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Books Lie »The Hall Of Fame Of Fire«

Von Dennis

NOVA, Göttin der Tonträger und geräuschvollen Selbstkasteiung ist gnädig und sendet uns eine ganze Platte voll mit raren Singles und B-Seiten der Brooklyner Tanzflursympathen BOOKS LIE. »Hall Of Fame Of Fire« nennt sich diese Zusammenstellung. Sie bringt´s auf knapp 40 Minuten und umfasst dabei die 7« »I felt like such a loser until I realized I am already a winner«, die zwei Songs der »Empathy« 7«, einen von der Split-Platte mit Living Under Lies und acht weiteren Rocker, die Mitte des letzten Jahres aufgenommen wurden. Gute Sache, das.

Warum aber solche Compilations? Sie machen eigentlich nur dann Sinn, wenn a) die Singles ausverkauft sind, b) eine Band ihren Scheiß mal komplett veröffentlichen will, zum Beispiel auf CD oder c) das dicke Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht und die Labelbosse noch nicht wissen, wie sie auf der Firmenweihnachtsfeier das Essgold auf die Brötchen zaubern sollen. Da aber Books Lie höchstwahrscheinlich nicht über die Verkaufskraft verfügen, neue Büroeinrichtung für alle zu erspielen, bleibt der letzten Punkt wohl außen vor. Nummer a) und b) erscheinen da plausibler und das für Europa nicht ohne Grund.

In Amerika hat es schon eine Handvoll Veröffentlichungen gegeben. Jedoch ist die Band in Krautland fast nur und vor allem durch ihre Livepräsenz bekannt und beliebt; handelt es sich hierbei nämlich um emotiongeladenen, durchaus tanzbaren Hardcore, der schon mal ein bisschen vertrakt in der Luft zappelt, bevor Sänger Adam mit seiner markante Schreistimme den Songs ein Gesicht auf den Bauch malt. Viel hat er zu erzählen und das manchmal so gefühlsbeladen wie ein trauriger Trucker auf dem Weg in die chaotische Wahrheit seiner Tankkartenabrechnung. Prädikat: »Authentisch«. Wiedererkennungswert: hoch.

Allerdings: Es gibt Ideen, die sind an sich gut, aber die Umsetzung mangelhaft. Dies gilt sowohl für den, durch Jürgen W. Möllemann durchgeführten, seit langer Zeit ersten (und erfolgreichen) Luftangriff auf deutsches Festland, als auch für die Umsetzung der musikalischen Zwischenspiele auf dieser Kollektion. Die CD wird immer wieder unterbrochen durch kurze Elektrointermezzi, die jedoch kaum einen Freund elektronischer Komposition wirklich bedienen dürften. Dafür sind die Teile einfach zu arm.

Wer die Möglichkeit bekommt, sollte sich die 4 New Yorker in concert anschauen und ihre/seine dancing shoes schnüren, denn live funktioniert diese Musik einfach am besten. Wer hingegen nicht raus darf oder nicht tanzen kann, sollte sich zumindest eine Platte von Books Lie in die Schrankwand stellen. Warum nicht mit dieser hier anfangen? »How much did you learn in art school« – Emo im besten Sinne.


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