzent Englisch spricht erinnert sie mich an die »The Knife«-Sängerin. Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit, die die beiden haben, Audrey ist sonst eher wie José Gonzales. Audrey ist die Ruhe in Person, scheint mehr als 24 Stunden am Tag zur Verfügung zu haben und ist nur ganz selten aus der Fassung zu bringen. Wenn sie mir von ihrem Tag erzählt, scheint die Zeit stehen zu bleiben. Audrey ist ein chorisches Violinenmeer, ein ruhiges Ensemble aus zirpenden Ridebecken, pulsierenden Toms und stürmischen Gitarren. Zugegeben, Audrey ist sehr verspielt und man muss oft auf sie warten, aber auf sie wartet man einfach gern.
Ihre Hände sind ganz zart und weich, so wie die Art, mit der sie über die Saiten und Tasten gleitet.
Jetzt, da es Winter wird, ist Audrey ein Geschenk. Bei Sonnenschein und guter Laune kann ich sie mir nicht vorstellen. Audrey gehört zu diesen Tagen, an denen man die letzte Bahn verpasst, es grau und verregnet ist und jemand »aber lass uns Freunde bleiben« sagt.
Ja, Audrey ist traurig und grad weile sie so langsam und zurückhaltend ist, ist sie noch viel trauriger. Der Winter ist im März vorbei, bis dahin kann ich Audreys Gegenwart nur empfehlen.
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