Von Chris
Remix-Platten scheinen gerade schwer in Mode gekommen zu sein. Nach unzähligen elektronischen Remix-Platten, u.a. von Bloc Party oder in Kürze von Franz Ferdinand, legen nun auch From Monument To Masses (FMTM) nach und präsentieren auf ihrem »neuen« Album »alte« Versionen ihres Post-Instrumental-Rocks, der musikalisch gesehen voll zu überzeugen weiß. Mit an Bord geholt für ihre Remixe haben sich FMTM solch illustre Namen, wie Thunderbirds Are Now!, Loquat, Jason Clark und andere, deren elektronisches Gewand den FMTM-Songs gut zu Gesicht steht. Die Stimmung und Tiefe der Originale werden durch die elektronische Verarbeitung nicht untergraben, die Dichte bleibt bestehen. Außerdem gibt’s zwei neue Studio-Tracks zu hören, sozusagen als Schmankerl auf die neuen Outputs der drei US-Amerikaner.
Und wenn ich vorher geschrieben habe »musikalisch gesehen«, dann meine ich das auch so. Eigentlich ist das Konzept von FMTM, nämlich zu instrumentalen Sound gelegentliche Samples aus Vorträgen und Filmen einzuspielen gar nicht so dumm, da dies immer noch besser und im gewissen Sinne ansprechender ist, als die nächste schlecht gereimte Textzeile hören zu müssen. Doch wenn Noam Chomsky und allerlei anderes antiamerikanisches, antiimperialistisches Gerede darüber salonfähig verzapft wird, wenn unreflektiert und naiv-verklärend von erfolgreichen Volksbefreiungsbewegungen in der Welt die Rede ist und in den USA der Hort des absolut Bösen ausgemacht wird, dann gilt auch hier nicht mehr der ansonsten durchaus legitime Hinweis, dass FMTM ja US-Amerikaner seien und diese durchaus ihr Land kritisieren dürfen. Das sei unbestritten.
Nur wäre es schön, wenn sie dabei bleiben würden und nicht noch den Kapitalismus derart verkürzt erklären lassen oder gar derart ressentimentbeladen Stellung zu komplexen Vorgängen in der Welt beziehen, die mit einer politischen Analyse auf Höhe der Zeit wenig bis nichts zu tun hat. Da machen FMTM schon konzeptionelle Instrumental-Musik mit Anspruch, die auch noch ziemlich gut ist und legen mit dieser RMX-Platte ein nettes Ding nach, doch schaffen sie es nicht, bei ihrem selbstgewählten Konzept instrumentaler Vertonung schöner Songs einfach tatsächlich mal ihren Mund zu halten und diesem Label gerecht zu werden, so dass ich hier nur sagen kann: schade. Und gute Besserung.
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