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Barra Head »Go Get Beat Up«

Von Sebastian

Was assoziiert man mit so einem Plattentitel nicht alles? Was für Töne darf wohl erwarten, wer den tristen Wohnhausblock, mit dem die CD bedruckt ist, in seinem Player zu Saltos zwingt? Punkrock jedenfalls sähe anders aus, muss man angesichts der Streetart-Collage auf dem Albumcover eingestehen. Und doch brummt ein »Heyho, Let’s Go«, bei einem Titel wie »Go Get Beat Up« als Kammerton in der Vorstellung. Solch dumme Assoziationsspielchen kommen in der Befürchtung auf, das neue Album des Kopenhagener Trios könnte musikalisch entweder einer altertümlichen Punkrock-Idee (The Ramones) oder einem Motivationsseminar von Bodo Schäfer entsprungen sein, als zwar alternativ gewendete, aber nicht minder nervige Stichelei, endlich mal irgendetwas anzupacken und loszulegen.

wetzen im assoziativen Glatteispalast die Kufen und laden zur Rutschpartie. Man selbst hat dabei bisher keine gute Figur gemacht. Das weiß man schon nach wenigen Takten, die allen bösen Vorahnungen die Beine wegziehen. Denn auch das dritte Full-Length-Album der Band besticht durch unaufdringliche Schönheit. Die zehn aktuellen, eher im Midtempo gehaltenen Stücke schlagen zwischen Post‑ und Indierock (eine ekelhafte, aber aussagekräftige Zuschreibung) ihre Pirouetten und erinnern dabei einmal mehr an Fugazi und Dismemberment Plan. Statt sphärischer oder noisiger Eskapaden, gleiten mit einer harmonischen, teils pulsierenden Gitarren‑ und Rhythmusarbeit unter dem Gesang von Mikkel Jes Hansen durch die Spielzeit.

Der Sänger, der auch bei The Kind Of Bitter () dabei ist, gefällt mir hier um Längen besser, weil er sich bei aller Melodik die Latenz zur Aggressivität nicht verbietet. Nur bricht sie niemals offen durch. Etwa in dem Song »Common Ground«, der sich den letztjährigen Auseinandersetzungen um das Kopenhagener Automone Zentrum »Ungdomshuset« widmet, erzeugen über den uneingelösten Ausbruch, über ein Moment der Zögerlichkeit eine Spannung, die ihr Stück von links-identitären »Kampfliedern« á la The (International) Noise Conspiracy positiv abhebt. Einen Demohit haben sie mit »Common Ground« nicht abgeliefert – einen Hit schon.

Zu erwähnen bleibt noch, dass »Go Get Beat Up« als erste -Veröffentlichung nicht in Eigenregie entstanden ist. Die Band ließ sich bei der Produktion diesmal tatkräftig unter die Arme greifen: etwa von Tim O’Heir, der bereits Dinosaur Jr. oder Hole aufnahm, vom Dismemberment Plan oder Against Me!-Mischer J. Robbins, sowie von Alan Douches, der auch das Mastering für LCD Soundsystem und Converge besorgte. Ein großer Unterschied ist zwischen den neuen und den alten, selbstgefertigten Aufnahmen jedoch nicht zu hören. Und das ist eine gute Nachricht!


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