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Bats And Mice »A Person Carrying A Handmade Paper Bag Is Considered As A Royal Person«

Von Chris

Eigentlich bin ich immer eher etwas skeptisch, wenn sich Menschen, die in anderen, schon bekannten und vor allem guten Bands spielen, nochmals zusammenschließen, um eine Art All-Star-Projekt zu gründen, mit dem sie dann ihre musikalischen Weiterentwicklung umsetzen können, ohne den guten Ruf ihrer anderen Bands in Gefahr zu bringen.

wurde von Sleepytime Trio-Members gegründet, zwischendurch spielte Jonathan Fuller, einer der Fledermäuse, bei Milemarker und Rah Bras und letzten Endes holte man nach einigen Besetzungswechseln 2 ehemalige 400 Years-Members mit ins Boot, so dass letzten Endes die Konstellation aus 3 Mitgliedern besteht, die also allesamt eine bewegte musikalische Vergangenheit vorweisen können. Nun, eigentlich könnte dieser Fall wieder einmal zu der Einsicht drängen, dass Namedropping eigentlich in musikalischen Angelegenheiten wenig zu suchen hat, da man sich eh ständig in Beliebigkeiten verliert, weil irgendwann der Durchblick fehlt, wann und wo wer gespielt hat.

Und dennoch scheint es mir hier wichtig, denn die Referenzen im Falle sind nicht ohne Auswirkung auf deren musikalische Machenschaften. Mit einer innovativen 7“, die versucht die Brücke zwischen konventioneller Rock-Musik, punkiger Attitüde und einer sperrigen, leicht düsteren Atmosphäre zu schlagen und dabei immer angenehm relaxed und eingängig bleibt, beweisen , dass Routine und Erfahrung enorm wichtig sein können. Immer wieder ist es schön zu sehen, dass man mit der ursprünglichen Dreier-Konstellation (Gitarre, Drums, Bass) genügend Druck erzeugen kann, die nicht in pseudo-abwechslungsreicher Dynamik endet, vorausgesetzt man beherrscht die Instrumente und weiß, wie Songwriting funktioniert.

Technisch versiert werden hier zwei Songs vorgelegt, die zum einen zuckersüße Passagen haben, um nachher wieder im sperrigen Dischord-Fahrwasser zu landen und danach die Kurve zum ruhigen Gitarrenpart zu bekommen, dabei jedoch nie abrupt sind. Es scheint also tatsächlich so, als hätten die ersten Erfahrungen der zig anderen Vorgänger-Bands eine Menge an Routine eingebracht, die in allen Belangen so souverän wirken lässt. Das hier ist ein solides Stück Popkultur. Nicht mehr, aber zum Glück auch nicht weniger.


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