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Gone Bald »Soul Vacation in Rehab Clinic«

Von Oli

Zunächst mal was zur Band: Nach 2 veröffentlichten Tapes auf Kekere Aquarium (Kroatien 1994) trampte nach Amsterdam, um dem damaligen Kriegszustand in Jugoslawien zu entkommen. In Europas Kifferhauptstadt scheint es ihnen dann gefallen zu haben, jedenfalls folgten dort 2 CD-Veröffentlichungen (1995 »Little Song of Love« und 1997 »«) bei 100 % Recordings, und die Bandkontaktadresse befindet sich auch 2004 noch in den Niederlanden, auch wenn das aktuelle Release in Zagreb aufgenommen wurde. Soweit das Presseinfo.

Nun zur Musik: Die läßt zu wünschen übrig. Hier mal meine Wunschliste. Bitte einen Sound, der auch harte Teile noch erkennbar läßt, und ein Gefühl dafür, wann man solche Teile unbedingt bringen muss. Also echt – nach einer halben Minute ist auch gut mit dem Rumgejammer – etwas mehr Tempo! Und Tempo macht man am Schlagzeug nicht mit HiHat und Ride sondern mit Bassdrum und Snare. Und wenn schon dauernd auf dem bisschen Atmosphäre, die mir in den Diese-3-Töne-bis-ich-sie-nicht-mehr-mag-Abschnitten angeboten wird, herumgeritten werden muss, dann doch wohl wenigstens präzise. Dafür, dass es schon so lange gibt, sollten sie eigentlich besser spielen. Da macht jeder seins, es passt aber nichts so richtig zusammen. Darüber hinaus finde ich den Verzerrer auf der Stimme ekelig (oder ist der Sound einfach nur so Kacke?).

Vielleicht sollte ich aber auch warten, bis ich eine Glatze habe, um diese Aufnahme zu verstehen. Wenn man die Zeit bis zum Haarausfall in Songlängen von messen würde, bräuchte man auch gar nicht so lange – die kommen mit 7 Titeln fast auf eine Stunde. Da ist der Begriff Langeweile naheliegend.

Man hört der Band immerhin an, dass sie sich nicht mit allzu einfachem Gekloppe zufrieden geben will; es wird reichlich rumgefrickelt – was aber selten gut klingt, sondern meistens nervt. Und dazu dann das erwähnte Rumgejammer – vermutlich eine gute Musik, wenn man sich Heroin spritzen will. Wenn ich die höre, bekomme ich auch Lust dazu, zumal ich heute erst darauf hingewiesen worden bin, dass ich die geeigneten Adern dazu hätte. Aber da mach ich mir lieber andere Musik an. Oder ich gucke Fußball. Und das sagt schon so einiges.


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